Black Lives Matter für Friedensnobelpreis nominiert

  • Die Internationale Bewegung Black Lives Matter ist spätestens nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd weltweit ein Begriff.
  • Jetzt wird Ihr Einsatz gegen Polizeibrutalität und Rassismus mit einer Nominierung für den diesjährigen Friedensnobelpreis honoriert.
  • Die Bewegung wurde zudem mit dem schwedischen Olof-Palme-Preis geehrt.
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Stockholm. Die Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter (BLM) ist für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert worden. Die Nominierung wurde von einem norwegischen Abgeordneten eingereicht, wie dieser am Samstag in der Zeitung „Klassekampen“ bekanntgab.

Zugleich wurde bekannt, dass Black Lives Matter mit dem schwedischen Olof-Palme-Preis geehrt worden ist. Patrisse Cullors, eine der Gründerinnen der Bewegung, wurde am Samstagabend bei einer digitalen Preiszeremonie symbolisch und stellvertretend für die gesamte internationale Organisation durch Palmes Sohn Joakim ausgezeichnet.

BLM für Friedensnobelpreis nominiert: „Nöte der afroamerikanischen Minderheit offen gelegt“

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Es bewege sie, dass Black Lives Matter – einst von drei Frauen in den sozialen Medien gestartet – nun einen weltweiten Einfluss besitze, sagte Cullors. Der Preis sei „eine Erinnerung daran, dass unsere Arbeit überall seinen Nachhall findet“. Es sei völlig offensichtlich für sie, dass Rassismus nicht nur in den USA existiere. Black Lives Matter sei eine Bewegung für alle Schwarzen weltweit – und die Arbeit noch lange nicht zu Ende.

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Die Black Lives Matter Global Network Foundation, die Organisation der Bewegung, wird für ihren Einsatz für friedlichen zivilen Ungehorsam gegen Polizeibrutalität und rassistische Gewalt in aller Welt ausgezeichnet. Die Bewegung habe die Nöte und die Wut der afroamerikanischen Minderheit offen gelegt, als nicht gleichgestellt zu Menschen anderer Hautfarbe betrachtet zu werden, sagte der Vorsitzende des Olof-Palme-Gedächtnisfonds, Pierre Schori. Zu Cullors sagte er: „Du bist eine Freiheitskämpferin und eine Geschichtsschreiberin.“

Palme-Preis mit 100.000 Dollar dotiert

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Black Lives Matter ist eine in den USA gegründete und inzwischen internationale Bewegung, die sich gegen Polizeibrutalität und Rassismus einsetzt. Sie entstand 2013 als Reaktion auf den Freispruch eines Mannes, der ein Jahr zuvor den 17-jährigen Afroamerikaner Trayvon Martin erschossen hatte. 2020 hatte die Bewegung nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis nochmals an Zulauf und Bedeutung gewonnen - nicht nur in den USA, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern.

Der Palme-Preis ist mit 100.000 Dollar dotiert und wurde 1987 in Gedenken an Schwedens Ministerpräsidenten Olof Palme geschaffen, der ein Jahr zuvor in Stockholm ermordet worden war. Im vergangenen Jahr hatte ihn der mittlerweile verstorbene britische Schriftsteller und Spionageexperte John le Carré erhalten. Dass Black Lives Matter den Preis diesmal erhält, hatte die Jury bereits am Freitag mitgeteilt.

RND/dpa

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