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Inzwischen mehr als 300 Virus-Tote und 14.000 Infektionen in China

  • Das Coronavirus greift weiter um sich, aus China werden täglich immer höhere Patientenzahlen und Todesfälle gemeldet.
  • Die Deutschen, die von dort ausgeflogen wurden, müssen unterdessen in Rheinland-Pfalz in einer Kaserne ausharren - und das wohl mindestens zwei Wochen lang.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor Verschwörungstheorien.
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Peking/Germersheim. Während sich das neuartige Coronavirus in China weiter rasant verbreitet, haben über 100 von dort ausgeflogene Passagiere ihre Quarantänestation in Deutschland erreicht. Zwei von ihnen wurden in der Südpfalz-Kaserne in Germersheim positiv auf das Virus getestet. Sie waren am Samstag aus der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei ausgeflogen worden, die besonders stark von der Lungenkrankheit betroffen ist und als Ursprungsort der Epidemie gilt. Allein von dort wurden nun binnen eines Tages 45 weitere Todesfälle gemeldet.

Die aus China ausgeflogenen Deutschen sollen mindestens 14 Tage in der Südpfalz-Kaserne in Germersheim bleiben - so lange dauert die maximale Inkubationszeit, also die Frist von der befürchteten Ansteckung bis zum möglichen Krankheitsausbruch. An dem Standort eines Luftwaffenausbildungsbataillons stehen für sie 128 Zimmer in einem 2018 fertiggestellten Gebäude bereit.

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Coronavirus: Erster Toter außerhalb Chinas
1:05 min
An dem neuartigen Coronavirus ist offenbar erstmals ein Mensch außerhalb Chinas gestorben.
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Erster Coronavirus-Todesfall außerhalb Chinas

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Die chinesische Gesundheitskommission teilte am Sonntag in Peking mit, dass die Lungenkrankheit mit den neuen Todesfällen in Hubei nun insgesamt 304 Menschen in China das Leben gekostet habe. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen kletterte demnach so schnell wie noch nie innerhalb eines Tages - um 2580 auf 14.380 Fälle. Weltweit haben sich inzwischen mehr als 14.550 Menschen angesteckt - davon acht in Deutschland.

Am Sonntag meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den ersten bestätigten Todesfall außerhalb der Volksrepublik: Ein am 21. Januar auf die Philippinen gereister Chinese aus Wuhan sei am Samstag gestorben, seine Begleiterin erkrankt. Bei ihnen handelt es sich laut WHO um die einzigen nachgewiesenen Infektionsfälle auf den Philippinen. Mögliche Kontaktpersonen würden untersucht.

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Zehn Coronavirus-Infizierte in Deutschland

Durch die zwei Neuinfektionen ist die Gesamtzahl der Fälle in Deutschland auf zehn gestiegen. Die Betroffenen in Bayern befinden sich nach Auskunft des bayerischen Gesundheitsministeriums in guter Verfassung. Das gelte auch für den achten Fall, der erst am Samstagabend bekannt geworden war. Es handelt sich nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) um einen 33-jährigen Mann aus München. Alle in Deutschland bestätigten Fälle stehen im Zusammenhang mit der Firma Webasto in Bayern. Darunter sind sieben Angestellte des Autozulieferers, außerdem hat einer von ihnen sein Kind angesteckt.

Mit Blick auf die Angehörigen der Infizierten in Bayern, die nun teilweise von ihrer Umgebung gemieden würden, betonte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Bevölkerung solle "zwar mit Wachsamkeit, aber auch mit der nötigen Gelassenheit" mit dem Thema Coronavirus umgehen. "Was mir am meisten Sorgen macht, sind die Verschwörungstheorien aller Art, die zurzeit in sozialen Medien verbreitet werden und die nur ein Ziel haben: Unsicherheit zu verbreiten."


Ein weiterer mit dem Virus infizierter Deutscher wurde auf der Kanareninsel La Gomera registriert. Es ist der erste bekannte Fall in Spanien. Der Mann sei mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen, teilte die spanische Regierung mit.

Schulen und Universitäten in Provinz Hubei bleiben geschlossen

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Weil sich keine Entspannung der Krise abzeichnet, haben die Behörden in der Provinz Hubei und andernorts die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest auf unbestimmte Zeit verlängert. Millionen Menschen sind durch das Land oder ins Ausland gereist, um gemeinsam mit Angehörigen zu feiern. Mit der Maßnahme wollen die Behörden nun verhindern, dass Millionen Menschen in ihre Heimatstädte zurückkehren und sich das Virus dann weiterverbreiten könnte.

Auch sämtliche Schulen und Universitäten in der Provinz verschoben den Beginn des neuen Semesters auf unbestimmte Zeit. Selbst in der weit entfernten Industriemetropole Wenzhou im Südosten Chinas dürfen Amtsstuben erst am 9. Februar wieder öffnen, Unternehmen erst mehr als zwei Wochen später und die Schulen am 1. März.

RND/dpa/AP

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