Brücken sollen Schwedens Rentiere retten

Rentiere laufen vor einem Wohnmobil und Motorrädern auf einer Straße in Schweden.

Rentiere laufen vor einem Wohnmobil und Motorrädern auf einer Straße in Schweden.

Stockholm. Im Norden Schwedens leben zwischen 225.000 und 280.000 Rentiere, diese Zahl gab jetzt das Parlament der schwedischen Urbevölkerung, der Samen, bekannt. Das entspricht ungefähr der Hälfte der Einwohner von Göteborg. Die Rentiere bewegen sich nach den Jahreszeiten dorthin, wo es Futter gibt. Dabei nutzen sie bestimmte Wanderwege.

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In ihren Wintergebieten müssen die Vierbeiner immer weitere Gebiete nach Nahrung absuchen und dabei auch große Verkehrsstraßen überqueren. Hintergrund dieses neuen Verhaltens ist der Klimawandel, denn früher, als es noch richtig kalte Winter gab, konnten die Rentiere einfach das Grasgeflecht unter dem Schnee freigraben, um es zu fressen.

Die deutlich wärmeren Winter haben aber dazu geführt, dass sich der Schnee mit Wasserregen vermischt und an vielen Orten den Boden mit harten Eisschichten überzieht. Diese versiegeln den Schnee, und das Futter wird unerreichbar für die Rentiere.

Straßen mussten wegen der Rentiere zeitweise gesperrt werden

„Im veränderten Klima ist es besonders wichtig, dass die Rentiere weiter entfernte alternative Futterstellen erreichen können“, sagt Landschaftsökologe Per Sandström von Schwedens Landwirtschaftsuniversität dem öffentlich-rechtlichen Sender SVT. Er fordert, besondere Brücken über die Straßen eigens für die Rentiere zu bauen. Sandström nennt diese Brücken „Renodukte“, abgeleitet aus dem lateinischen „Viadukt“ für Überführung. Zehn Brücken sind allein für dieses Jahr etwa über die E 4 geplant. Die große Europastraße, die auch durch Schweden verläuft, musste sonst zeitweise abgesperrt werden, weil viele Rentiere sie schon jetzt überqueren.

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Die samischen Rentierhalter halfen bei der Planung und zeigten dem Straßenverkehrsamt, an welchen Stellen die neuen Brücken mit den zwei Meter hohen seitlichen Schutzgittern am besten gebaut werden sollen. Auch dass keine Tunnel gebuddelt werden, haben die Rentierhalter durchgesetzt. Die Tiere würden es einfach nicht mögen, sich eingesperrt zu fühlen, hieß es von den Experten.


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