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Corona-Tests an Flughäfen: Acht Reisende aus Großbritannien positiv getestet

  • An verschiedenen Flughäfen Deutschlands mussten Passagiere im Terminal übernachten - aus Sorge wegen der in Großbritannien aufgetauchten Coronavirus-Variante.
  • Acht Fluggäste sind bislang infiziert.
  • Eines ist aber noch immer unklar.
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Aus Sorge wegen der in Großbritannien entdeckten Variante des Coronavirus haben viele Passagiere die Nacht an deutschen Flughäfen verbracht. Von den am Sonntag am Hamburger Flughafen getesteten Passagieren aus Großbritannien sind sieben Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei einem Fluggast in Hannover hat sich ebenfalls eine Infektion bestätigt.

Zum Schutz vor der Mutation dürfen seit Montag bis zunächst zum 31. Dezember keine aus Großbritannien kommenden Flugzeuge mehr in Deutschland landen. Das hatte das Bundesverkehrsministerium verfügt. Die neue Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, hatte Premierminister Boris Johnson am Samstag gesagt.

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Staus und Warteschlangen - Virus-Mutation sorgt für Unruhe an Flughäfen und Bahnhöfen
2:01 min
Neue Reiseeinschränkungen in Großbritannien und auf dem Kontinent haben am Wochenende zu großem Andrang an Flughäfen und Bahnhöfen geführt.  © Reuters
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Hannover: 62 Passagiere mussten im Flughafen übernachten

62 Passagiere aus London mussten die Nacht auf dem Flughafen Hannover verbringen - bei einem Fluggast hat sich eine Infektion bestätigt. Weitere Labortests sollten nun klären, ob der Passagier sich mit der neuen, besonders ansteckenden Virus-Variante infiziert habe, teilte die Region Hannover am Montag mit.

Der betroffene Fluggast in Hannover und die Begleitpersonen sollten nach Angaben der Region in einem Quarantäne-Transport zu ihrem Zielort gebracht werden. Dort müssten sie „separiert“ werden. Die übrigen Passagiere hätten ein negatives Testergebnis erhalten, sie müssten nun aber an ihrem jeweiligen Zielort ebenfalls für zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen hätten sie aber die Möglichkeit, sich „frei-testen“ zu lassen - bei einem erneut negativen Testergebnis könne die Quarantäne vorzeitig beendet werden. Eine Frau, die zu den ursprünglich 63 Fluggästen aus Heathrow zählte, flog zurück nach London.

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Neue Mutation: Bundesregierung verhängt Verbot von Flügen aus Großbritannien
1:09 min
In Großbritannien verbreitet sich derzeit eine Mutation des Coronavirus. Die Bundesregierung und andere europäische Länder reagierten mit einem Flugverbot.  © Reuters

Am Airport Hannover in Langenhagen wurde laut der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ)“ ein mobiles Testzentrum des Deutschen Roten Kreuzes errichtet. Außerdem wurden Feldbetten im Terminal D aufgebaut, die Passagiere wurden dort auch verpflegt. Es herrsche „große Vernunft“, die Reisenden zeigten „ziemlich viel Verständnis für die Maßnahmen“, betonte ein Sprecher der Bundespolizei.

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Das Terminal D wird nach Angaben einer Flughafensprecherin normalerweise nur als Ausweichort bei Umbauarbeiten eines anderen Terminals oder für die Ankunft von Flüchtlingen genutzt - und ist für den Publikumsverkehr ohnehin gesperrt. Nach der Abreise der Fluggäste aus London wirkte das Gebäude wieder verlassen, von außen gab es keine Hinweise auf die Unterbringung der Menschen. Das Gebäude, das etwa so groß wie ein Fußballplatz ist, liegt rund 100 Meter entfernt von den anderen größeren Terminals. Es werde geprüft, wie die Halle nun gereinigt werden soll, sagte die Sprecherin. Dafür werde man sich bei Firmen, die sich auf professionelle Desinfektion spezialisiert haben, informieren.

Hamburg: Sieben Fluggäste aus Großbritannien positiv getestet

Von den am Hamburger Flughafen aus Großbritannien eingereisten Passagieren sind sieben Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. „In Hamburg sind am Sonntag noch drei Flüge aus Großbritannien angekommen. In diesen drei waren insgesamt sieben Personen, die bei den Schnelltests positiv getestet wurden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Montag in Hamburg. Ob es sich bei dem Virus um die möglicherweise ansteckendere Variante aus Großbritannien handelt, konnte sie nicht sagen.

