• Startseite
  • Panorama
  • Crime Time: Zehnter Todestag von „Columbo“ und viel Krimistoff trotz Sommerpause

Crime Time: Zehnter Todestag von „Columbo“ und viel Krimistoff trotz Sommerpause

  • „Columbo“ war in den Siebzigern und Achtzigern der Krimiheld auf dem Fernsehbildschirm.
  • Nun steht der zehnte Todestag des Darstellers Peter Falk an – und wir werfen in unserer neuen Crime Time-Ausgabe einen Blick auf sein Erbe.
  • Außerdem: Wie Sie die „Tatort“- und „Polizeiruf“-Sommerpause mit anderem Krimistoff überbrücken können.
Anzeige
Anzeige

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie früher „Columbo“ geschaut? Oder werfen vielleicht immer noch ab und zu einen Blick in die alten Filme? Die berühmte Krimireihe um den gleichnamigen Inspektor Columbo wurde zwar bereits 2003 zum zweiten Mal eingestellt, doch der feinsinnige, so oft unterschätzte Ermittler bleibt für seine Fans bis heute unvergessen. Und mit ihm, unweigerlich mit dieser Rolle verbunden, Hauptdarsteller Peter Falk, dessen Tod sich in diesem Monat zum zehnten Mal jährt. Dass die letzten neuen Fälle vor fast 20 Jahren über die Bildschirme flimmerten, ändert nichts am Kultstatus Falks.

Der geniale Ermittler kannte den Täter meist schon früh, suchte nur noch nach Beweisen dafür und tat das mit seiner schusseligen Art auf so geschickte Weise, dass die Verbrecher, meist aus dem Milieu der Schönen und Reichen, es gar nicht merkten, wie sie in sein Visier gerieten, gar mit ihm sympathisierten. „Columbo“ war von den Siebzigerjahren bis in die 2000er-Jahre für viele ein Fernseherlebnis, wie es heute für viele der „Tatort“ oder „Polizeiruf 110″ am Sonntagabend ist.

Anzeige

Anders als beim „Tatort“, wo das Privatleben der Ermittler oft eine Rolle spielt, weiß man über Columbo übrigens relativ wenig, selbst sein Vorname wird offiziell nie erwähnt. Während in einem späteren Roman Columbo den Vornamen Christopher bekommt, kursieren im Netz Screenshots eines Dienstausweises mit dem Namen Frank. Eine offizielle Aussage der Macher der Serie dazu gab es aber nicht.

Und wo wir gerade bei „Tatort“ waren: Der letzte „Tatort“ vor der Sommerpause lief bereits am vergangenen Wochenende, der letzte neue „Polizeiruf 110″ mit dem Titel „Frau Schrödingers Katze“ folgt am 20. Juni. Weil das Ostpendant zum „Tatort“ in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum feiert, laufen noch bis zum Ende des Monats zahlreiche Wiederholungen aus den letzten Jahren und Jahrzehnten. Unter anderem gibt es am 14. Juni im MDR eine „Lange ‚Polizeiruf 110‘-Nacht“, bei der gleich drei Krimis aus den Jahren 2013, 1995 und 1997 in Folge gezeigt werden.

Wer keine Lust auf Wiederholungen hat und nicht bis zum Ende der Sommerpause am 29. August auf neues Material warten will, wird auf jeden Fall bei den Streaminganbietern fündig. Mein Kollege Matthias Halbig hat hier für Sie eine Menge streambare Thrilleralternativen zum Sonntagabendkrimi zusammengetragen, darunter beispielsweise die Serie „Mare of Easttown“ mit Kate Winslet oder „Ripper Street“, inspiriert durch die Geschichte um Serienkiller Jack The Ripper.

Und wer mal wieder in alten (Krimi-)Zeiten schwelgen will, kann natürlich auch auf „Columbo“ zurückgreifen. Einige Abenteuer des Ermittlers im abgewetzten, beigefarbenen Trenchcoat gibt es unter anderem bei Amazon Prime, aber auch immer wieder im Free-TV, beispielsweise auf Sat.1 Gold.

Anzeige

Also: Viel Spaß mit dem neuen und kultigen Krimistoff!

