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Bluttat in Göttingen: Verdächtiger ist mehrfach verurteilter Vergewaltiger

  • Nach der Bluttat in Göttingen fahndet die Polizei nach Frank N..
  • Der Verdächtige ist kein Unbekannter: Der 52-Jährige hat bereits mehrere Vorstrafen wegen Sexualdelikten aus den Neunzigern.
  • Nach seiner Tat am Donnerstag soll er Kontakt zu den Ermittlern aufgenommen haben.
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Göttingen. Der Mann, der am Donnerstag eine 44-jährige Frau auf offener Straße getötet haben soll, ist bei der Polizei kein Unbekannter. Wie das „Göttinger Tageblatt“ berichtet, ist Frank N. bereits mehrfach wegen Sexualdelikten vorbestraft und hat mehrere Jahre in Haft gesessen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen bestätigte am Freitag, dass der 52-Jährige bereits als Jugendlicher zweimal wegen Vergewaltigung zu Jugendstrafen verurteilt wurde. 1994 verurteilte das Landgericht Göttingen den damals 27-Jährigen wegen Vergewaltigung zu sechs Jahren Freiheitsstrafe.

Der Mann hatte im November 1992 vor dem Landgericht gestanden, weil er eine damals 30-jährige Frau morgens in ihrer Garage überfallen und vergewaltigt haben soll. Seinen Angaben zufolge hatte er die Frau auf dem Fußweg vorbeigehen sehen. Dabei sei ihm die Idee gekommen, sie zu vergewaltigen.

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N. flüchtete aus dem Gericht

Ein Jahr nach dem Urteilsspruch musste die Polizei dann erstmals öffentlich nach Frank N. fahnden. Der damalige Strafgefangene war 1995 bei einem Zeugentermin im Amtsgericht Göttingen seinen Bewachern entkommen und getürmt.

Rund einen Monat später nahm ihn die Polizei fest. Auch die Festnahme verlief nicht reibungslos: Der Mann schleuderte den Beamten sein Fahrrad entgegen und flüchtete. Später verurteilte ihn das Amtsgericht Göttingen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu weiteren zwei Monaten Haft.

2001 wurde der Mann aus dem Gefängnis entlassen. Strafrechtlich sei er danach nicht mehr in Erscheinung getreten – bis auf einige Fälle von Sachbeschädigung.

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Verdächtiger nimmt Kontakt zu Ermittlern auf

Die Fahndung nach dem Verdächtigen läuft aktuell auf Hochtouren. In Elze bei Hildesheim war am Freitag ein Zug gestoppt worden. Es habe einen Hinweis vom Personal auf den Gesuchten gegeben. „Als die Beamten eintrafen, flüchtete die Person aus dem Zug. Die Suche dauert an“, sagte sie am Mittag. N. hatte offenbar die Scheiben des Waggons mit einem Nothammer eingeschlagen und war aus dem Fenster gesprungen.

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Die "Hildesheimer Zeitung" berichtet, dass die Ermittler nach der Tat mehrfach Kontakt zu dem Flüchtigen hatten. Dieser habe mehrfach Passanten angesprochen und nach einem Handy gefragt, heißt es in dem Bericht. Damit habe er die Ermittler kontaktiert und nach dem Zustand der Opfer gefragt.

Wie die "Bild" berichtet, nahm der Verdächtige auch Kontakt zu einem Anwalt aus Hannover auf - danach sei er wieder abgetaucht.

Frau mit Benzin übergossen und angezündet

Bei der Bluttat am Donnerstag soll der Verdächtige auf offener Straße eine Bekannte umgebracht haben. Sie starb noch am Tatort. Zeugen, die dem 44 Jahre alten Opfer helfen wollten, wurden laut Polizei ebenfalls von dem Täter attackiert.

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung hatte der Mann das Opfer zunächst niedergeschlagen und dann mit einem Feuerlöscher auf die Frau eingeschlagen. Dann übergoss er sie mit Benzin und zündete sie an. Die Polizei wollte zu diesen Details zunächst nichts Näheres sagen.

Die Ermittler veröffentlichten Fotos von dem Verdächtigen und warnten davor, ihn anzusprechen. Sie gehen davon aus, dass er noch immer bewaffnet ist.

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RND/msc/dpa