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Brokkoli, Zahnärzte, Katzen: Das sind die unnötigsten Gedenktage des Jahres

  • Was haben Brokkoli, Zahnärzte und Katzen gemeinsamen? Alles macht keinen Spaß – aber sie alle haben eigene Gedenktage.
  • Doch dabei bleibt es nicht.
  • Unser Autor präsentiert Ihnen an dieser Stelle die unnötigsten Feiertage des Jahres.
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Hannover. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und ist jetzt schon im Eimer. Denn kaum hat man sich von den Weihnachtstagen erholt, steht auch schon der internationale Tag des Brokkoli an. Und als wäre das alles nicht genug, folgt kurz darauf der „Wisch-den-Fußboden-Tag“.

Das Jahr ist leider voll von derartigen Gedenktagen. Mal wurden sie von Verbänden ins Leben gerufen, mal von Unternehmen, mal gehen sie auf Internet-Gags zurück. Und manchmal sind sie erschreckenderweise sogar wirklich hochoffiziell.

Es folgt eine Liste der unnötigsten Feiertage des Jahres und eine fachmännische Einordnung.

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10. Januar: Tag der Blockflöte

Wer Kinder hat, kennt das Problem – wer mal Kind war, kennt es auch. Irgendwann entdecken Papa und Mama, dass sich die kleine Laura offenbar für Musik interessiert – und weil Geige, Bratsche, Cello viel zu kompliziert wären, schickt man sie zum Flötenkurs. Fortan wird die C-Flöte bis zur Implosion malträtiert, an jedem Weihnachtsfest wird die Tonleiter rauf und runter gequält.

Gibt es eigentlich ein schlecht klingenderes Instrument als die Blockflöte? Auf der Tröte des Todes klingt selbst ein frohlockendes C-Dur wie ein Störsignal aus dem ISDN-Modem. Klar, jedes Instrument hat seine Berechtigung, aber nicht die Blockflöte!

1. Februar: Ändere-dein-Passwort-Tag

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© Quelle: imago images/McPHOTO

Mit dem „Ändere-dein-Passwort-Tag“ will ein amerikanisches Webportal seit 2012 Nutzern ins Bewusstsein prügeln, dass man gefälligst auf seine Sicherheit im Internet zu achten habe.

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Hat ja gut geklappt. Die Lieblingspasswörter der Deutschen sind nach wie vor „1234“ „passwort“ und „geheim“, und von der Zwei-Faktor-Authentifizierung haben die allermeisten noch nie etwas gehört. Immerhin bewirkt der Ändere-Dein-Passwort-Tag eines: Aus „1234“ wird dann „12345“.

17. Februar: Tag der spontanen Nettigkeit

© Quelle: picture alliance / dpa Themendie

Spontan nett sein? Für mich die einfachste Übung überhaupt. Aber einen Gedenktag brauchen wir dafür wirklich nicht, Sie Arschloch.

6. März: Internationaler Zahnarzt-Tag

© Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa
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Ein Zahnarztbesuch – das unangenehmste Erlebnis direkt nach Folter und Mit-den Fingernägeln-über-eine-Tafel-Kratzen. Zahnärzte haben uns über Jahrhunderte hinweg unendliches Leid angetan – egal ob mit dem monströsen Spucke-Absauger, dem Bohrer oder der matschigen Pampe für Zahnabdrücke, die dem Patienten erst nach einer Panikattacke wieder aus dem Mund entfernt wird.

Und haben Sie sich mal im Wartezimmer von Zahnärzten umgesehen? Überall hängen Bilder von Karies und es riecht nach Zahnpasta. Und das sollen wir jetzt noch mit einem Gedenktag feiern? Ich denke nicht.

22. März: Wir-lieben-Brokkoli-Tag

Zugegeben: Es gibt Dinge, die deutlich schlimmer schmecken als Brokkoli. Sägemehl zum Beispiel – oder der Inhalt einer Kläranlage. Trotzdem rechtfertigt nichts auf dieser Welt einen Gedenktag für dieses unappetitliche Gemüse mit der komischen Frisur.

28. März: Respektiere-deine-Katze-Tag

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© Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Dazu hätte ich eine Frage: Warum sollten wir Katzen respektieren, wenn sie uns auch nicht respektieren? Die Viecher sind die störrischsten Wesen auf dem Planeten. Eigener Kopf? Persönlichkeit? Alles schön und gut, Katze, aber du bist immer noch ein Haustier!

Wer nicht bellen kann oder auf Kommando das Stöckchen holt, der hat auch keinen Gedenktag verdient, sorry.

6. April: Tag der frischen Tomaten

Sie kennen das: Der Hunger überkommt Sie, der nächste Bäcker ist nicht weit – und dann ist auf dem belegten Wurstbrot NATÜRLICH WIEDER TOMATE DRAUF! Der Deutsche liebt nichts mehr, als jedes verdammte Gericht mit Tomaten zu verzieren. Brot? Mit Tomate! Burger? Mit Tomate! Pizza? Mit Tomate! Und wenn nix anderes mehr da ist, dann gerne auch mal Tomate pur.

Die Tomate hat als einziges Gemüse die Fähigkeit, jedes leckere Gericht mit ihrem sauren Geschmack umgehend zu zerstören, und trotzdem wird sie draufgelegt, druntergelegt oder reinpüriert. Die Tomate ist so überpräsent, dass sie nun wirklich keinen eigenen Gedenktag mehr braucht.

2. Mai: Tag des Babys

© Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Was ist noch nerviger als Katzen? Klar, Babys! Denn während Katzen wenigstens noch ihren eigenen Schwanz jagen können, können Babys einfach gar nichts. Und noch schlimmer: Sie schreien den ganzen Tag, sabbern, machen alles dreckig und lachen über die Teletubbies, aber niemals über einen gut pointierten Witz.

Klar, Babys können auch okay sein – aber erst wenn sie erwachsen sind. Der National Baby Day ist jedenfalls ganz großer Brei.

31. Juli: Welt-Orgasmus-Tag

© Quelle: LuckyBusiness/iStockphoto

Was soll der Quatsch? Da kann ja jeder kommen.

16. August: Tag der Männerpflege

© Quelle: imago images / Westend61

Männerpflege? Was soll das bitte sein? Ein Mann ist nur dann ein Mann, wenn ihn ein angenehmer Geruch von Diesel umgibt, wenn sich Nasenhaare und Augenbrauen bereits berühren und auf seinem Blaumann mindestens ein großflächiger Tzatzikifleck prangt. Lassen Sie das Bartwachs stecken, liebe Männer. Pflege braucht nun wirklich niemand. Und einen Gedenktag dafür schon gar nicht.

28. August: Krümel-über-der-Tastatur-Tag

© Quelle: Oliver Berg/dpa

Auch dieser Tag ist ziemlicher Blödsinn. Denn es wäre viel nachhaltiger, einfach JEDEN TAG über der Tastatur zu krümeln. In schlechten Zeiten dreht man das Keyboard einfach um und hat ganz kostenlos ein ganzes 7-Gänge-Menü.

6. September: Anti-Prokrastinations-Tag

© Quelle: imago images/photothek

An dieser Stelle wollte ich noch was über den Anti-Prokrastinations-Tag schreiben, aber das verschiebe ich auf morgen.

1. Dezember: Umarme-einen-Hai-Tag

© Quelle: picture-alliance/ dpa

Eine ziemlich gute Idee – und zwar für denjenigen, der sich diese ganzen blöden Feiertage ausgedacht hat.

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