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Cloppenburg: Corona-Grenzwert überschritten - Regeln verschärft

  • Erstmals seit rund drei Monaten steigt die Zahl der Corona-Fälle in einem Kreis in Niedersachsen wieder so stark, dass es weitreichende Konsequenzen gibt.
  • Betroffen ist der Landkreis Cloppenburg.
  • Das Land schätzt die Lage als ernst, aber beherrschbar ein.
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Hannover/Cloppenburg. Der Landkreis Cloppenburg hat den Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen überschritten und deswegen die Regeln für einen Teil seiner Kommunen verschärft. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) bezeichnete die steigenden Infektionszahlen am Freitag als besorgniserregend. “Die Lage vor Ort ist ernst, aber nach unseren derzeitigen Erkenntnissen beherrschbar.”

Cloppenburg ist nicht der erste Kreis in Niedersachsen, der mit 61,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangen sieben Tagen den Schwellenwert von 50 überschreitet. Zuvor war dies unter anderem im Juni in Göttingen der Fall gewesen. Bundesweit gibt es immer wieder Städte und Landkreise, die den Wert zeitweise überschreiten. Am Freitag war dies auch in München der Fall.

Von lokalem Shutdown wollte Landrat nicht sprechen

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In einigen Teilen des Landkreises dürfen sich bis zum 4. Oktober privat maximal sechs Menschen treffen. Vereinen ist es untersagt, Zusammenkünfte abzuhalten, Gaststätten müssen um 22.00 Uhr schließen. Betroffen von den Maßnahmen sind die Stadt Löningen sowie die Gemeinden Essen, Lastrup und Lindern, wie Landrat Johann Wimberg am Freitag in Cloppenburg sagte.

Von einem lokalen Shutdown wollte der Landrat nicht sprechen, er fügte aber hinzu: “Wir gehen in so eine Richtung.” Zuvor waren in den betroffenen Gemeinden bereits Schulen geschlossen worden. Zudem war landkreisweit Mannschafts- und Schulsport untersagt worden.

Landkreis verhängt erste Einschränkungen für öffentliches Leben

Der Landrat sprach von “maßvollen und angemessenen” Maßnahmen. Er kündigte verstärkte Kontrollen der Einhaltung der Corona-Regeln für die kommenden Tage an. Bisher seien die Infektionszahlen im Landkreis stets sehr niedrig gewesen. Todesfälle habe es bisher keine gegeben. Daher seien manche Bürger zuletzt nachlässig bei der Einhaltung der Schutzmaßnahmen geworden.

Ministerin Reimann sagte, der Landkreis habe erste Einschränkungen für das öffentliche Leben verhängt. “Wenn die Zahl der Neuinfektionen nach den aufgrund der bereits ergriffenen Maßnahmen nicht zurückgeht, werden jedoch auch weitere, lokal begrenzte Maßnahmen nötig sein.” Es müsse aus Sicht des Gesundheitsministeriums aber nicht zwangsläufig zu einem kompletten Lockdown des gesamten Landkreises kommen.

Bürger sollten sich über Bestimmungen am Zielort erkundigen

Der Landkreis warnte seine Bewohner vor möglichen Problemen, in andere Regionen zu fahren. So gibt es in einigen Bundesländern die Regel, dass dort Menschen aus Kreisen mit zu hohen Infektionszahlen nicht mehr übernachten dürften. “Das Überschreiten der kritischen Marke kann zu Einschränkungen bei privaten oder beruflichen Reisen in Gebiete außerhalb des Landkreises Cloppenburg führen”, hieß es. “Auch die Ausübung des Berufs außerhalb des Landkreises könnte für Pendler ein Problem darstellen.”

Die Bürger sollten sich über die Bestimmungen am Zielort erkundigen. “Es kann unter anderem vorkommen, dass am Zielort für den Aufenthalt oder eine berufliche Tätigkeit ein negatives Covid-19-Testergebnis vorgelegt werden muss.”

Fast eine ganze Fußballmannschaft samt Trainer positiv getestet

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Aktuell wurden von Donnerstag auf Freitag 28 neue Infektionen im Kreis Cloppenburg gemeldet, insgesamt waren es 105 in den vergangenen sieben Tagen, unter dem Strich sind aktuell 145 Menschen als akute Corona-Fälle registriert.

Der Anstieg im Kreis Cloppenburg geht vor allem auf Ausbrüche in der Stadt Löningen zurück. Dort war vergangene Woche fast eine ganze Fußballmannschaft samt Trainer positiv getestet worden, es gab nach Angaben des Kreises auch Fälle in einem Altenheim und in Schulen, außerdem sind Menschen aus einem Schlacht- und Zerlegebetrieb infiziert. Der Sprecher des Sozialministeriums führte den Anstieg auch auf Angehörige von Pfingstgemeinden und Reiserückkehrer zurück.

Auch in Region Hannover gehen Zahlen langsam hoch

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Die Ordnungsbehörden kündigten intensivere Kontrollen in Bussen an - Schülern, die bewusst fahrlässig die Maskenpflicht verletzen, drohen demnach Bußgelder statt Ermahnungen.

Niedersachsenweit wurden seit März 18.622 Infektionen mit dem Corona-Virus nachgewiesen, seit Donnerstag kamen 194 Fälle dazu. Am zweitstärksten betroffen in Niedersachsen war am Freitag der Landkreis Peine mit 24,5 Infektionen auf 100,000 Einwohner in sieben Tagen. Auch in der Region Hannover gehen die Zahlen langsam hoch, dort kamen seit Donnerstag 40 Neuerkrankungen hinzu, der 7-Tages-Wert liegt bei 23,4.

In Göttingen waren im Sommer zwei Wohnkomplexe von Corona-Ausbrüchen betroffen gewesen, dort wurden unter anderem 700 Einwohner eines der Gebäudekomplexe unter Quarantäne gestellt.

RND/dpa

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