• Startseite
  • Panorama
  • Böllerverbot an Silvester: Diese Läden verkaufen 2020 Feuerwerkskörper - und diese nicht

Generelles Böllerverbot? Erste Händler schmeißen Feuerwerk aus dem Sortiment

  • Ein mögliches Böllerverbot an Silvester hat in Deutschland eine hitzige Diskussion entfacht.
  • Während sich einige für ein generelles Verbot wegen der Corona-Pandemie aussprechen, halten andere das für falsch.
  • Was sagen die großen Einzelhändler zu der Debatte? Ein Überblick.
Anzeige
Anzeige

Hannover. In diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie vieles anders, auch an den Weihnachtsfeiertagen und zum Jahreswechsel wird nicht Normalität herrschen. Für große Diskussionen sorgt derzeit ein mögliches generelles Böllerverbot an Silvester – das hatten zuletzt mehrere Politiker und Polizeigewerkschafter gefordert. Doch wie positionieren sich die großen Einzelhandelsketten zu dem Thema? Ein Überblick:

Lidl

Der größte Einzelhandelskonzern Europas mit mehr als 3200 Supermärkten in Deutschland gibt sich diplomatisch. „Grundsätzlich sind wir an einer einheitlichen sowie verbindlichen Lösung für die gesamte Branche interessiert“, heißt es in einem Statement gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Diskussion über ein mögliches Verbot in der aktuellen Corona-Situation werde von der Geschäftsführung verfolgt. Aber: „Lidl orientiert sich bei der Sortimentsgestaltung auch im Feuerwerksbereich an den Wünschen seiner Kunden. Da die Nachfrage nach Feuerwerksartikeln nach wie vor sehr groß ist, wie der Jahreswechsel 2019/20 gezeigt hat, planen wir, unseren Kunden auch in diesem Jahr eine entsprechende Auswahl anzubieten.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Kaufland

In der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und auch Kaufland gehören, herrscht Einigkeit. Auch die Kaufland-Filialen planen derzeit mit dem Verkauf von Feuerwerkskörpern. Eine verbindliche Aussage könne zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht getroffen werden. „Sollte es entsprechende Reglementierungen geben, werden wir diese selbstverständlich einhalten“, erklärt die Pressestelle.

Obi

Obi hat einer offiziellen Entscheidung bereits vorausgegriffen. Der Baumarkt beschloss, dass es in seinen Filialen in diesem Jahr keine Böller zu kaufen gibt, heißt es in einem Statement gegenüber „chip.de“. Es könne allerdings vorkommen, dass in einigen Obi-Filialen dennoch Feuerwerkskörper angeboten werden. Das seien dann Franchisepartner, denen dies nicht verboten werden könne.

Anzeige

Hagebau

Die Handelsgesellschaft für Baustoffe (Hagebau) verzichtet ab dem kommenden Jahr komplett auf Feuerwerkskörper, allerdings unabhängig von einem möglichen Böllerverbot und der Corona-Situation. Die Entscheidung stehe schon länger fest, da der Absatz von Feuerwerk in den vergangenen Jahren stetig gesunken sei, erklärt Hagebau gegenüber „chip.de“. In diesem Jahr würde nicht einmal die Hälfte der Läden Böller verkaufen. Im kommenden Jahr sind es wenn überhaupt noch vereinzelt Filialen.

Anzeige

Aldi Nord

Die Kette im Norden Deutschlands hat sich bereits klar positioniert. „Auch in diesem Jahr werden wir unseren Kunden vom 29. bis 31. Dezember ein ausgewähltes Sortiment an unterschiedlichen Feuerwerksarrangements anbieten“, heißt es in einer Mitteilung. Als Discounter richte sich das Angebot sehr stark nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass das Interesse an Feuerwerkskörpern weiterhin groß sei. Der Konzern sei sich aber auch bewusst, dass es kein normales Silvesterfest geben werde. Genau aus diesem Grund möchte Aldi Nord am Verkauf von Böllern und Raketen festhalten. „Mit unserem Sortiment möchten wir nicht zuletzt auch dazu beitragen, dass unsere Kundinnen und Kunden trotz der Umstände ein besonderes Silvesterfest erleben können – wenn auch im kleinen Kreise und mit ausreichend Abstand.“

Aldi Süd

Anzeige

Der Namensvetter im Süden fasst sich deutlich kürzer. Eine Aussage zu konkreten Angeboten für Ende Dezember möchte Aldi Süd zu diesem Zeitpunkt noch nicht treffen. „Auch wenn die Silvesterfeier in diesem Jahr eher klein ausfallen wird, rechnen wir mit einer entsprechenden Nachfrage. Wir richten unser Angebot nach den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden aus“, heißt es vonseiten der Pressestelle.

Doch nicht nur bei den großen Einzelhändlern gehen die Meinungen auseinander. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, lehnt ein umfassendes Böllerverbot ab. Das lokale und regionale Infektionsgeschehen sei verschieden, ebenso die örtlichen und städtebaulichen Gegebenheiten. „Vor diesem Hintergrund gibt der Deutsche Städtetag keine Empfehlung ab, Silvesterfeuerwerke zu verbieten“, betonte Dedy gegenüber RND.

Anderer Meinung sind da der CSU-Politiker Michael Kuffer und der Polizeigewerkschafter Rainer Wendt. Sie plädieren dafür, Böllerei und Feuerwerk wegen der Corona-Pandemie komplett zu verbieten. Durch Feuerwerk kämen die Menschen nämlich schneller in Partystimmung, was zu mehr Unachtsamkeit führe und somit das Risiko der Ausbreitung des Coronavirus erhöhe. Auch der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) schließt sich der Meinung an und wünscht sich ebenfalls eine ruhige Silvesternacht.

RND/nis

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen