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Clemens Tönnies äußert sich erstmals nach Monaten: „Ich fürchtete um meine Familie“

  • Nach dem Corona-Ausbruch mit mehr als 1500 Infizierten in seinem Fleischbetrieb stand Unternehmer Clemens Tönnies massiv in der Kritik.
  • Nun bricht er sein langes Schweigen und berichtet unter anderem von Morddrohungen.
  • Außerdem entschuldigt er sich bei den Menschen im Kreis Gütersloh.
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Gütersloh. Fleischproduzent Clemens Tönnies hat nach dem Corona-Ausbruch mit mehr als 1500 Infizierten in seinem Betrieb in Rheda-Wiedenbrück lange nichts mehr gesagt. Nun bricht er sein Schweigen und erzählt der „Welt am Sonntag“ unter anderem von Morddrohungen, die er erhalten habe. Am schlimmsten sei für ihn gewesen, „dass eine johlende Menge vor meinem Haus stand und gebrüllt hat: ‚Hängt ihn auf!‘“, so der Unternehmenschef in dem Interview. „Ich selbst habe keine Angst gehabt, aber ich fürchtete um meine Familie.“

Tönnies stand nach dem Corona-Ausbruch massiv in der Kritik – nicht nur wegen Corona-Sicherheitsvorkehrungen, sondern auch generell wegen der prekären Arbeits- und Wohnbedingungen für Mitarbeiter. Dazu hatte Tönnies lange nicht wirklich Stellung bezogen; warum, erklärt er jetzt der „Welt“: „Im Corona-Hype um den 17. Juni war völlig klar, ich bin der Erfinder und Schreckensverbreiter von Covid-19. Zu diesem Zeitpunkt war ich stellenweise für alles Negative, für alles Schieflaufende in diesem Land verantwortlich. In solch einer Situation ergibt es keinen Sinn, sich dagegenzustellen.“

Tönnies entschuldigt sich bei Menschen aus Kreis Gütersloh

Dann ringt er sich auch eine Entschuldigung ab: Er ärgere sich, „unwissend in ein Desaster gelaufen“ zu sein, und bedauere das „vor allem für die Menschen hier im Kreis Gütersloh, die den Teil-Lockdown und die Stigmatisierung mitmachen mussten. Das tut mir sehr leid“, so der Tönnies-Chef zu der Zeitung. Er beschäftigt weltweit rund 16.500 Mitarbeiter.

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Gerade erst gab es erneut einen Corona-Ausbruch in einem Tönnies-Werk, diesmal in Weißenfels: Mehr als 170 Mitarbeiter haben sich dort infiziert. Auch dazu bezieht Tönnies Stellung. „Trotz größter Vorsichtsmaßnahmen bleibt es offenbar nicht aus, dass sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen während einer Pandemie infizieren. Aber die innerbetriebliche Ausbreitung des Virus, was erst einmal entscheidend ist, hat nicht stattgefunden“, sagt er der „Welt“. „In unseren Betrieben wird jeder zweimal wöchentlich getestet, Reiserückkehrer und Zerleger sogar dreimal.“

RND/hsc

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