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„Friedensrichter“ in Haft: Polizei nimmt Clan-Größe in Langenfeld fest

Blaulicht auf einem Einsatzwagen der Polizei (Symbolbild).

Langenfeld.Polizisten haben in Langenfeld südlich von Düsseldorf ein 52-jähriges hochrangiges Mitglied eines türkisch-arabischen Clans festgenommen. Es handele sich bei ihm um „eine Größe der Organisierten Kriminalität“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch. Er habe Kontakte ins Rotlicht- und ins Rockermilieu.

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Dem „Friedensrichter“ werden laut Reul räuberische Erpressung, Sozialleistungsbetrug, Urkundenfälschung und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Zwei Wohnungen seien in dem Zusammenhang durchsucht worden, um Beweise und Vermögenswerte sicherzustellen, teilte das Landeskriminalamt NRW mit.

Vermögensarrest in Höhe von fast 400 000 Euro

Der 52-Jährige wurde einem Haftrichter vorgeführt, der ihn in Untersuchungshaft schickte. Gegen den Verdächtigen sei zudem ein Vermögensarrest in Höhe von fast 400 000 Euro erlassen worden.

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„Unser Kampf gegen die Clankriminalität fing bei Razzien in Shisha-Bars an; heute fangen wir die dicken Fische, die Schlüsselfiguren der Organisierten Kriminalität. Für die Polizei ist dieser Kampf eine Heidenarbeit, die bei Weitem noch nicht beendet ist. Wir haben uns gerade erst mal so richtig warmgelaufen“, sagte Reul am Mittwoch.

Erfolgreicher Schritt gegen Clankriminalität

In eine ähnliche Kerbe schlug Essens Polizeipräsident Frank Richter in einem Interview mit dem Mitgliedermagazin der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Natürlich ist die Clankriminalität jetzt nicht verschwunden, aber wir haben die ersten Schritte erfolgreich hinter uns gebracht“, so Richter. In Essen gibt es seit dem vergangenen Jahr eine behördenübergreifende Dienststelle gegen Clan-Kriminalität. In der „Sicherheitskonferenz Ruhr“ sitzen Vertreter der Landespolizei, Ruhrgebietskommunen, Zollbehörde und Bundespolizei Tisch an Tisch.

Richter sieht große Fortschritte beim Kampf gegen die Clan-Kriminalität in seiner Stadt. So liege die Zahl der sogenannten Tumultlagen inzwischen bei „nahezu null“, sagte Richter dem GdP-Mitgliedermagazin. Früher habe man „fast wöchentlich“ solche Situationen gehabt.

„Meine Kolleginnen und Kollegen waren dort teils von 50 bis 60 oftmals sehr massiv auftretenden Personen umringt“, so Richter. Dass es so etwas nicht mehr gebe, liege daran, dass die Polizei „niederschwellig und konsequent“ einschreite. Allgemein habe sich das „Stadtbild zum Positiven gewandelt“, so Richter. Es gebe wesentlich weniger Beschwerden von Bürgern oder Kaufleuten wegen aggressiv auftretenden Mitgliedern von Großfamilien.

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RND/dpa

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