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Die neue Miss Germany: Keine nackte Haut, keine Machosprüche – geht doch!

  • Die Macher der Miss-Germany-Wahl sind auf einem guten Weg, ihr altbackenes Image abzulegen.
  • Die Show wurde nicht nur unter neuem Label abgefeiert, sondern tatsächlich verändert.
  • Mit der Wahl ihrer Gewinnerin setzen die Veranstalter das richtige Zeichen, findet RND-Redakteurin Hannah Scheiwe.
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Rust. Leonie von Hase (35) ist die neue Miss Germany. Sie ist die Erste, die unter dem neuen Konzept des Schönheitswettbewerbs gewählt wurde – der sich jetzt „Personalitywettbewerb“ nennt. Es soll mehr um Persönlichkeit als um Aussehen gehen. Was bei so manchen zuvor für Schmunzeln sorgte. Die Vermutung lag nahe, dass dieselbe Show wie in den Jahren zuvor einfach unter neuem Label abgefeiert wird.

Das Konzept – dazu gehört auch die Aufweichung der Altersgrenze und die Verbannung von Männern aus der Jury – wurde lange angekündigt und beworben. Nun wurde es am Samstag auf den Prüfstand gestellt. Bereits im vergangenen Jahr war der Bikini-Walk abgeschafft worden – trotzdem war viel Haut gezeigt worden. So liefen die Frauen damals statt im Bikini in Jeans, BH und offenem Blazer über den Laufsteg – auch wurden Fotos der Frauen im Bikini auf eine Leinwand geworfen. In diesem Jahr hingegen sind die Veränderungen wirklich spür- und vor allem sichtbar.

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Die Miss Germany Corporation (MGC) hat ihre Ankündigungen in die Tat umgesetzt: Die Frauen laufen im Hosenanzug über den Laufsteg. Außerdem in einem selbst ausgewählten Outfit, das meist kaum freizügig ist. Statt in ständige Outfitwechsel wird die knappe Zeit in längere Interviews mit den Frauen investiert. Ausgefragt werden sie erstmals nur von Frauen in der Jury – Macho-Sprüche gibt es an diesem Abend nicht. Das Wort “Aussehen” fällt nicht aus dem Mund der Jurorinnen.

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Frauke Ludowig ist Moderatorin und Mitglied der Miss Germany Jury.  © Hannah Scheiwe/RND

Konsequent ist auch die Auswahl der Gewinnerin, die nicht das junge, mädchenhafte – oft auch etwas naive – Frauenbild der bisherigen Missen transportiert. Leonie von Hase ist eine 35-jährige Mutter eines dreijährigen Sohnes. Berufstätig noch dazu – und eine, die offen sagt, was sie denkt: “Meine Priorität ist und bleibt meine Familie. Ich kann nicht alles beiseiteräumen, um eine Schaufensterpuppe zu sein”, macht sie direkt nach der Wahl eine für manche wohl unerwartete Ansage. Sie greift die Vergangenheit der MGC damit massiv an – aber hilft ihr auch, zukunftsfähig zu werden. Ein Glücksgriff für die Macher des Wettbewerbs. Wenn dann beim nächsten Mal auch noch Kandidatinnen dabei sind, die mollig oder etwas kurviger sind, könnte der Wettbewerb tatsächlich das altbackene Image ablegen.

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