Corona-Regelbrecher in China öffentlich gedemütigt

  • In China sind mindestens vier mutmaßliche Corona-Regelbrecher öffentlich zur Schau gestellt worden.
  • Die Beschuldigten wurden laut Staatsmedien in weißen Schutzanzügen durch die Stadt Jingxi geführt.
  • Ihr Vergehen: Sie hatten trotz pandemiebedingt geschlossener Grenzen Migranten ins Land gebracht.
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Peking. Mindestens vier mutmaßliche Regelbrecher der strengen Corona-Maßnahmen in China sind in einer Stadt im Süden des Landes öffentlich zur Schau gestellt worden. Wie Staatsmedien am Mittwoch berichteten, wurden die Beschuldigten in weißen Schutzanzügen vor einer großen Menschenmenge in der Stadt Jingxi in der autonomen Region Guangxi vorgeführt. Den Personen wird vorgeworfen, illegale Migranten beim Grenzübertritt aus dem nahe gelegenen Vietnam geholfen zu haben. Seit Ausbruch der Pandemie sind Chinas Landesgrenzen aufgrund der Angst vor importierten Corona-Fällen praktisch geschlossen.

Auf sozialen Medien kursierten am Dienstag Kurzvideos, auf denen die Verdächtigen Plakate mit ihren Fotos und Namen tragen, während sie von jeweils zwei Sicherheitskräften durch belebte Straßen geführt werden. Die Parade wird von Dutzenden Polizisten bewacht, einige von ihnen sind bewaffnet.

Zuspruch in sozialen Netzwerken

Auf Chinas sozialen Medien erhalten die drastischen Maßnahmen der Behörden teilweise Zuspruch. „Solche Leute haben es verdient. Was wäre, wenn die das Virus ins Land brächten?“, schreibt ein Nutzer auf der Online-Plattform Weibo.

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Die Szenen erinnern stark an die öffentlichen Demütigungen, wie sie während der Kulturrevolution (1966-76) unter Mao Tsetung üblich waren. Die chinesische Regierung hatte das Zurschaustellen von Kriminellen im Jahr 2010 vollständig verboten, doch in den letzten Monaten ist die Praxis im Zuge der strengen Corona-Maßnahmen wiederholt aufgetaucht.

RND/dpa

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