Alle 74 Passagiere aus Großbritannien am BER negativ getestet

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Die am BER gestrandeten Flugpassagiere aus Großbritannien durften den Flughafen am Montag verlassen. Die 74 Reisenden seien mit Schnelltests negativ auf das Coronavirus getestet werden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Montag. Die Passagiere waren an Sonntag mit Flügen aus Großbritannien gekommen. Unter ihnen waren 43 polnische Staatsbürger. Zunächst war die Gesamtzahl mit 77 angegeben worden. Drei britische Staatsbürger seien jedoch freiwillig in ihre Heimat zurückgereist.

Reisende übernachten am Flughafen Frankfurt

Ähnlich erging es auch Reisenden am Frankfurter Flughafen. Dort waren am Sonntagabend noch fünf Flüge aus Großbritannien eingetroffen. Rund 120 Passagiere aus Großbritannien mussten die Nacht zum Montag im Transitbereich verbringen. Am Montag gab es nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei ähnliche Anweisungen für Reisende aus Südafrika: Während einreisende Deutsche sich sofort in Quarantäne begeben müssen, müssen Südafrikaner und Reisende aus Drittstaaten, die mit einem Flug aus Südafrika ankommen, zunächst einen Coronatest machen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei berichtete, wurden mehrere hundert ankommende Passagiere aus Großbritannien seit Sonntagabend zunächst am Gate separiert. In einem im Transitbereich gelegenen Testzentrum mussten sie zunächst einen Corona-Test machen. Obwohl mit dem Betreiber längere Öffnungszeiten vereinbart worden waren, konnten nicht alle Reisenden getestet werden beziehungsweise ihr Ergebnis erfahren und mussten die Nacht daher auf dem Flughafen verbringen. Am Montagvormittag warteten noch 70 Reisende auf ihr Testergebnisse, insgesamt 87 waren nach Angaben der Bundespolizei noch ungetestet, unter ihnen 58 Passagiere eines Lufthansa-Fluges aus Südafrika.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei berichtete, wurden mehrere hundert ankommende Passagiere vorerst in einem Transitbereich untergebracht, wo sie in einem Testzentrum einen Corona-Test machen sollten. Obwohl mit dem Betreiber längere Öffnungszeiten vereinbart worden waren, konnten nicht alle Reisenden getestet werden beziehungsweise ihr Ergebnis erfahren und mussten die Nacht daher auf dem Flughafen verbringen. Am Montagmorgen warteten nach Angaben der Bundespolizei noch knapp 100 Reisende auf das Ergebnis.

50 Passagiere aus Großbritannien übernachten auf Flughafen München

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Rund 50 Passagiere aus Großbritannien mussten nach Angaben der Bundespolizei die Nacht zum Montag im Transitbereich des Münchner Flughafens verbringen. Wie ein Sprecher der Bundespolizei am Montag sagte, mussten die betroffenen Passagiere ihr Testergebnis abwarten, bevor sie nach Deutschland einreisen durften. Ein Großteil der Fluggäste erhielt nach Angaben der Bundespolizei bis zum Montagvormittag Testergebnisse. Ein Sprecher sagte, er gehe davon aus, dass die letzten Reisenden den Flughafen am Nachmittag verlassen konnten. Für Auskünfte über die Testergebnisse verwies er ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Eine Anfrage dort blieb zunächst unbeantwortet.

Stuttgart und Karlsruhe: Knapp 300 Passagiere aus London negativ getestet

Im Südwesten ist die hoch ansteckende Mutation des Coronavirus bislang nicht aufgetaucht. Alle 151 Passagiere und Crew-Mitglieder aus einer Maschine aus London, die am Sonntagabend am Stuttgarter Flughafen eintrafen, seien negativ getestet worden, bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag. Sie wurden noch direkt am Flughafen getestet. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden landete am Sonntagabend ebenfalls eine Maschine aus London. An Bord waren 134 Passagiere, die nach einem negativen Corona-Schnelltest alle nach Deutschland einreisen durften, wie eine Mitarbeiterin des Flughafens am Montag auf Anfrage sagte. Gegen Mitternacht verließ zudem eine vorerst letzte Maschine nach Großbritannien den Flughafen.

Die Virus-Mutation ist nach britischen Behördenangaben bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form und weitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus. Für die Region ordneten die Behörden einen Shutdown mit Ausgangs- und Reisesperren an.

RND/ak/dpa

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