Silvester

Gewerkschaft der Polizei fordert Verbot privater Feuerwerke

Schluss mit der Böllerei? Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für zentral organisierte Feuerwerke an Silvester und ein Verbot privater Böllereien aus.

Schluss mit der Böllerei? Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für zentral organisierte Feuerwerke an Silvester und ein Verbot privater Böllereien aus.

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für zentral organisierte Feuerwerke an Silvester und ein Verbot privater Böllereien aus. Die Maßnahme sei für viele vielleicht schmerzhaft, aber sinnvoll, teilte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke mit. Argumente dagegen seien unter anderem die Schadstoffproduktion, der anfallende Müll, das hohe Unfallrisiko vor allem unter Alkoholeinfluss, die Böller- und Raketenangriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter und sowie die Sachbeschädigungen.

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Feuerwerk belaste zudem viele Menschen und Tiere psychisch wie physisch. Angesichts angespannter Situationen in Krankenhäusern sei es zudem unverantwortlich, die dortigen Mitarbeitenden ohne zwingenden Grund und ohne Not noch höheren Belastungen auszusetzen.

Kritik wird lauter: Das Böllern an Silvester kehrt zurück

Nach zwei Jahren ohne Raketen- und Böllerverkauf wird Silvester in diesem Jahr voraussichtlich wieder lauter und bunter.

Innenministerium wies Forderung der Deutschen Umwelthilfe zurück

Der Gewerkschafter forderte die Innenministerkonferenz sowie Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf, sich diesem Thema zeitnah zu widmen. Mit einer Novelle des Sprengstoffgesetzes könnten sicher die Voraussetzungen für ein umfassendes Verbot des Abbrennens privaten Feuerwerks geschaffen werden, so Kopelke.

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Das Bundesinnenministerium wies bereits Anfang November die Forderung der Deutschen Umwelthilfe nach einem generellen Böllerverbot an Silvester zurück. Ein entsprechendes Verbot sei zum Jahreswechsel 2020/2021 und 2021/2022 jeweils von Bund und Ländern aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen worden, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. „Ob erneut eine Situation entstehen wird, die einen vergleichbaren Beschluss erforderlich macht, ist derzeit nicht absehbar“, fügte sie hinzu.

Feuerwerk-Industrie rechnet mit Umsatz wie vor der Corona-Pandemie

Die Feuerwerk-Industrie rechnet in diesem Jahr mit einem ähnlichen Silvesterumsatz wie vor der Corona-Pandemie. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) geht von Erlösen von rund 120 Millionen Euro aus, wie Geschäftsführer Klaus Gotzen der Deutschen Presse-Agentur sagte.

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Die Verkaufsverbote für Silvesterböller in den vergangenen beiden Jahren seien für die Feuerwerkshersteller eine große Herausforderung gewesen. „Die Corona-Zwangspausen 2020 und 2021 haben die Branche beinahe ausgeknockt“, sagte Gotzen. Mehrere Hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien seit 2020 entlassen worden. Außerdem sei der Silvesterumsatz um bis 95 Prozent gesunken. Mit den Corona-Hilfen seien die Umsatzverluste zwar abgemildert worden, ein Ausgleich der Verluste sei aber „in keiner Weise“ erfolgt, sagte Gotzen.

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Nun blickt der Verband Gotzen zufolge wieder hoffnungsvoll in die Zukunft. Während der Pandemie habe die Branche an nachhaltigeren Konzepten gearbeitet. „Ziel ist es, Kunststoff vollständig in unseren Produkten zu ersetzen - alle Produkte sollen biologisch abbaubar werden“, betonte der VPI-Vorsitzende Thomas Schreiber.

Entscheidung über Verbot liegt nun bei Städten und Gemeinden

Ohne ein allgemeines Verbot liegt die Entscheidung, ob geböllert werden darf, nach Auskunft des Bundesumweltministeriums bei den Städten und Landkreisen. Mehrere Großstädte wollen auch in diesem Jahr bestimmte Bereiche für Feuerwerk sperren, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. In Berlin geht es unter anderem um den Alexanderplatz, in München um den gesamten Bereich innerhalb des Mittleren Rings.

Durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern werden nach Angaben des Umweltbundesamts jährlich rund 2050 Tonnen Feinstaub freigesetzt, 1500 Tonnen davon in der Silvesternacht. Die Menge entspreche etwa einem Prozent der insgesamt in Deutschland freigesetzten Feinstaubmenge pro Jahr.

RND/dpa

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