Ihre Hannah Scheiwe

Anzeige

Augenzeugen

„Terra X: Der Galapagos-Krimi“: Rätselhaftes Verschwinden auf einsamer Insel

Was sich 1934 auf der Galapagosinsel Floreana abspielte, klingt nach einem spannenden Thriller von Alfred Hitchcock. Die Hauptrollen in dem bis heute nicht aufgeklärten Fall spielen ein paar Aussteiger aus Deutschland sowie eine falsche Baronin und deren zwei Liebhaber, die auf dem abgelegenen Eiland mitten im Pazifik aufeinandertreffen und eine explosive Mischung bilden. Dann verschwinden zwei Menschen spurlos, zwei weitere sterben unter mysteriösen Umständen.

„Die ‚Galapagos-Affäre‘ schlug publizistisch hohe Wellen, Zeitungen aus aller Welt berichteten in den Dreißigerjahren über die seltsamen Ereignisse auf der abgelegenen Insel, später gab es Bücher und Filme darüber“, berichtet RND-Kritiker Martin Weber in seiner Filmkritik über die Hintergründe dieses echten Kriminalfalls, der nun auch im Mittelpunkt der packenden Dokumentation „Der Galapagos-Krimi“ von 2020 steht, die das ZDF am 13. Juni im Rahmen der Reihe „Terra X“ wiederholt.

„Der Galapagos-Krimi“ ist am Sonntag, 13. Juni, ab 19.30 Uhr im ZDF zu sehen.

„They Want Me dead: Angelina Jolie schützt Jungen vor Killern und Feuer

Anzeige

„Du bist dünn“, sagt der besorgte kleine Connor zur Feuerwehrfrau Hannah. „Ich bin schlank“, lächelt die ihn an. Eine kleine wohlig warme Gefühlsduselei in dem rasanten Actionthriller „They Want Me Dead“. In dem Angelina Jolie mit dem Jungen vor zwei Killern („Game of Thrones“-Star Aidan Gillan und Nicholas Hoult) wegläuft – in einen fauchenden und brüllenden Waldbrand hinein. Feuer von zwei Seiten – ein „Katz-und-Maus-Spiel mit Karacho und bösem Witz“, urteilt unsere Autorin Margret Köhler.

Inszeniert hat die Produktion Taylor Sheridan. Der drehte „Wind River“ (2017), worin Jeremy Renner Jagd auf den Mörder einer jungen Indianerin machte. Und schickte (als Drehbuchautor) Emily Blunt als FBI-Frau Kate Macer in „Sicario“ (2015) in den Drogenkrieg.

„They Want Me Dead“ ist ab sofort bei Sky streambar.

Thriller „Inheritance“: Im Bunker hört dich keiner schreien

Als Laurens Vater stirbt, geht die Tochter beim Erbe quasi leer aus. Seine Ehefrau bekommt alle Immobilien und Daddys Wahlrecht im Aufsichtsrat, Sohn Will werden 20 Millionen Dollar zugesprochen, aber Lauren (Lily Collins) bekommt nur eine Million. Und erhält vom Notar noch einen ominösen gelben Umschlag, der ihr Zugang zu einem Bunker mit einem schockierenden Geheimnis gewährt.

Was in dem Bunker auf die junge Staatsanwältin wartet, ist – natürlich – kein wertvoller Piratenschatz. Stattdessen ist hier seit 30 Jahren Morgan Warner (Simon Pegg, Komödiant, weltweit bekannt als Scotty aus J. J. Abrams‘ „Star Trek“-Filmen) eingekerkert und sieht in der Dunkelheit erst mal wie ein Waldschrat aus, „fast wie der Wookiee Chewbacca aus ‚Star Wars‘“, wie RND-Redakteur Matthias Halbig findet. Der Sky-Film „Inheritance“ hätte demnach eigentlich alle Zutaten für einen nervenaufreibenden Thriller. Leider folgt dann viel Geschwätz und die Protagonistin (und nicht nur sie) macht notorisch das Falsche, als wäre sie die Hauptdarstellerin in einem altmodischen Horrorfilm.

