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Brand im Krefelder Zoo: Drei Frauen verursachten das verheerende Feuer

  • Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht im Zoo von Krefeld hat die Polizei die mutmaßlichen Verursacher ermittelt.
  • Es handelt sich um eine Mutter und ihre beiden erwachsenen Töchter.
  • Sie ließen sogenannte Himmelslaternen steigen, die das Feuer verursachten.
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Karlsruhe. Eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter sollen nach Erkenntnissen der Polizei den verheerenden Brand im Krefelder Zoo mit einer Himmelslaterne ausgelöst haben. Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und erklärt, dass sie in der Silvesternacht fünf der Leuchten in den Himmel geschickt hätten.

Vier davon habe man inzwischen sichergestellt, die fünfte habe den Brand "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" ausgelöst, sagte Kriminalhauptkommissar Gerd Hoppmann am Donnerstag bei einer Pressekonferenz: "Für uns ist damit diese Tat weitgehend geklärt." Durch das Feuer war das Affenhaus abgebrannt, mehrere Menschenaffen starben.

Im Video: Drei Tatverdächtige in Krefeld ermittelt

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Drei Tatverdächtige für den Brand im Krefelder Zoo ermittelt
1:06 min
Der Brand im Krefelder Zoo ist nach Einschätzung der Polizei „weitgehend aufgeklärt“: Das Feuer wurde demnach durch eine Himmelslaterne ausgelöst.  © Sebastian Heintz/dpa

Die drei Frauen im Alter zwischen 60 und 30 Jahren hätten die durch Feuerwärme aufsteigenden Lampions im Internet bestellt und nach eigener Darstellung geglaubt, dass es an Silvester erlaubt sei, sie steigen zu lassen. Tatsächlich sind sie aber in ganz Deutschland verboten. Die Frauen seien nun "am Boden zerstört", sagte Hoppmann. Er betonte: "Ich finde es sehr couragiert, sich bei der Polizei zu melden und zu sagen: "Ja, ich glaube, wir sind dafür verantwortlich."" Gegen die Frauen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

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Menschen trauern um Affen aus Krefelder Zoo
1:14 min
Nach dem Brand in der Silvesternacht bleibt der Krefelder Zoo weiterhin geschlossen. Über 30 Tiere starben, darunter viele Menschenaffen.  © Sebastian Heintz/dpa

Zoo will "Katastrophentourismus“ verhindern

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Zu versicherungstechnischen Fragen wollte sich die Polizei nicht äußern. Ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungsgesellschaft sagte: «Die private Haftpflichtversicherung übernimmt auch fahrlässig verursachte Schäden. Ausgeschlossen sind nach unseren Musterbedingungen vorsätzlich herbeigeführte Schäden.» Sie haftet also - gängige Versicherungsbedingungen vorausgesetzt - nur dann nicht, wenn ein Vorsatz nachweisbar ist.

Die SB-Warenhauskette Real kündigte als Reaktion auf den Brand an, den Verkauf von Himmelslaternen auf ihrem Online-Marktplatz zu beenden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, das Verbot von Himmelslaternen sei richtig und wichtig. "Beim fürchterlichen Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo zeigt sich wieder, wie gefährlich solche Himmelslaternen sind."

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Keine Brandmeldeanlage im Affenhaus

Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht, dies sei aber zum Zeitpunkt des Baus 1975 auch nicht vorgeschrieben gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, forderte, auch Altbauten in Zoos mit Brandmeldern auszustatten.

Eine Zoosprecherin sagte, das Affenhaus habe Totalschaden und werde abgerissen. Der Zoo werde voraussichtlich Freitag wieder öffnen. Der Brandort werde aber mit Absperrungen versehen, um einen "Katastrophentourismus" so weit wie möglich auszuschließen.

2017 war es im Zoo in London am Tag vor Heiligabend ebenfalls zu einem Brand gekommen. Dort starben vier Erdmännchen und ein Erdferkel. Einen großen Zoo-Brand in Deutschland gab es zuletzt vor rund neun Jahren in Karlsruhe. Im November 2010 war im Streichelgehege des dortigen Zoos Feuer ausgebrochen, 26 Tiere kamen ums Leben: Alpakas, Zwergziegen, Shetland-Ponys, Zwergesel und Schafe. Vier Elefanten erlitten Verbrennungen. Die Brandursachen wurden in beiden Fällen nie abschließend geklärt.

RND/dpa

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