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Verzweifelter Bäcker aus Insta-Video droht mit Kündigung bei “leichtsinniger” Corona-Infektion

  • Ein in den sozialen Medien aufgetauchtes Video eines Bäckers aus Hannover sorgte bundesweit für Mitgefühl.
  • Wegen einer schriftlichen Dienstanweisung an seine Mitarbeiter gerät der Unternehmer nun aber in die Kritik.
  • Der Bäckereibetreiber findet zu den Vorwürfen klare Worte.
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Sein emotionaler Appell an seine Kunden bewegte am Freitag viele in Deutschland: Gerhard Bosselmann, Inhaber der hannöversche Bäckereikette Bosselmann, richtete sich in einer bewegenden Ansprache an die Social-Media-Nutzer und erklärte, wie schwierig es in Zeiten der Corona-Pandemie für mittelständische Unternehmen sei und dass er und seine mehr als 200 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze bangen.

Eine interne Dienstanweisung an seine Mitarbeiter lässt den Bäckereibetreiber nun aber in die Kritik geraten. In dem Schreiben, das der “Hannoverschen Allgemeine Zeitung” (HAZ) vorliegt, heißt es: “Krankmeldungen wegen Erkältung ohne Fieber werden nur mit vorgelegter Corona-Testierung akzeptiert. Andernfalls werden wir keine Lohnfortzahlung zahlen.” Und weiter: “Ich bin entschlossen, bei begründeten Zweifeln die Mitarbeiter zu versetzen oder zu entlassen. Danach steht Ihnen der Klageweg offen.”

Video
Emotionales Video: Verzweifelter Bäckermeister bittet um Hilfe
3:23 min
Mit einer emotionalen Botschaft hat ein Bäcker aus Hannover an die Kunden appelliert, lokale Bäckereien während der Corona-Krise nicht im Stich zu lassen.  © Reuters
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Viele nehmen die Pandemie immer noch nicht ernst

Wie die HAZ berichtet, hat Bosselmann die interne Dienstanweisung am schwarzen Brett in den Filialen ausgehängt. Sein Verhalten verteidigt der 63-Jährige: Er habe wegen der Ausbreitung des Coronavirus bislang 80 Prozent seines Umsatzes verloren und zehn Filialen schließen müssen. “Und zugleich berichten mir drei Mitarbeiter, dass sie bei Corona-Partys oder einem Kindergeburtstag waren, und jetzt nicht wissen, ob sie weiterhin zur Arbeit kommen sollen”, berichtet er.

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“Ich habe vielleicht einen scharfen Ton gewählt”, räumt Bosselmann gegenüber der HAZ ein. Doch mit Blick auf das Verhalten Einzelner erscheine ihm eben dieses Verhalten notwendig: Insbesondere junge Kollegen nähmen die Pandemie noch immer nicht für voll. “Wenn einzelne Mitarbeiter durch ihr Verhalten den gesamten Betrieb gefährden, muss man deutliche Worte finden.”

Krise gemeinsam durchstehen

Bosselmanns Aushang enthält aber auch einen wichtigen Appell: “Sorgen wir dafür, dass wir gemeinsam durchstehen und anschließend feiern und stolz auf uns sind – und die Firma und die Arbeitsplätze erhalten.”

RND/HAZ/Simon Benne

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