• Startseite
  • Panorama
  • Kontaktperson: Dresdnerin bekommt Quarantänebescheid ein Vierteljahr zu spät

Kontaktperson: Dresdnerin bekommt Quarantänebescheid ein Vierteljahr zu spät

  • Drei Monate nach ihrem Treffen mit einer an Corona erkrankten Freundin erhält eine Dresdnerin einen Brief vom Gesundheitsamt.
  • Der Inhalt wirkt eindeutig: enger Kontakt mit einer infizierten Person, zehn Tage Quarantäne.
  • Wieso der Bescheid viel zu spät bei der 75-Jährigen ankam.
Anzeige
Anzeige

Dresden. „Absonderung als Kontaktperson der Kategorie I“, stand in dem Betreff des Briefes vom Gesundheitsamt, den eine Dresdnerin in ihrem Briefkasten vorfand. „Sie wurden von einer positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getesteten Person (Indexfall) als Kontaktperson der Kategorie I benannt. Sie haben sich zum Schutz anderer Personen unverzüglich in häusliche Absonderung (Quarantäne) zu begeben.“

Ein Vierteljahr nach dem Treffen mit einer infizierten Freundin bekommt eine 75-jährige Dresdnerin den Bescheid: Sie soll sich „unverzüglich“ in Quarantäne begeben. © Quelle: Privat

Das Wort „unverzüglich“ hatte das Gesundheitsamt dick unterstrichen. Das Problem dabei: Das Treffen mit besagter Kontaktperson war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Vierteljahr her. „Da war ich dann doch leicht irritiert“, sagt die Seniorin den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (DNN).

Anzeige

Bescheide über Quarantäne scheiterten an personellen Kapazitäten

Wie kam es zu dem Vorfall? Das Treffen der 75-Jährigen mit ihrer Freundin habe in einer Zeit stattgefunden, in der sich das Virus rasend schnell verbreitete, so Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) gegenüber den „DNN“. „Wir konnten unser Personal nicht so schnell schulen und zum Einsatz bringen, mussten deshalb formell auf Bescheide verzichten.“ Die infizierten Personen seien angehalten gewesen, ihre Kontaktpersonen selbst zu informieren. „Das hat gut funktioniert“, schätzt Kaufmann ein.

So auch bei der 75-jährigen Dresdnerin: „Ich habe mich natürlich sofort aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und bin zu Hause geblieben, als mir meine Freundin erzählt hat, dass sie Corona hat.“

Inzwischen ist das Gesundheitsamt personell aufgestockt worden, die Zahl der örtlichen Corona-Fälle deutlich zurückgegangen. „Wir schaffen es jetzt, den Berg an Altfällen abzuarbeiten“, sagt Kaufmann. „Das ist ja gerade für die Menschen wichtig, die eine Bescheinigung für ihren Arbeitgeber brauchen.“ Schließlich sei es auch bei Senioren denkbar, dass sie geringfügig beschäftigt sind und eine Bestätigung über die angeordnete Quarantäne benötigen.

RND/jo

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen