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Defekte Blitzer: Bundesweit unzählige falsche Bußgeldbescheide?

  • Ein bundesweit im Einsatz befindlicher Blitzer der Firma Leivtec soll falsche Messdaten geliefert haben.
  • Der Hersteller empfiehlt, keine Messungen mehr mit diesen Geräten durchzuführen.
  • Der ADAC geht noch weiter: Vorerst sollen alle offenen Bußgeldbescheide, die auf Daten dieses Blitzertyps basieren, ruhen.
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Defekte Blitzgeräte des Herstellers Leivtec sollen durch fehlerhafte Messungen zu falschen Bußgeldbescheiden geführt haben. Konkret geht es um den Blitzer „Leivtec XV3“. Von dem Typ sind in Deutschland „einige Hundert“ im Einsatz sind, wie der Hersteller auf Anfrage der „Bild“-Zeitung mitteilte. Der Hersteller selbst empfiehlt, die Messungen mit dem Gerät auszusetzen, teilte der ADAC am Mittwoch in einer Mitteilung mit.

Fehlerhafte Messungen könnte es im gesamten Bundesgebiet geben: So berichtete der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB), dass die Berliner Polizei Blitzer des Typs wegen falscher Messergebnisse seit Montag nicht mehr einsetzt. Allein in Berlin könnten zehntausende vermeintliche Temposünder von den Falschmessungen betroffen sein, wie der RBB schreibt. Auch in Trier sollen die Messungen laut „Trierischer Volksfreund“ ausgesetzt worden sein.

Hersteller empfiehlt auf Messungen zu verzichten

Der Hersteller Leivtec empfiehlt nach Angaben des ADAC selbst, auf Messungen mit seinem Gerät Leivtec XV3 zu verzichten. „Aus Sicht des ADAC ist das ein richtiger Schritt, um Geschwindigkeitsüberschreitungen klar und für betroffene Autofahrer nachvollziehbar zu verfolgen. Daher sollten alle noch offenen Verfahren, denen eine Messung mit diesem Gerät zu Grunde liegt, ruhen, bis diese Fragen geklärt sind“, so der Automobilclub.

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Defekte Blitzer: Bundesanstalt prüft Fehlmessungen

Dem ADAC zufolge sind Probleme mit dem Leivtec-Gerät seit Herbst 2020 bekannt. Derzeit prüft die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig die Messungen des Geräts. Die Versuche von Sachverständigen hätten gezeigt, dass „in speziellen Fällen Geschwindigkeitsmesswerte ausgegeben werden, die die Verkehrsfehlergrenzen verletzen, insbesondere auch zu Ungunsten des Betroffenen. Diese Ergebnisse konnten im Grundsatz an der Referenzanlage der PTB reproduziert werden“, schreibt die Bundesanstalt in einer Mitteilung vom 12. März.

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Die PTB habe daraufhin umgehend den Hersteller und die zuständigen Stellen der Markt- und Verwendungsaufsichtsbehörden informiert und mit intensiven eigenen Versuchen begonnen. Die Ergebnisse stünden noch aus.

RND/goe

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