Bußgelder für illegale Urlauber in Schleswig-Holstein

  • Wer in Schleswig-Holstein eine Ferienwohnung buchen möchte, braucht derzeit einen triftigen Grund.
  • Wegen der Corona-Pandemie gilt hier ein Beherbergungsverbot.
  • Doch Urlauber und Vermieter suchen immer wieder Wege, dies zu umgehen. So häufen sich die Bußgelder.
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Urlaub in Schleswig-Holstein ist eigentlich nicht möglich. Es gilt wegen der Pandemie derzeit ein Beherbergungsverbot. Nur wer einen triftigen Grund vorzuweisen hat, darf buchen. Und so ist es kein Wunder, dass in Eckernförde, auf Sylt oder an der Lübecker Bucht zahlreiche Ferienwohnungen leer stehen. In den einschlägigen Buchungsportalen lässt sich nachverfolgen, dass viele Wohnungen ab Mai belegt sind, da sowohl Vermieter als auch Gäste hoffen darauf, dass das Beherbergungsverbot bis dahin aufgehoben wird. Doch das ist keineswegs sicher, wie die Kieler Nachrichten (KN) berichten.

Frühestens Pfingsten wird mit Öffnungen gerechnet

„Eine Lockerung des Beherbergungsverbots ist für Schleswig-Holstein angesichts der gegenwärtigen Situation noch nicht in Sicht“, sagte Ministeriumssprecher Harald Haase der Zeitung. In der Tourismusbranche wird frühestens zu Pfingsten mit ersten Öffnungen gerechnet – also zum vorletzten Mai-Wochenende.

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Bis dahin gilt, dass Ferienunterkünfte nur genutzt werden dürfen, wenn jemand aus beruflichen oder medizinischen Gründen reisen und übernachten muss – ob im Hotel oder einer privat vermieteten Wohnung. Auch sozial-ethische Anlässe gehören dazu, etwa Beerdigungen. Ausnahmen werden aber auch für Zweitwohnungsbesitzer gemacht, berichten die KN. Sie können beispielsweise ihre Wohnung an der Wasserkante ohne weiteres nutzen und sie Familienangehörigen und Freunden überlassen. Und genau hier tut sich ein Schlupfloch auf.

Neue Masche der Urlauber

„Dass die kostenfreie Überlassung an Bekannte erlaubt ist, macht es für uns schwierig“, sagt Klaus Kaschke, Eckernfördes Ordnungsamtsleiter, den KN. Es lasse sich schlicht nicht nachweisen, dass jemand nicht mit dem Eigentümer bekannt sei. Deshalb hält er Kontrollen auch für sinnlos – und so bleiben Vermieter, die sich nicht ans Beherbergungsverbot halten, oft unerkannt. Das gilt offenbar für den gesamten Kreis Rendsburg-Eckernförde, denn zuletzt hat es nach Angaben der Behörde gegenüber der KN lediglich sechs Ordnungswidrigkeitsverfahren gegeben.

Ganz anders sieht es dagegen im Kreis Nordfriesland mit den Urlaubsinseln Sylt, Föhr und Amrum aus. Dort sind bislang allein 24 Verfahren aufgelaufen – etwa durch Stichproben und nach Hinweisen. Gleichzeitig wurden Buchungen von Vermietungsagenturen überprüft. Ergebnis: Zehn Verfahren richten sich gegen Vermieter, 14 gegen Urlauber.

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Die Ordnungsbehörden haben übrigens eine ganz neue Masche enttarnt, berichten die „Kieler Nachrichten“: Feriengäste legten den Kontrolleuren ein ärztliches Attest darüber vor, „dass sie Nordseeluft benötigen würden“. Gleich 10-Mal wurde ein solches Schreiben vorgelegt.

RND/hma

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