Die Insel am Rande der Welt: Die Niwchen auf Sachalin

Sie haben das Leben ihrer Ahnen verloren und hängen doch daran: Im äußersten Osten Russlands lebt die Volksgruppe der Niwchen. Bevormundet vom Staat, verdrängt von Ölkonzernen und Fischindustrie – haben die Indigenen noch eine Überlebenschance?

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Nekrasowka. Ruslan Njawan atmet schwer. In dichten, weißen Wolken wird sein Atem sichtbar. Kleine Eiskristalle bilden sich an der Jacke und im Gesicht. Erschöpft blickt er in die weiße Weite. Seit mehr als 30 Minuten hat sich Ruslan Njawan gemeinsam mit seinem Bruder Michail bemüht, das schwere Fischernetz aus dem zugefrorenen Meer zu befreien.

Das große Loch in der über einen Meter dicken Eisschicht muss den ganzen Winter über offen gehalten werden. Deshalb müssen sie es immer wieder mit Metallstangen aufbrechen. Doch dieser Winter ist besonders kalt und das grob geflochtene Drahtseil, an dem das Netz befestigt ist, friert schneller ein als sonst.

Endlich können Ruslan und Michail den zappelnden Fang an die Wasseroberfläche holen. Nur noch einige letzte Züge, für die die beiden Brüder routiniert und ohne Handschuhe in das eiskalte, dunkle Loch greifen. Stinte, Dorsche und Grundeln werden sichtbar. Doch gut ist dieser Fang nicht. Man erkennt es schnell an den Blicken, die sich die wortkargen Brüder zuwerfen. All die Mühen für so wenig Fisch?

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Ruslan (links) und Michail Njawan ziehen eines von zwei Fischnetzen aus dem Eisloch. Die Netze müssen jeden Tag kontrolliert werden.

„Die Fischerei ist unsere Nahrung, unser Leben. Ohne Fisch, ohne das Meer, ohne Fischen möchte ich nicht sein“, sagt Ruslan Njawan. Schon seine Ahnen und Urahnen und Generation um Generation davor waren Fischer. Niwchen. Ein kleines, indigenes Volk, von dem weltweit schätzungsweise noch 3200 Menschen leben.

Schon vor 12 000 Jahren siedelten sie auf Sachalin, Russlands größter Insel, weit im Osten gelegen. „Ych mif“, nannten sie das Gebiet. „Am Rande der Welt“ heißt Sachalin auf Niwchisch. „Insel der Ahnen“, sagen die Menschen heute.

In Nekrasowka lebt heute die größte Gruppe der Niwchen. Auch Ruslan mit seiner Familie und seine Brüder Michail und Alexander. Knapp 1000 Einwohner sollen im Dorf leben, 700 davon Niwchen. Das Dorf ist auf der einen Seite umgeben von Wald, die andere Seite wird durch die Küste der Pomr-Bucht des Ochotskischen Meeres umschlossen.

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Hundeschlitten hat in Nekrasowka niemand mehr

Unbefestigte Straßen verbinden die versprengt liegenden Holzhäuser und dreistöckigen Plattenbauten, die allesamt bessere Tage gesehen haben müssen. Fünf kleine Läden gibt es, einen Kulturklub, eine Internatsschule, eine aufgegebene Kolchose und ein Jugendhaus, das seit fünf Jahren halb fertig vor sich hin döst. Medizinische Einrichtungen gibt es gar nicht mehr.

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Der 49-Jährige und die anderen Männer in seinem Alter erzählen gerne und mit Stolz von den Traditionen der Niwchen und der alten Lebensweise: vom mythischen Fest des Bären, von der Fütterung des Meeres, von der Jagd nach Robben, von Fahrten mit dem Hundeschlittengespann durch winterliche Landschaften, vom einzigartigen Klang der Lieder und von den Gerichten, deren Rezepte nur ihr Volk kennt.

