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Chef erwischt krankgemeldeten Mitarbeiter beim Fußball – und feuert ihn

  • Ein 26-jähriger Mann hatte sich wegen Burn-outs krankgemeldet – war jedoch trotzdem weiter zum Fußballspielen gegangen.
  • Sein Chef kündigte ihm noch auf dem Fußballplatz.
  • War das rechtmäßig?
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Hannover. Vor dem Arbeitsgericht Hannover ist ein ungewöhnlicher Fall verhandelt worden. Der Geschäftsführer einer mittelständischen Verpackungsfirma hatte einen krankgeschriebenen Mitarbeiter auf einem Fußballplatz aufgespürt – und das Arbeitsverhältnis noch auf der Sportanlage beendet.

Diese „hoch emotionale Begegnung“ zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fand laut eines Berichts der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ Anfang November 2019 statt. Der 26-Jährige spielte an jenem Abend in der 1. Herrenmannschaft eines Amateurvereins. Das Arbeitsverhältnis sei zuletzt ohnehin angespannt gewesen. Gemündet sei dies schließlich in der vermeintlich „vorgetäuschten Arbeitsunfähigkeit“ des Mitarbeiters, wie der Arbeitgeber argumentierte.

Kündigung war ungültig

In den Wochen darauf wurde dem Mitarbeiter schriftlich gekündigt, und zwar doppelt. Kurz darauf zog das Unternehmen die fristlose wie die fristgerechte Kündigung zurück, zahlte dem 26-Jährigen aber kein Gehalt mehr. Daraufhin forderte der Anwalt des Arbeitnehmers mithilfe von zwei Abmahnungen die Fortzahlung des Gehalts ein – und er drohte mit einer fristlosen Kündigung vonseiten seines Mandanten, wenn die Firma nicht zahle. Weil diese hartleibig blieb, packte der Arbeitnehmer schließlich sogar Schadensersatz- und Abfindungsanspruch obendrauf: Schließlich sei der Arbeitgeber Schuld, dass er als Mitarbeiter selbst fristlos gekündigt habe.

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Das Arbeitsgericht entschied schließlich, dass die Kündigung des Mannes nicht gerechtfertigt war und erklärte sie für ungültig. „Das Fußballspielen war kein genesungswidriges Verhalten“, hieß es. Der Anwalt des Arbeitsnehmers hatte zuvor argumentiert: „Mein Mandant war wegen eines Burn-outs krankgeschrieben, da kann Fußballspielen durchaus zur Genesung beitragen.“

Nach mehrmaligen Sitzungsunterbrechungen stimmten die streitenden Parteien schließlich einem Vergleich zu: Das Arbeitsverhältnis gilt mit Ende 2019 als offiziell beendet und der 26-Jährige bekommt den ausstehenden Lohn für November und Dezember plus eine Sonderzahlung von 3000 Euro überwiesen.

RND/HAZ/msc

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