Blutige Rache: Mitglieder einer Großfamilie verurteilt

  • Ein junger Syrer verliebt sich in eine Frau, die nach islamischem Ritus bereits mit einem anderen verheiratet ist.
  • Deshalb wurde er fast umgebracht.
  • Jetzt wurden die Urteile gesprochen.
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Essen. Nach einer blutigen Racheaktion sind zehn Mitglieder einer syrischen Großfamilie am Donnerstag zu Bewährungs- und Gefängnisstrafen von bis zu achteinhalb Jahren verurteilt worden. Laut Urteil haben die Angeklagten vor knapp anderthalb Jahren beschlossen, einen 19-Jährigen brutal zu bestrafen. Hintergrund war ein Verhältnis des jungen Mannes mit einer damals 17-jährigen Frau aus der Großfamilie, die nach islamischem Ritus bereits mit einem anderen Mann verheiratet war. Das Opfer war bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt worden. Die Urteile lauten auf gefährliche Körperverletzung und Beihilfe.

Richter Jörg Schmitt sprach bei der Urteilsverkündung von "einer ganz schlimmen und brutalen Tat". Die Angeklagten seien zu acht auf einen unbewaffneten Mann losgegangen. "Angestachelt" hätten sie die Mutter des Mädchens und eine Tante. Gegen die beiden Frauen wurden Gefängnisstrafen von über drei Jahren Haft verhängt.

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Handy-Videos zeigen Tat

Der damals 19-Jährige war in der Nacht auf den 31. Mai 2018 in einem Essener Hinterhof angegriffen worden, in den er geflüchtet war. Er wurde geschlagen und mit einem Messer schwer verletzt. In der Anklage war sogar von einer Teilskalpierung die Rede. Von der Tat gibt es Handy-Videos, die von einigen der Angeklagten angefertigt worden sind. Darauf waren über 30 Schläge, Stiche, Tritte oder Schnitte zu sehen. Das Leben des 19-Jährigen hatte nur durch eine Not-Operation gerettet werden können.

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Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat als versuchten Mord gewertet und bis zu elf Jahre Haft beantragt. In der Anklage war außerdem davon die Rede, dass der 19-Jährige sterben sollte, um die Ehre der Großfamilie wieder herzustellen.

RND/dpa

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