Doch die Kultur der Niwchen verblasst. Hundeschlitten, wie die Niwchen sie noch vor 20 Jahren nutzten, hat in Nekrasowka niemand mehr. Heute fahren sie mit Geländewagen an der Küste entlang und transportieren damit ihre Boote. Im Winter knattern die Schneemobile über die schmalen Waldwege und das gefrorene Meer.

Längst sind die Niwchen keine Halbnomaden mehr, sondern leben in festen Häusern.

Die uralten Feste sind zur Folklore verkommen. Längst sind sie keine Halbnomaden mehr, sondern leben in festen Häusern. Und ihre Sprache, das Niwchische, beherrschen nur noch wenige Greise. Sterben sie, stirbt auch ihre Muttersprache, und ihre Lieder verklingen für immer.

Kollektivierung und Industrialisierung unter dem Diktator Josef Stalin in den Vierzigerjahren zwangen die Niwchen, ihre ursprünglichen Siedlungen und ihre traditionelle Lebensweise aufzugeben. Die indigenen Fischer wurden von der Sowjetregierung nach Nekrasowka umgesiedelt, um dort als billige Arbeitskräfte in der neu gegründeten Kolchose „Morgenröte“ ihren Dienst zu leisten.

„Man nannte es Zusammenlegung, Zentralisierung. Die Aufgabe war also, dass man die Bevölkerung an einem Ort zusammenführt, damit es leichter wird, die soziale und die wirtschaftliche Struktur zu entwickeln. Man hat die Leute von Rybnowsk, von Lupalowo, Romanowka, Rybnowo, Kirpitschiki und Ljuk in der Umgebung von Nekrasowka angesiedelt, und sie lebten von da an hier weiter“, erzählt Alexandra Njawan, die Frau des Fischers Ruslan.

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Konformität ist durch Pragmatismus ersetzt worden

Alexandra Njawan, 53, ist eine Aktivistin. Sie setzt sich für die Rechte ihres Volkes ein, kämpft um Fördermittel. Häufig sind dies materielle Dinge, ein Bootsmotor oder neue Netze. Dinge für den Alltag eben, die die Menschen in Nekrasowka untereinander verleihen.

Der Computer, mit dem Alexandra E-Mails und Briefe an Politiker und Organisationen schreibt, steht in der Ecke des größten Raumes ihres maroden Holzhauses. Im gleichen Zimmer stehen Bett, Kleiderschrank und Regale sowie ein Tisch mit zwei Sesseln, die zum immerfort laufenden Fernseher gedreht sind.

Im Haus gibt es ein weiteres Zimmer, das Badezimmer und die Küche mit Gasofen, dessen offene Flamme im Winter durchgängig brennt. Viel mehr gibt es hier nicht. Es musste genügen für die Eltern und drei Kinder. Konformität ist durch Pragmatismus ersetzt worden.

Die traditionellen Fischgründe der Niwchen wurden nach und nach an Privatunternehmen verkauft, um die Lachsarten der Region und deren roten Kaviar für den international Markt zu sichern.

„Für die Niwchen ist Sachalin heilig“, erzählt Alexandra, „wir waren lange Zeit ein isoliertes Volk und haben unsere Traditionen, unsere Bräuche behalten. Dass man uns aus den traditionellen Gebieten herausgerissen hat, dass man uns an einem Ort angesiedelt hat, damit haben unsere Alten bis heute schwer zu kämpfen.“

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Sie spricht nicht von Nostalgie, sie spricht von den Orten, an denen die Alten einst aufwuchsen, als Sehnsuchtsorten. „Das ist etwas Sakrales.“ Aber nicht allein das Emotionale belastet die Niwchen. Es sind ganz weltliche Dinge, die heute das Leben für die Indigenen schwer machen. Vor allem die staatliche Bevormundung.

Die traditionellen Fischgründe der Niwchen wurden nach und nach an Privatunternehmen verkauft, um die Lachsarten der Region und deren roten Kaviar für den international Markt zu sichern. Was zuerst in Koexistenz funktionierte, änderte sich, als die Unternehmen immer öfter Gebrauch von ihren Pachtrechten machten und die Niwchen von den Gründen verwiesen. Zur Steigerung der Erträge.

