DLRG warnt vor einem “Land der Nichtschwimmer”
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Der DLRG warnt vor einer steigenden Zahl von Nichtschwimmern in Deutschland.
© Quelle: Jana Bauch/dpa
Berlin. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat vor einer steigenden Zahl von Nichtschwimmern gewarnt. "Deutschland, ein Land der Nichtschwimmer" - die Formulierung sei nicht allzu weit von der Realität entfernt, sagte DLRG-Präsident Achim Haag am Mittwoch in Berlin. Bei einer Expertenanhörung im Sportausschuss des Bundestags ging es um die Finanzierungsprobleme vieler Schwimmbäder in Deutschland.
Laut DLRG sinkt die Zahl der sicheren Schwimmer in Deutschland seit Jahren. 60 Prozent der Kinder könnten beim Verlassen der Grundschule nicht schwimmen, sagte Haag. "Schwimmbäder sind Teil der Daseinsvorsorge." Der Vizepräsident des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Wolfgang Hein, beklagte, die Vereine bekämen zu wenig Raum in den Bädern für Leistungssport. "Sie müssen heute 18 bis 25 Stunden pro Woche trainieren, um in die Weltspitze zu gelangen, und dazu brauchen Sie Wasserkapazitäten."
Städtetag warnt vor Skandalisierung
Klaus Hebborn vom Deutschen Städtetag wandte sich gegen eine Skandalisierung der Lage und den Begriff des "Bädersterbens". Zwar würden hier und da mehrere kleinere Bäder geschlossen und durch ein größeres ersetzt, doch das bedeute nicht zwangsläufig einen Verlust an Wasserfläche. Allerdings seien viele Bäder gerade auf dem Land sanierungsbedürftig.
Das Innenministerium verwies auf Anfrage auf die Zuständigkeit der Kommunen. Die Verantwortung für deren Finanzausstattung wiederum liege teilweise bei den Ländern. Der Bund beteilige sich allerdings punktuell mit Geld am Neubau oder der Sanierung von Bädern. Die Kommunen können beispielsweise Geld aus dem Fonds "Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur" beantragen, der aktuell 750 Millionen Euro umfasst, erläuterte eine Sprecherin.
50 Millionen für Schwimbäder
In zwei vorigen Förderrunden wurden daraus laut Ministerium 22 Schwimmbäder mit Bundesmitteln von rund 50 Millionen Euro saniert. Weitere Anträge laufen.
Auch aus anderen Bundesprogrammen lassen sich Mittel für Schwimmbäder verwenden - einen genauen Überblick über die Gesamtmenge hat die Bundesregierung allerdings nicht.
RND/dpa