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Nach Absage von Christkindlmarkt in München: Wie blicken Schausteller auf die Weihnachtsmärkte?

Die Zukunft der Weihnachtsmärkte ist in einigen Teilen Deutschlands noch unklar.

Vor Kurzem noch herrschte ein düsteres Stimmungsbild unter Schaustellerinnen und Schaustellern, als nämlich zahlreiche Absagen von Weihnachtsmarktveranstaltern eintrudelten. Diese waren allerdings größtenteils privater und kleiner Natur, wie der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), Andreas Ritter, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland gegenüber verrät. Mittlerweile sei die Absagewelle aber größtenteils zum Stillstand gekommen trotz steigender Infektionszahlen, was die Schaustellerinnen und Schausteller wieder etwas aufatmen lässt.

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„Wir sind guter Dinge“, sagt Andreas Ritter auf die Frage, wie denn momentan die Stimmungslage unter Deutschlands Schaustellerinnen und Schaustellern sei. Besonders die erst kürzlich veröffentlichte anonymisierte Auswertung der Daten der Luca-App stimme ihn optimistisch. Die meisten Infektionen geschehen der Auswertung nach in Clubs und Bars: „(...) Rund 72 Prozent aller via Luca ausgespielter Warnungen“ seien im vergangenen Oktober an die Besucherinnen und Besucher von Clubs und Bars geschickt worden, wie es in der Studie heißt. „Das zeigt, dass ein Großteil der Infektionen nicht an der frischen Luft stattfindet“, sagt Ritter optimistisch.

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„Einbahnstraßensysteme und Flughafendrängelbänder“

„Dadurch, dass wir im Sommer schon die temporären Freizeitparks durchführen konnten, haben wir viel gelernt“, betont Ritter. Beispielsweise hatte der Zirkus Charles Knie sein „Circusland“ wieder eröffnet, eine Mischung aus Freizeitpark und Zirkus. Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, setzen alle Schaustellerinnen und Schausteller auf Hygienekonzepte wie „Einbahnstraßensysteme, Plexiglasabtrennungen oder Flughafendrängelbänder“. Zudem könnte auch die teilweise veränderte Infrastruktur mit vielen kleineren Märkten anstatt eines großen Weihnachtsmarkts und teilweise separaten Glühweinständen den Schaustellern zugutekommen. Dies ist beispielsweise in Nürnberg der Fall: „Dort findet normalerweise alles auf dem Rathausmarkt statt. Dieses Jahr gibt es allerdings fünf Plätze mit separaten Glühweinständen.“ Auch in Essen, wo der Weihnachtsmarkt bereits seit einigen Tagen angelaufen ist, hätten sie zusätzlich zwei Plätze bebaut, so Ritter.

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Umso mehr bedauert Ritter allerdings die Absage des Münchner Christkindlmarktes. „Das ist ein Schlag ins Kontor“. Jedoch stimme ihn die Aussicht auf einen potenziellen finanziellen Ausgleich hoffnungsvoll. Münchens Oberbürgermeister Reiter gab nämlich in einer Pressemeldung der Stadt München bekannt: „Mir ist bewusst, wie sehr gerade die Standlbetreiber unter den Auswirkungen der Pandemiemaßnahmen leiden und jetzt noch mal hart getroffen werden. Ich habe deshalb meine Verwaltung gebeten zu prüfen, wie wir hier einen finanziellen Ausgleich schaffen können.“

Aller Optimismus könnte jedoch dem anstehenden Bund-Länder-Gipfel am 18. November zum Opfer fallen, bei dem sich sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten aller Bundesländer zu Beratungen anlässlich der rasant ansteigenden Corona-Infektionen zusammenfinden.

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