„Wer den Verweis ignoriert, bekommt Gewalt angedroht“

„Wer den Verweis ignoriert, bekommt im schlimmsten Fall durch Sicherheitskräfte sein Fischernetz zerschnitten oder physische Gewalt angedroht“, sagt Ruslan. „Hier bei uns ist das zum Glück noch nicht passiert. Aber ich habe erzählt bekommen, dass dies in meinem Geburtsort Romanowka der Fall war.“

So müssen Sachalins Ureinwohner auf weniger fischreiche Gebiete ausweichen. Zusätzlich macht eine gesetzliche Fangquote für indigene Völker das Geldverdienen zur Farce – und natürlich bleiben auch das Ochotskische Meer und seine Buchten nicht von einer generellen Überfischung verschont.

Nach drei langen Stunden in der klirrenden Kälte beenden Ruslan und Michail die Kontrolle des letzten Netzes. Die Njawan-Brüder haben in diesem Winter drei Eislöcher angelegt. Das macht sechs Netze für die Familie, die jeden Tag kontrolliert und geleert werden müssen.

Die Njawan-Brüder haben in diesem Winter drei Eislöcher angelegt. Das macht sechs Netze für die Familie, die jeden Tag kontrolliert und geleert werden müssen.

Doch wie so häufig fahren Ruslan und Michail auch heute mit einem nur halb gefüllten Holzschlitten nach Hause. Die Schneemobile tun sich schwer, selbst diese Fracht die steile Küste zum Dorf hinaufzuziehen. Die alten billigen Motoren heulen und die Maschine stößt stinkende schwarze Wolken aus. Immer wieder verschluckt sich der Motor und geht aus.

Michail steigt ab. Wieder hat sich der Zulauf für das Benzin-Diesel-Gemisch gelöst, verteilt die glänzende Flüssigkeit über das Schneemobil, Michails Hände und den Schnee. Er flucht leise und beginnt routiniert bei minus 45 Grad eine behelfsmäßige Reparatur.

Alles an diesem Ort scheint von der Zeit überholt worden zu sein und bedarf ständiger Zuwendung. Häufig sind die Einwohner mit solchen Lappalien den ganzen Tag beschäftigt. Sind die Brüder nicht am Fischen, bauen sie neue Ställe für Hühner oder Schweine, pflegen im Sommer die Gärten oder reparieren ihre Häuser, Schuppen, Bootsmotoren, Autos und Schneemobile. Seit einigen Tagen muss ständig an Michails Schneemobil geschraubt und getüftelt werden, damit es einigermaßen über den Winter kommt.

Die Brüder Michail (mit Brille) und Ruslan (gestreifter Pulli) Njawan im Haus ihrer Mutter Valia.

Während sich die Brüder in ihrem Elternhaus bei Kaffee und Zigaretten aufwärmen erzählt Ruslan: „Unsere Kindheit war frei von Sorgen. Im Meer gab es immer Fisch. Du hast dir nichts im Überfluss genommen. Aber unter den aktuellen Gesetzen für den Fischfang fallen wir in die Kategorie der Wilderer. Um ein Leben ohne Not zu gewährleisten, kommt man darum nicht herum.“

50 Kilogramm Dorsch pro Jahr erlaubt die Regierung den Niwchen pro Person. 90 Kilogramm Buckellachs (etwa 45 Fische), 210 Kilogramm Ketalachs (etwa 70 Fische). Das sind die strikt festgelegten Fangquoten für indigene Fischer.

Auch wenn sie über die letzten Jahre immer wieder etwas weiter gelockert wurden und höher als die Quoten für die russische Mehrheitsbevölkerung sind, stellen sie für Ruslan ein Problem dar: „Ich denke, das ist trotzdem wenig. Sehr wenig, um irgendwie über die Runden zu kommen, und wir leben ja praktisch nur von Fischfang, ganz nach Vorbild der Ahnen.“

Dabei ist Sachalin eigentlich eine wahre Goldmine, reich an Ressourcen wie Fisch, Holz und vor allem Öl. Nur die Ureinwohner profitieren vom Reichtum ihrer Heimat nicht. In so manchem Winter verdient die Familie mit dem Verkauf von Fisch gerade einmal 12 000 Rubel (etwa 165 Euro), selbst für Nekrasowka ist das zu wenig.

