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Corona in Ischgl: Veröffentlichte SMS bringt Tourismusbranche in Bedrängnis

  • Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt in Ischgl wegen eines Corona-Falls, welcher der Gesundheitsbehörde wahrscheinlich unterschlagen wurde.
  • Ein Nachrichtenverkehr zwischen einem ÖVP-Abgeordneten und einem Barbetreiber wirft neues Licht auf die angespannte Situation.
  • Jetzt steht die Tourismusbranche vor Ort noch mehr in der Kritik.
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Ischgl. Ischgl ist mit das beliebteste Reiseziel für Skifahrer aus ganz Europa. Wie nachgewiesen wurde, haben sich viele Touristen vor Ort mit dem Coronavirus angesteckt. Ein SMS-Verkehr zwischen einem Lokalpolitiker und dem Chef einer Après-Ski-Bar wirft nun neues Licht auf die Beziehung zwischen Tourismus und Politik im Ort.

Ermittlungen aufgenommen

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck sagte am Dienstag, dass ein Gastronomiebetrieb in Ischgl vermutlich einen Corona-Fall der Gesundheitsbehörde unterschlagen habe. Das wurde dem ZDF im Zuge einer Anfrage mitgeteilt. Demnach soll es bereits Ende Februar einen ersten Fall gegeben haben und nicht erst am 7. März. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Tourismusbranche steht in der Kritik

Die Lokalpolitik und die Tourismusbranche sind eng miteinander verbunden – der Ort lebt von den wirtschaftlichen Erzeugnissen des Tourismus, wie “Focus” berichtet. Der Skibetrieb fand erst am 15. März sein vorzeitiges Ende – das wird von vielen Seiten kritisiert.

Nun steht die Tourismusbranche weiter in der Kritik: Ein SMS-Verkehr zwischen dem Nationalratsabgeordneten Franz Hörl und dem Chef der berühmten Après-Ski-Bar Kitzloch zeigt die damalige angespannte Situation. Wie “Der Standard” berichtete, forderte der ÖVP-Abgeordnete Hörl den Betreiber der Bar am 9. März auf, seinen Laden zu schließen. Wenn er dies nicht mache, könne er “schuld am Ende der Saison in Ischgl und eventuell Tirol sein”. Weiter schrieb Hörl: “Wenn eine Kamera den Betrieb sieht, stehen wir da wie ein Hottentotten-Staat.”

Expertenkommission soll Vorwürfe klären

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Noch am selben Tag wurde die Bar geschlossen, auch weil sich anscheinend 15 Menschen dort infizierten. Hörl bestätigte gegenüber dem “Standard” die Echtheit des Nachrichtenverkehrs und sagte, es handelte sich um “eindringliche Appelle” an einen “uneinsichtig agierenden Wirt”. In den Antworten des Wirts soll dies jedoch anders klingen.

Nun soll eine unabhängige Expertenkommission die Fragen und Vorwürfe klären, wie die Tiroler Landesregierung aus ÖVP und Grünen am Dienstag ankündigte.

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RND/am



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