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Nach ungewöhnlich großem Fang

Färöer Fischereiministerium begrenzt Delfinjagd

Auf diesem von der Sea Shepherd Conservation Society veröffentlichten Bild liegen die Kadaver toter Weißseitendelfine auf einem Strand.

Auf diesem von der Sea Shepherd Conservation Society veröffentlichten Bild liegen die Kadaver toter Weißseitendelfine auf einem Strand.

Im September 2021 wurden innerhalb eines Tages mehr als 1400 Delfine auf den Färöer-Inseln getötet. Fotos der blutüberströmten Tiere sorgten in den sozialen Netzwerken für große Proteste, auch Umweltschutzorganisationen wie Sea Shepherd und Ocean Care kritisierten die alte Tradition. Darauf hat die Färöer Regierung jetzt reagiert und eine vorläufige Fangbegrenzung vorgeschlagen, die spätestens am 25. Juli verordnet werden soll.

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Das Ziel: In den Jahren 2022 und 2023 sollen nicht mehr als 500 Delfine gefangen werden. Wie die Regierung der Inselgruppe im Nordatlantik weiter mitteilt, seien Teile der vergangenen Jagd ohnehin „nicht zufriedenstellend gewesen“ und die hohe Zahl der getöteten Tiere langfristig nicht nachhaltig. Damit bekennen sich die Färöer zu den UN-Zielen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen.

Fleisch dient dem Lebensunterhalt der Färöer

Zu einer nachhaltigen Entwicklung und verantwortungsvollen Nutzung gehört auch der Schutz der sogenannten Grindwale. Doch auch der Fang kleiner Wale ist seit Jahrhunderten gängige Praxis auf den Färöer-Inseln und dient der „Ernährungssicherheit“ der Bewohner, heißt es in der Regierungserklärung. Das Fleisch und der Speck von jedem Walfang lieferten wertvolle Lebensmittel mit einem geringen CO₂-Fußabdruck, die kostenlos in den verschiedenen Gemeinden verteilt würden. Diese Praxis geht sogar zurück bis in die Wikingerzeiten.

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Umweltschutzorganisationen kritisieren Fänge scharf

Dafür gibt es jedoch mächtig Kritik. Nach dem großen Fang von mehr als 1400 Tieren im vergangenen Jahr veröffentlichte die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd Fotos auf Facebook, auf denen zu sehen war, wie die toten Tiere neben blutrotem Wasser an einem Strand liegen. Die Organisation sprach von der größten Herde Meeressäuger, die auf den Färöer-Inseln jemals bei einer einzigen Aktion getötet worden sei. „Die Jagd ist sinnlos und verursachte gemäß Augenzeugenberichten großes Tierleid. Hier wurde eine Grenze überschritten und eine neue Dimension der Jagd erreicht“, kritisierte auch die Meeresschutzorganisation Oceancare.

RND/ap

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