Die Entschädigung durch das Öl- und Gasförderkonsortium Sakhalin Energy, das vom russischen Gasriesen Gazprom kontrolliert wird, sei armselig. „Nicht einmal 100 Dollar pro Person im Jahr? Dafür, dass sie unsere Ressourcen zerstören?“ Alexandra holt Bücher aus ihrem Regal und kopiert daraus Karten aus dem 19. Jahrhundert, zeichnet Punkte und Kreise aufs Papier. Sie erklärt, welchen Weg der Lachs zurücklegt, welche Bohrtürme wo stehen. „Alles niwchische Erde.“

Die Flüsse seien durch Öl verdreckt, fügt sie hinzu, der Zugang zum Meer zudem durch den Fischereimonopolisten der Insel nahezu versperrt. So kommt es nicht nur zu Zusammenstößen mit den Wachmännern der Fischindustrie, sondern auch zu Demonstrationen gegen die Ölförderer. Die Ungerechtigkeit treibe sie an, ihre Arbeit fortzusetzen, sagt Alexandra. Auch wenn diese immer wieder in Sackgassen endet.

„Die Natur ist alles für uns“

Sie saß etwa mit Sachalins Gouverneur zusammen und trug ihm die Forderungen der Niwchen vor. Es ging um eine bessere Förderung, finanzielle Zuschüsse und eine Lockerung der Fangquoten. Viel wurde versprochen, Taten blieben aus.

Alexandra hockt sich auf einen kleinen Schemel neben dem Ofen in der Küche, in dem mit einem ständigen Rauschen die Gasflamme lodert. Ihr Lieblingsort im Haus, sagt sie, lächelt und fährt fort: „Die Natur ist alles für uns. Das ist die Grundlage unseres Lebens. Unsere Eltern, unsere Großeltern brachten uns bei, dass man mit der Natur sehr vorsichtig umgehen muss. Wenn man sieht, wie die Fischindustrie den Fisch fängt, wie sie tonnenweise den Fisch wegwirft, dann blutet einem das Herz. Meine Mutter schimpfte mich immer aus, wenn ich im Wald, nachdem wir dort gegessen hatten, irgendwas weggeworfen habe.“

Es ist ein klassischer Kampf gegen Windmühlen. Denn auch wenn Alexandra immer wieder kleinere Erfolge erzielt und Ruslan nach wie vor den Weg seiner Vorfahren beschreitet, arbeitet die Zeit gegen den Erhalt ihrer Lebensweise. Zu viel ihrer Kultur, ihrer Sprache und ihres Lebensraumes sind bereits verloren gegangen.

Zwischen Tradition und Moderne: Smartphones haben auch bei den Niwchen auf Sachalin Einzug gehalten.

Alexandra erklärt, dass sie in heutigen Zeiten und nach der Eingliederung in eine moderne Gesellschaft natürlich nicht mehr mit Netzen aus natürlichen Fasern wie Brennnesseln fischen würden. Trotzdem hielten sie durch ihr Gedankengut und ihre Lebensweise an dem Ideal ihrer Vorfahren fest.

Gerade wenn man mit Beamten spreche, würfen sie einem vor, dass sie viel zu modern für ein indigenes Volk seien: „Was wollt ihr denn über eure Traditionen erzählen, wenn ihr euch als Volk selbst verloren habt?“, fragten sie. Und benutzten das als Argument, um Fördergelder zu verweigern. „Da fängt man an, sich bewusst zu werden, dass man das Niwchische wieder zum Leben erwecken muss. Aber wie?“, fragt Alexandra.