Anzeige

„Inheritance“ ist ab dem 18. Juni bei Sky streambar.

„Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze“: Eine pausbäckige Boulevardkomödie

Seit wann helfen Kriminalkommissarinnen alten Damen dabei, ihre entlaufene Katze wiederzufinden? Diese Frage werden sich sicherlich viele stellen, wenn am Sonntag, 20. Juni, der letzte „Polizeiruf 110″ vor der Sommerpause über den Bildschirm flimmert und die Polizistin Bessie Eyckhoff (Verena Altenberger) Steckbriefe vermisster Haustiere in München aufhängt. „Frau Schrödingers Katze“ heißt auch der Krimi, in dem dann doch noch ein Mord passiert.

Seit wann helfen Mordermittlerinnen wie Bessie Eyckhoff (Verena Altenberger) bei der Suche nach entlaufenen Katzen? Diese Frage stellen sich sicher viele Zuschauerinnen und Zuschauer zu Anfang des neuen Falls. © Quelle: BR/Geißendörfer Pictures/Hendrik Heiden

Doch von dem „Polizeiruf″-Abschied in einen langen Sommer hat sich RND-Rezensent Lars Grote offenbar mehr versprochen: Altenberger, die das Erbe von Matthias Brandt angetreten hat und nun in ihrem dritten Fall in dieser Kommissarinnenrolle zu sehen ist, spielt seiner Meinung nach „so sympathisch, dass es schmerzt“. Er versteht zwar, dass die Krimireihe mit neuer Besetzung auch zu neuen Ufern streben und nicht dem zuvor von Brandt perfektionierten hoffnungslosem, dunklem, rätselhaftem Spiel hinterherhecheln will. „Doch aus dem Anspruch des Gemütsstücks wird hier eine pausbäckige Boulevardkomödie“.

Der „Polizeiruf: Frau Schrödingers Katze“ läuft am Sonntag, 20. Juni, ab 20.15 Uhr in der ARD.

„Der Nebelmann“: narzisstischer Kommissar, perfekt gespielt

In der kleinen Gemeinde Avechot in Südtirol verschwindet ein Mädchen. Jeder kennt hier jeden, aber niemand will etwas gesehen haben. Mittendrin: der narzisstisch veranlagte Sonderermittler Vogel (Toni Servillo), der eigentlich nur einen schnellen Ermittlungserfolg will. Er ist durch spektakuläre Fälle zum Medienstar geworden und begreift die Macht der TV-Kameras auch als Ermittlungs­instrument. Durch die Berichterstattung soll Druck aufgebaut und der Täter zu Fehlern verleitet werden. Ob der Verdächtige auch tatsächlich der Entführer ist, scheint dabei für Vogel fast Nebensache zu sein.

„Toni Servillo ist für den italienischen Film das, was Lars Eidinger vielleicht einmal in zwanzig Jahren für das deutsche Kino sein wird: ein Tausendsassa, ein Getriebener, der durch seine kreative Ruhelosigkeit zur Ikone aufgestiegen ist“, schreibt RND-Autor Martin Schwickert über den Hauptdarsteller von „Der Nebelmann“. In seiner Rolle des Kommissars Vogel lege Servillo „alle Tour-de-Force-Allüren ab und überzeugt durch eine absolut kontrollierte Performance, in der er den Narzissmus seiner Figur mit minimalistischer Perfektion herausarbeitet“. Der ZDF-Krimi ist ein fein gearbeitetes, stimmig inszeniertes Genrestück, das seine subtile Spannung bis zur finalen Enthüllung aufrechterhält, befindet er. Eine klare Sehempfehlung.

„Der Nebelmann“ macht am Montag, 21. Juni, um 22.15 Uhr im ZDF den Auftakt für die Filmreihe „Europäisches Kino“.

Crime Time Welche Filme und Serien dürfen Krimi-Fans nicht verpassen? Mit unserem Newsletter Crime Time sind Sie uptodate. Gleich kostenlos abonnieren und alle zwei Wochen eine neue Ausgabe lesen.

