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Corona-Pandemie in Görlitz: Im Krematorium stapeln sich die Särge

  • Der Landkreis Görlitz ist einer von jenen, die am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffen sind.
  • Mitarbeiter von Krematorien und Friedhöfen haben mit der doppelten Anzahl von Toten zu tun als sonst.
  • Särge müssten inzwischen gestapelt werden, erzählen Mitarbeiter.
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Jeder 427. Bewohner des Landkreis Görlitz ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie an oder mit Covid-19 gestorben. In der vergangenen Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei mehr als 700 (Stand 13.1.). Wo sonst 70 Mitarbeiter im Gesundheitsamt arbeiten, sind es derzeit 700, berichtet der MDR.

Friedhöfe und Krematorien kommen an die Kapazitätsgrenzen, wie die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) berichtet. Dort erzählen Mitarbeiter von ihrem Alltag in der Pandemie: von gestapelten Särgen im Kühlraum, weil mehr Leichen ankommen als eingeäschert werden können, von Särgen auf Fluren oder in Trauerhallen – was nur aufgrund der Kälte im Winter überhaupt möglich ist.

Corona in Sachsen: Doppelt so viele Einäscherungen wie vor der Pandemie

Auf dem Görlitzer Friedhof sind demnach fast doppelt so viele Verstorbene einzuäschern wie im vergangenen Jahr. Im November waren es 213 (2019: 133), im Dezember 332 (2019: 120) und im Januar seien es bereits jetzt mehr als 130 Tote, berichtet Evelin Mühle, Leiterin des Friedhofs der LVZ. „Neulich kamen an einem einzigen Tag mehr als 20 Särge“, sagt sie. Damit das überhaupt zu schaffen sei, würden Friedhofsgärtner Gräber für die Urnen ausheben.

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Ähnlich geht es Gerold Münster, dessen Familie das Krematorium Döbeln leitet. Auch dort kommen die Mitarbeiter kaum hinterher. „Wir weichen mit den Särgen auf Flure aus oder in die Trauerhalle“, berichtet er der LVZ. „Wir rechnen im Februar mit Entspannung – wenn die Fallzahlen wieder runtergehen.“

Warum trifft es den Landkreis Görlitz so hart? Im Alter der Bevölkerung wird ein Grund für die hohe Infektions- und Todesrate vermutet: Die Bevölkerung im Landkreis Görlitz ist im Schnitt fast 50 Jahre alt, deutschlandweit liegt der Schnitt bei rund 44 Jahren.

RND/msk


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