„Die Zukunft ist im Nebel“

Ihr Vater, Alexander Alexandrowitsch Provka, lebt in der anderthalb Stunden entfernten Kleinstadt Ocha. Der 73-Jährige ist der Häuptling der Niwchen im Norden Sachalins und ist auch internationaler Repräsentant seines Volkes. „Ich habe sogar schon einmal im UN-Hauptquartier in New York gesprochen“, erzählt er mit Stolz.

Überall in seinem Haus findet man Hinweise auf seine Wurzeln: Bilder mit Fischerszenen schmücken die Wände, Walflossen hängen gekreuzt über einer Tür. Die Küche ist voll mit großen Einmachgläsern, gefüllt mit Varianten von eingelegtem Fisch. Dort erzählt er die Geschichten aus seiner Kindheit, wie er in Nomadensiedlungen mit nicht mehr als 20 Bewohnern lebte und gemeinsam mit seinem Vater auf Bärenjagd ging.

Der alte Häuptling hat den gesamten, erzwungenen Wandel miterlebt. Aufgewachsen in der wilden Natur Sachalins, lebt er heute in einer von Gazprom finanzierten, modernen Stadt. „Eine Zukunft für unser Volk sehe ich nicht, solange die Regierung der Oblast Sachalin sich nicht mit uns zusammen an einen Tisch setzt und anfängt, unsere Probleme zu lösen.“

Das klingt fordernd, doch dann wird Alexander Alexandrowitsch Provka leiser: „Als Ältester sage ich, dass ich eine Zukunft für die Niwchen noch nicht sehe. Die Zukunft ist im Nebel. Wir können nur hoffen.“

Zu den Autoren: Die beiden Autoren Philipp Hannappel und Timo Jaworr studieren Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover. In ihren fotografischen und filmischen Arbeiten setzen sie sich vor allem mit sozialdokumentarischen sowie umweltpolitischen Themen auseinander. Seit 2016 dokumentieren sie das Leben der Niwchen und das Verschwinden ihrer Kultur multimedial. Zurzeit arbeiten sie an der Veröffentlichung ihrer gesamten Dokumentation als Web-Reportage.

Sachalin – eine begehrte Insel

Zwischen der Mongolei, China, Japan und Russland war das Recht auf Sachalin über Jahrhunderte umstritten.

Die Förderung von Bodenschätzen ist für Russland seit Jahrzehnten ein zentrales Thema. Als zweitgrößter Erdölexporteur der Welt ist der Staat auf das schwarze Gold angewiesen.

Sachalin ist mit einer Breite von 160 Kilometern und einer Länge von 950 Kilometern die größte Insel der Russischen Föderation und beherbergt ihr größtes bekanntes Erdöl- und Erdgasvorkommen. Dies wird aktuell in drei von insgesamt sechs geplanten Projekten gefördert. Das bekannteste und medial meist diskutierte Förderprojekt ist Sachalin II im Süden der Insel.

Zwischen der Mongolei, China, Japan und Russland war das Recht auf die Insel über Jahrhunderte umstritten. Grund dafür waren Sachalins Ressourcen. Zunächst der Fisch, dann Goldvorkommen, dann wurden die Wälder für die Papierproduktion interessant, heute machen Öl und Gas die Insel attraktiv.

In den letzten 100 Jahren waren es vor allem Japan und Russland, die um Sachalin kämpften. So während des russisch-japanischen Krieges von 1904 und 1905, der in einer Teilung der Insel in Nord (russisch) und Süd (japanisch) entlang des 50. Breitengrades endete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Kapitulation Japans besetzte die Sowjetunion die gesamte Insel und nutzte diese als Gefangenenlager mit bis zu 15 900 Inhaftierten. Sie wurden zum Bau der ersten Ölförderanlagen eingesetzt.

Bis 1991 war Sachalin militärisches Sperrgebiet. Heute bedarf der Besuch von Regionen außerhalb der Hauptstadt immer noch Genehmigungen. Die Hauptstadt Juschno-Sachalinsk an der Südküste der Insel wird derzeit für den Tourismus unter anderem mit Skigebieten immer weiter ausgebaut.

Von Philipp Hannappel und Timo Jaworr

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