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Deutscher Helfer in Beirut: “Die schlimmsten Bilder, die man sich vorstellen kann”

  • Serkan Eren ist eigentlich nach Beirut gereist, um mit seiner Hilfsorganisation Stelp humanitäre Unterstützung zu leisten.
  • Er ist nur ungefähr 30 Kilometer vom Unglücksort entfernt, als sich die verheerende Explosion ereignet.
  • Jetzt hilft er, wo er kann, wie er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland erzählt.
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Beirut. Der Plan von Serkan Eren war es, nach Beirut zu reisen, um humanitäre Projekte zu realisieren und zu unterstützen. Das berichtet Eren, der Vorsitzende der Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) per Sprachnachricht: “Also um Nothilfe zu betreiben, alles andere als Katastrophenhilfe. Damit haben wir natürlich nicht gerechnet.” Denn am Dienstag kommt es in der libanesischen Hauptstadt zu einer schweren Explosion: Mindestens 100 Menschen sterben, viele gelten noch als vermisst, Tausende sind verletzt.

Mit “Vollgas ins Zentrum”

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“Als wir die Explosion gehört haben, sind wir mit Vollgas ins Zentrum gefahren”, sagt Eren. “Wir hatten die schlimmsten Bilder vor uns, die man sich vorstellen kann.” Beirut litt bereits unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise – die Explosion stürzt die Stadt und deren Bevölkerung in ein noch tieferes Chaos. “Überall war Blut, Leute haben geschrien. Alles war in Trümmern, die ganzen Straßen waren voll. Häuserfassaden sind eingestürzt, Balkone runtergekracht.” Eren hilft dabei, die Menschen aus den Trümmern zu retten: „Menschen, die in Not waren, aus ihren Wohnungen zu befreien und sie auf die Straße zu bringen.“ Ebenso machen er und seine Kollegen die Wege frei, “für die Krankenwagen und die Feuerwehrautos”. Auch am Mittwoch hilft Eren, “wo er anpacken kann”. Unter anderem trägt er Kranke weg und “räumt Glassplitter an Orten weg, wo sie gefährlich sind”.

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Plan hat sich geändert

Eigentlich war der Plan der Organisation Stelp, einer Nichtregierungsorganisation, die Flüchtlingshilfe vor Ort in Beirut zu unterstützen. Wie die “Stuttgarter Zeitung” berichtet, wollte die Organisation Wasserfilter einbauen und Essensrationen verteilen. Aber wegen eines kurzfristig angekündigten Corona-Lockdowns wurde die Aktion abgesagt. Eren flog trotzdem nach Beirut und schloss sich kurzfristig mit anderen Menschen vor Ort zusammen. Doch dieser Plan hat sich seit Dienstag schlagartig geändert: “Das Geld, das wir eigentlich für unsere Projekte eingeplant haben, werde ich versuchen, hier in Medikamente zu investieren”, sagte Eren dem RND. “Wir werden versuchen, so viel wie möglich zu tun.”

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Ein Mann geht an einem umgekippten Auto und zerstörten Gebäuden in Beirut vorbei.  @ Quelle: Getty Images
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