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Corona-Ausbruch bei Tönnies: 7000 Menschen in Quarantäne - mittlerweile 657 Infizierte

  • Nach einem Corona-Ausbruch bei Tönnies mit mindestens 657 Infizierten muss der Schlachtbetrieb nun schließen.
  • Die Schlachtungen wurden bereits am Mittwochmittag eingestellt.
  • Der Kreis Gütersloh stellt rund 7000 Menschen unter Quarantäne.
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Rheda-Wiedenbrück. Wegen des Corona-Ausbruchs mit mittlerweile mindestens 657 Infizierten ist der Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gestoppt. Die Schlachtungen seien bereits am Mittwochmittag eingestellt worden, nun würden weitere Bereiche nach und nach heruntergefahren, teilte das Unternehmen mit. Wie lange der Produktionsbereich geschlossen bleibe, müssten die Behörden nach Lage entscheiden.

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In einer Fleischfabrik im Kreis Gütersloh wurden mehr als 650 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.  © Reuters

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) sprach in einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag von etwa einer bis zwei Wochen, in denen der Schlachtbetrieb stillgelegt bleiben soll. “Dann müsste das Problem wirksam bekämpft sein”, sagt er. Es könne aber auch kürzer oder länger dauern, sollte sich das nicht bewahrheiten.

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Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter ist mittlerweile auf 657 gestiegen. Insgesamt lagen am Mittwochabend 983 Testergebnisse vor, davon 326 negativ, wie ein Sprecher des Kreises Gütersloh mitteilte. Dies sei nur ein Zwischenstand. Nach Angaben des Landrats Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte der Kreis insgesamt 1050 Coronavirus-Tests für Beschäftigte der Firma Tönnies veranlasst.

Rund 7000 Menschen müssen in Quarantäne

Der Kreis Gütersloh stellt außerdem rund 7000 Menschen unter Quarantäne. Betroffen seien alle Personen, die auf dem Werksgelände gearbeitet hätten, sagte Adenauer. Sie würden nun nach und nach auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Einen allgemeinen Lockdown für den Kreis werde es nicht geben, obwohl die wichtige Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen deutlich überschritten sei.

Entschuldigung von Schlachtereibetrieb Tönnies

André Vielstädte, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Tönnies, entschuldigte sich in der Konferenz für den Corona-Ausbruch. “Wir werden alles dafür tun, das Virus wieder aus dem Betrieb zu bekommen und wieder arbeitsfähig zu werden”, sagte er. Sein Kollege Gereon Schulze Althoff, Pandemiebeauftragter bei Tönnies, nannte die Schließung “sehr schmerzlich”, aber nun zähle vor allem die Gesundheit der Mitarbeiter. Er vermutet, dass es durch die wieder eingeführte Reisefreiheit zu dem Ausbruch kam. “Viele unserer Mitarbeiter aus anderen Ländern sind verständlicherweise in andere Länder gereist”, sagte er. Sie hätten zusätzliche Testungen von Urlaubsrückkehrern eingeführt, doch es sei trotzdem zum Ausbruch gekommen. Auch die gekühlten Räume, in denen in dem Schlachtereibetrieb wegen der Hygiene zum Teil gearbeitet werden muss, sieht er als Risikofaktor für die Verbreitung des Virus.

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Auch Vielstädte sieht die Reisen als einen Faktor, weshalb es zum Ausbruch gekommen sein könnte. “Alle jetzt positiv Getesteten wurden vor drei bis vier Wochen noch negativ getestet”, sagt er und begründet damit auch, dass er die Unterkünfte der Arbeiter, in denen diese oft zu vielen eng zusammenleben, nicht als Hauptfaktor ansieht.

Schulen und Kitas geschlossen

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Vor der Pressekonferenz wurde bereits bekannt gegeben, dass Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh bis zu den Sommerferien geschlossen bleiben.

RND/hsc/mit dpa

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