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„Schlimmer als der Holocaust“: Neue Ermittlungen gegen Ärztin und Corona-Leugnerin

Carola Javid-Kistel bei einer Demo gegen Corona-Maßnahmen auf dem Opernplatz in Hannover.

Carola Javid-Kistel spricht bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen auf dem Opernplatz in Hannover. (Archivfoto)

Göttingen, Duderstadt. Die Polizei hat gegen die Ärztin und Corona-Leugnerin Carola Javid-Kistel aus Duderstadt ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Bei einer Kundgebung gegen die Corona-Schutzmaßnahmen am Mittwoch (16. Februar) habe die Medizinerin als eine von fünf Rednerinnen die Corona-Schutzimpfungen mit dem Holocaust verglichen, sagte die Sprecherin der Polizeiinspektion Göttingen, Jasmin Kaatz. Nach Augenzeugenberichten hatte die Ärztin unter anderem die Corona-Schutzmaßnahmen als „Jahrhundertverbrechen“ bezeichnet. Was derzeit in Deutschland passiere, sei „schlimmer als der Holocaust“. Die Bundesrepublik sei ein „Zentrum des Faschismus“. Zuvor hatte das „Göttinger Tageblatt“ berichtet.

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Gegen die Ärztin, die seit Monaten als Rednerin bei den „Spaziergängen“ der Corona-Leugner auftritt und die in Duderstadt selbst mehrere solche Veranstaltungen organisiert hat, sind zwei weitere Anklagen anhängig. Laut Staatsanwaltschaft Göttingen soll sie mehrfach wissentlich falsche Gesundheitszeugnisse und Impfbefreiungen ausgestellt haben.

So habe sie zwischen April 2020 und März 2021 insgesamt 16 jeweils gleichlautende Bescheinigungen zur Vorlage bei Gesundheitsämtern und anderen Behörden ausgestellt. Diese Atteste sollten die betreffenden Personen vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreien. Dabei soll die Ärztin gewusst haben, dass sämtliche Personen gar keine gesundheitlichen Einschränkungen hatten, die eine entsprechende Befreiung vom Maskentragen rechtfertigen könnten.

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Scharfe Kritik an Äußerungen der Medizinerin

Mitte Mai löste Javid-Kistel in Duderstadt einen größeren Polizeieinsatz aus. Sie hatte angekündigt, ohne Maske in einem Supermarkt einkaufen zu gehen, obwohl sie dort Hausverbot hatte. Ein gutes Dutzend Beamte der Bereitschaftspolizei verwehrten der Ärztin und einer sie begleitenden Gruppe aus der Coronaleugner-Szene den Zugang zum Geschäft. Infolge der Ermittlungen durchsuchten Ermittler die Praxisräume der Ärztin und stellten Unterlagen sicher.

Das „Aktionsbündnis Südniedersachsen gegen rechtsextreme Coronaleugner“ übte am Freitag scharfe Kritik an den jüngsten Äußerungen der Medizinerin in Herzberg und warnte vor der Vereinnahmung der Corona-Proteste durch Rechtsextremisten. „Nichts rechtfertigt das Marschieren mit den neuen alten braunen Horden, um ihnen den Weg zu bereiten“, sagte ein Bündnissprecher. „Jeder Mensch, der daran teilnimmt, macht sich in gleicher Weise schuldig und trägt den Faschismus wieder in unsere Mitte. Es gibt dafür keine Entschuldigung.“

RND/epd

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