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Bombendrohungen in Landgerichten: Absender ist als „Vielschreiber“ bekannt

Die Landgerichte in mindestens sieben deutschen Städten wurden nach Bombendrohungen geräumt. Per E-Mail wurde mit einem Anschlag auf bundesweiter Ebene gedroht. Den Behörden ist der Absender nicht unbekannt.

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Hannover. Nach einer Serie von Bombendrohungen sind am Freitagvormittag Landgerichte mehrerer Städte in Deutschland zwischenzeitlich geräumt worden. Betroffen waren Gebäude in Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Wiesbaden, Hamburg, Saarbrücken und Kiel. Eine Bombe wurde in keinem der Fälle gefunden.

In allen Fällen sei die Drohung per E-Mail eingegangen, bestätigte die Polizei. Laut Polizei Magdeburg wurde in der Mail mit einem Anschlag auf bundesweiter Ebene gedroht. Der Absender sei anonym, hieß es weiter.

In Kiel war die Bombendrohung an das Landgericht mit "nationalsozialistische Offensive" unterschrieben. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" darüber berichtet. Eine Einschätzung, wie real ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, ist laut Polizei bisher nicht möglich. Auch eine in Hamburg eingegangene Drohmail enthielt rechtsextreme Bezüge, bestätigte ein Gerichtssprecher.

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Rund 200 Menschen mussten in Potsdam aus dem Justizzentrum gebracht werden. Hier wurde mit einem Sprengstoffhund das Gebäude abgesucht und der Bereich um das Gebäude abgesperrt.

Bereits mehrere Bombendrohungen an anderen Landgerichten in Schleswig-Holstein

Am Landgericht Erfurt konnte die Arbeit noch am Freitagvormittag wieder aufgenommen werden, sagte eine Sprecherin der Polizei. Etwa 20 Menschen waren vorübergehend in Sicherheit gebracht worden, teilte die Polizei mit. Zuvor war von rund 30 von der Evakuierung Betroffenen die Rede gewesen.

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In den vergangenen Wochen hatten bereits Bombendrohungen an anderen Landgerichten in Schleswig-Holstein die Einsatzkräfte beschäftigt. Bei keinem der Vorfälle wurden verdächtige Gegenstände gefunden.

Absender sind als „Vielschreiber“ bekannt

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Die Unterzeichner der Drohschreiben gegen mehrere Gerichte sind den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern schon mehrfach aufgefallen. Die E-Mails an mindestens vier Gerichte waren mit „nationalsozialistische Offensive“ unterschrieben. „Es handelt sich um einen oder mehrere Personen, die als Vielschreiber wiederholt Drohungen gegenüber verschiedenen Institutionen geäußert hat beziehungsweise haben“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Berlin.

Barley verurteilt Drohungen gegen Landgerichte

Bundesjustizministerin Katarina Barley verurteilte die Bombendrohungen gegen mehrere Landgerichte als Angriff auf die Justiz und das demokratische Gemeinwesen. „Die Bombendrohungen an mehreren Landgerichten und den Angriff auf den Bundesgerichtshof in der Silvesternacht in Leipzig verurteile ich scharf“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Wer Gerichte bedroht, greift die unabhängige Justiz und unser demokratisches Gemeinwesen an. Diese Straftaten müssen mit allem Nachdruck aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.“

Von RND/dpa