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Dubais Prinzessin Latifa soll englische Polizei zu Ermittlungen aufgerufen haben

  • Prinzessin Latifa wird in einer Villa in Dubai gegen ihren Willen festgehalten.
  • Die Tochter des Emirs von Dubai soll einem Medienbericht zufolge in einem Brief die englische Polizei zu Ermittlungen aufgerufen haben.
  • Freunde der Prinzessin gaben das Schriftstück an die BBC weiter.
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Cambridge/Dubai. Die entführte Prinzessin Latifa aus Dubai hat einem Medienbericht zufolge die englische Polizei dazu aufgerufen, im Fall ihrer ebenfalls entführten Schwester Schamsa weiter zu ermitteln. Das geht aus einem Brief der Tochter des Emirs von Dubai an die Polizei in Cambridge hervor, den Freunde der Prinzessin nun der BBC zur Verfügung stellten. Der handgeschriebene Brief soll aus dem Jahr 2019 stammen, als die heute 35 Jahre alte Latifa nach ihrer missglückten Flucht in einer Villa in Dubai eingesperrt war. Um zu vertuschen, dass sie Kontakt zur Außenwelt hatte, soll der Brief auf ein früheres Datum datiert worden sein.

Die mittlerweile 39-jährige Prinzessin Schamsa war bereits im Jahr 2000 in Cambridge aufgegriffen und zwangsweise nach Dubai geflogen worden, nachdem sie aus einem Anwesen ihres Vaters in der englischen Grafschaft Surrey geflohen war. Schamsa, die zu großen Teilen in Großbritannien aufgewachsen war, ist seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Der Fluchtversuch von Prinzessin Latifa aus Dubai ist mittlerweile drei Jahre her. Per Schlauchboot und Yacht hatte sie versucht, das Land zu verlassen, bis sie schließlich von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und gewaltsam zurückgebracht worden sein soll, wie Unterstützer Latifas behaupten.

Keine Details zu Ermittlungen bekannt

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Ein Londoner Gericht hatte den Emir von Dubai im vergangenen Jahr für die Entführungen Latifas und ihrer älteren Schwester sowie für die Einschüchterung einer seiner Ehefrauen verantwortlich gemacht.

Die Polizei in Cambridge hatte 2011 die Ermittlungen in dem Entführungsfall Schamsa aufgenommen. Diese führten allerdings nicht zum Erfolg, auch weil Ermittler nicht vor Ort in Dubai ermitteln konnten. Mehrfach wurden die Untersuchungen wieder aufgenommen. Auch nach dem Bekanntwerden des Briefes hieß es von der Polizei, man werde den Fall erneut prüfen. Es sei jedoch bei diesem „komplizierten und ernsten Fall“ nicht angemessen, Details in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Die Regierung wollte die jüngsten Entwicklungen auf Anfrage der BBC nicht kommentieren.

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Prinzessin Latifa berichtete seit ihrem Fluchtversuch in Videos, wie sie ohne frische Luft, Zugang zur Außenwelt oder medizinischer Versorgung in einer Villa in Dubai festgehalten und bedroht werde. Freunde stellten der BBC kürzlich weitere Videos zur Verfügung, nachdem sie monatelang nichts mehr von der Prinzessin gehört hatten. Die Vereinten Nationen forderten ein Lebenszeichen. Latifas Familie ließ erklären, die Scheicha werde zuhause betreut.

RND/dpa

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