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„China lässt grüßen“: Städte verteilen grüne Hausnummern für umweltbewusstes Leben

  • Wer besonders umweltbewusst lebt, bekommt in einigen deutschen Städten inzwischen eine grüne Hausnummer.
  • Doch die Belohnungsaktion kommt nicht bei allen gut an.
  • Florian Hahn, Vizegeneralsekretär der CSU, verglich die Aktion nun mit chinesischen Methoden.
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Vilshofen. Wer besonders umweltbewusst lebt, wird mit einer grünen Hausnummer gekennzeichnet. Diese Idee ist seit ein paar Monaten in mehreren deutschen Städten gängige Praxis – doch sie sorgt zunehmend für Kritik.

Zuletzt hatte beispielsweise die Stadt Vilshofen in Bayern (Landkreis Passau) eine solche Belohnungsaktion angekündigt. Wer genügend Punkte eines Kriterienkatalogs erfüllt, verdient sich ab dem Jahr 2020 eine grüne Hausnummer, berichtet der „Vilshofener Anzeiger“. Zudem gibt es einen Gutschein für den Kauf eines Baumes im Wert von 50 Euro.

Punkte für niedrigen Stromverbrauch

Der Katalog umfasst 51 Punkte wie etwa einen niedrigen Stromverbrauch, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, den Besitz eines E-Autos oder den Besitz einer Fotovoltaikanlage. Ähnliche Konzepte gibt es im Landkreis Main-Spessart und in Neumarkt in der Oberpfalz. In der Region Hannover bekommen besonders energieeffiziente Häuser grüne Hausnummern, berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ).

In Mainz-Bingen werden laut der „Bild“-Zeitung unter anderem das Einkaufen auf dem Wochenmarkt oder ein niedriger Fleischkonsum belohnt. Auch beim Kauf einer Bahncard 100 oder bei einer Mitgliedschaft bei Greenpeace winkt bei genügend Punkten eine grüne Hausnummer.

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„China lässt grüßen!“

Während Verbände und auch das bayerische Umweltministerium die Aktion loben, mehrt sich jedoch auch die Kritik. Florian Hahn, Vizegeneralsekretär der CSU, sagte jetzt der „Bild“-Zeitung: „Zu verbieten und verderben gesellt sich nun noch brandmarken – die Ökofundamentalisten verabschieden sich immer mehr von einer freien und liberalen Gesellschaftsordnung. China lässt grüßen!“

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FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg sieht das ähnlich: „Umweltbewusstsein ist wichtig, doch diese Aktion ist grotesk. Verwaltung sollte Dienstleister und nicht Erzieher der Bürger sein.“

RND/msc