• Startseite
  • Panorama
  • Deutschland bangt vor Ausbruch der Schweinepest - Großübung in Sachsen

Deutschland bangt vor Ausbruch der Schweinepest - Großübung in Sachsen

  • Das für Wild- und Hausschweine gefährliche Virus rückt näher.
  • Vier Tage lang proben Behörden und Kommunen in Sachsen jetzt den Ernstfall, um gewappnet zu sein.
  • Zum Einsatz kommen auch Drohnen.
Anzeige
Anzeige

Dresden. Sachsen rüstet sich für den möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mit einer großangelegten Tierseuchenübung. "Wir spielen das gesamte Szenario durch, so als würde es einen Fall geben", sagte eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums. Von Montag bis Donnerstag proben Behörden, Kommunen, Jäger und Landwirte an verschiedenen Orten im Freistaat den Ernstfall. Bereits seit dem Frühjahr wird die Großübung akribisch vorbereitet. Weil das Virus immer näher rückt, ist die Tierseuchenübung aber aktueller denn je.

Den Auftakt macht am Montag die Landesdirektion Dresden mit der Einrichtung eines Krisenstabes und der Aktivierung des Landestierseuchenbekämpfungszentrums. Dieses koordiniert im Fall eines Ausbruchs sämtliche Maßnahmen. Am Tag darauf wird im Thümmlitzwald (Landkreis Leipzig) das Suchen von Wildschweinkadavern geübt - dafür kommen auch Drohnen und Wärmebildkameras zum Einsatz. In Schirgiswalde-Kirschau‎ geht es um das Aufstellen von Wildabwehrzäunen, die bei der Einrichtung von Sperrbezirken eine Rolle spielen. Am Tag darauf wird in einem Landwirtschaftsbetrieb in Langebrück die Tötung eines Bestandes von Hausschweinen simuliert.

Fälle in Polen verstärken die Sorge vor einer Einschleppung

"Durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Polen, rund 70 Kilometer vor der ‎deutschen Grenze, wird einmal mehr deutlich, wie real die Gefahr der Afrikanischen ‎Schweinepest ist", sagte Verbraucherschutzministerin Barbara Klepsch (CDU). Es sei wichtig, eine Einschleppung nach ‎Sachsen zu verhindern und die Abwehr- und Reaktionsmaßnahmen ‎vorzubereiten‎, hieß es.

Deutschland blieb von der Seuche bisher verschont - doch Fälle in Polen nahe der Grenze zu Brandenburg verstärken die Sorge vor einer Einschleppung derzeit. Das Virus wurde seit Mitte November bei rund zwei Dutzend toten Wildschweinen in Polen nahe der deutschen Grenze nachgewiesen. Für Menschen ist ASP ungefährlich.

RND/dpa