Neueste Ermittlungen

„Tatort“ und „Polizeiruf“ gehen zwar in die Sommerpause – die Schauspieler allerdings nicht unbedingt. Vergangene Woche sind zum Beispiel die Dreharbeiten für den 40. Münster-„Tatort“ gestartet. In der Jubiläumsfolge „Des Teufels langer Atem“ begibt sich Kommissar Thiel (Axel Prahl) mithilfe des Rechtsmediziners Boerne (Jan Josef Liefers) auf Spurensuche in die eigene berufliche Vergangenheit. Zu sehen sein wird der Krimi dann im kommenden Jahr.

Dann heißt es wieder: Knackt der Münster-„Tatort“ den Zuschauerrekord? Er gilt als einer der beliebtesten – an den guten Quoten hat sich auch nichts geändert, als Liefers wegen seiner Teilnahme an der Aktion #allesdichtmachen in die Kritik geraten ist. Mehr als 14 Millionen Menschen schalteten beim letzten Fall der beiden ein – trotz vorheriger Boykottaufrufe.

Im Verhör

Über letzteres Thema hat meine Kollegin Geraldine Oetken übrigens auch mit Maria Furtwängler, vielen als Ermittlerin Charlotte Lindholm aus dem Göttinger „Tatort“ bekannt, gesprochen. Denn die Schauspielerin stand noch vor der #allesdichtmachen-Aktion mit Jan Josef Liefers für die Corona-Comedyserie „Ausgebremst“ vor der Kamera – und würde es auch jetzt wieder tun. „Ich schätze ihn sehr, als Mensch und als Kollegen“, sagt sie. Im Interview spricht sie außerdem auch über Humor in der Corona-Krise und ihren Dreh mit Udo Lindenberg für einen neuen „Tatort“, den sie erstmals auch selbst produziert.

Maria Furtwängler (l.) produziert ihren ersten "Tatort" – und darf mit Udo Lindenberg (2.vl.) gleich auf prominente Unterstützung setzen. Ebenfalls im Foto zu sehen: Regisseur Detlev Buck (2.v.r.) und Schauspieler Jens Harzer (r.). © Quelle: NDR/Frizzi Kurkhaus

Am Tatort

Zum zehnten Todestag von „Columbo“-Star Peter Falk am 23. Juni hat sich RND-Autor Martin Weber in alte Zeiten zurückversetzt und eine Hommage auf den schusselig-genialen Inspektor Columbo und seinen Darsteller geschrieben. Der Amerikaner brachte es zwar erst in der Rolle zu Weltruhm, hatte aber auch vorher schon eine beachtliche Filmkarriere vorzuweisen. An der ersten Einstellung der Krimireihe im Jahr 1978 hatte er aber auch seinen Anteil: Der Schauspieler soll während der Dreharbeiten zunehmend launisch aufgetreten sein und immer höhere Gagen gefordert haben, sodass die Produzenten schließlich die Notbremse zogen. Doch „Columbo“ kehrte 1989 zurück, gedreht wurden bis 2003 in loser Folge noch einmal einige abendfüllende Fälle mit dem schlitzohrigen Ermittler.

Kriminalstatistik

Der „Tatort“ geht 90 Minuten, dann ist der Mord aufgeklärt? Das stimmt so nicht ganz – zumindest nicht immer. Nur 62 Minuten dauerte der kürzeste „Tatort“: Es handelt sich dabei um die Folge „Tod auf dem Rastplatz“ aus dem Jahr 1981. Insgesamt gab es in den vergangenen 50 Jahren 32 „Tatorte“, die kürzer als 80 Minuten waren. Inzwischen dauern die Folgen aber tatsächlich nahezu immer knapp 90 Minuten.

Abonnieren Sie auch:

Der Tag: Erhalten Sie jeden Morgen um 7 Uhr das Nachrichten-Briefing vom RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Hauptstadt-Radar: Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel mit dem 360-Grad-Blick auf die Politik im Superwahljahr. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

What’s up, America? Der wöchentliche USA-Newsletter liefert Hintergründe zu den Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur – immer dienstags.

Die Pandemie und wir: Die wichtigsten Nachrichten der Woche, Erkenntnisse der Wissenschaft und Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

Das Stream-Team: Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix und Co. – jeden Monat neu.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen