Forderung der CDU: Stadtverwaltung von Kiel soll ihre Gendersprache überprüfen

  • Vor etwa einem Jahr hat die Stadt Kiel in ihrer Verwaltung die geschlechtergerechte Sprache eingeführt.
  • Jetzt sollen die Sprachregelungen auf den Prüfstand – das fordert die Kieler CDU und spricht von einer „Sprachpolizei“.
  • Der Kieler Stadtrat wiegelt ab und weist Vorwürfe, dass es zwanghafte Sprachanweisungen gebe, zurück.
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Kiel. Kiel hatte als eine der ersten Kommunalverwaltungen in Deutschland am 1. Juli 2020 die gendergerechte Amtssprache mit dem Gendersternchen eingeführt, die auch Menschen einschließen soll, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen. Nun will die CDU in der Stadt das auf den Prüfstand stellen lassen, wie die „Kieler Nachrichten“ (KN) berichten, die sich auch auf ein Positionspapier der CDU beziehen.

Der Kieler CDU-Chef Tobias von der Heide spricht demnach sogar von einer „Sprachpolizei“. Die Verwendung des Gendersterns gefährde seiner Meinung nach die Neutralität der Verwaltung, mit Anweisungen an Beschäftigte, wie auch in der mündlichen Kommunikation gesprochen werden soll, überspanne die Stadtverwaltung den Bogen, zitiert die Zeitung den Politiker.

Kieler Stadtrat reagiert gelassen auf die Forderungen der CDU

Die Kreisvorsitzende der Jungen Union, Antonia Grage, äußert sich gegenüber dem Medium etwas zurückhaltender. „Wir zeigen Anstand und Respekt, wenn wir Menschen mitansprechen, die wir bisher in unserer Sprache nicht bewusst erfasst haben“, sagt demnach die Mitautorin des Positionspapiers. Zugleich sei es aber wichtig, „dass Schülerinnen und Schüler die korrekte Rechtschreibung lernen und anwenden“. Das schließe nicht aus, Gendersprache etwa im Deutschunterricht zu thematisieren. Ähnliche Worte wurden zuletzt gefunden, als in Sachsen das Kultusministerium das zuerst eingeführte Gendern an Schulen wieder stoppte.

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Der Kieler Stadtrat Christian Zierau reagiert gelassen auf die Forderungen der CDU: Es habe bisher noch keine Überprüfung der sprachlichen Praxis im Rathaus gegeben, aber sie arbeiteten an einer Schreibanweisung. Klar ist für ihn: „Wir wollen und müssen alle Menschen ansprechen, auch wenn es prozentual nur einen geringen Anteil betrifft.“ Den Vorwurf, dass es Sprachanweisungen gebe, wiegelt er ab: „Das ist kein Thema für Zwang.“ Es gebe keine Sanktionen, wenn die Gendersprache verfehlt werde.

RND/hsc

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