Brauereien kämpfen sich aus der Krise: „Gerade läuft es gut“

  • Wegen der Corona-Krise war der deutsche Bierabsatz auf ein historisches Tief gesunken.
  • Inzwischen laufen in den Brauereien die Abfüllanlagen wieder auf Hochtouren.
  • Betreiber blicken wieder optimistischer in die Zukunft, wie ein Blick nach Rostock zeigt.
Anzeige
Anzeige

Rostock. Die Corona-Krise hat auch Deutschlands Brauereien schwer getroffen, monatelang waren Restaurants und Bars geschlossen, sämtliche Volksfeste fielen aus. Inzwischen steigt der Bierabsatz wieder, die Abfüllanlagen laufen auf Hochtouren. Auch in der Hanseatischen Brauerei Rostock.

Pro Minute kann dort ein Fass gefüllt werden, die Anlage ist etwa 14 Stunden am Tag in Betrieb. „Pro Tag schaffen wir bis zu 840 Fässer“, sagte Braumeister Holger Köpcke der Rostocker „Ostsee-Zeitung“. Er sei froh über die viele Arbeit, nachdem im November 2020 die Anlage komplett stillgelegt worden war.

„Die Gaststätten hatten geschlossen, die Gastronomen hatten kein Weihnachtsgeschäft – und wir als Lieferanten auch nicht“, sagte Brauereichef Peter Christian Gliem der Zeitung. Erst im Mai habe die Brauerei die Anlagen wieder in Betrieb genommen. „Da wurden wir überrannt. Die Gaststätten mussten ihre Lager wieder füllen“, so Gliem. Von den Absatzzahlen von Vor-Pandemie-Zeiten sei die Branche aber noch deutlich entfernt, unter anderem wegen der noch immer geltenden Einschränkungen. Gliem nennt unter anderem die in wesentlich kleinerem Rahmen stattfindende Warnemünder Woche oder nicht stattfindende Konzerte. „Wir werden nicht die Absatzerfolge haben, die wir vor Jahren hatten“, so Gliem.

Anzeige

Deutscher Bierabsatz wegen Corona auf historischem Tief

Den Bierabsatz in Deutschland hatte die Corona-Krise auf ein historisch niedriges Maß gedrückt. Die Brauereien und Bierlager setzten im vergangenen Jahr mit 8,7 Milliarden Litern 5,5 Prozent weniger ab als im Jahr 2019. Es war der niedrigste Wert seit der Neufassung des Biersteuergesetzes im Jahr 1993, das die Grundlage der Statistik bildet.

Gliem blickt trotz aller Widrigkeiten optimistisch in die Zukunft. „Ich lebe im Hier und Jetzt und gerade läuft es gut. Es macht uns Freude, wieder Gastgeber zu sein – in den Gaststätten, auf den Zeltplätzen, in Hotels, bei Veranstaltungen“, sagt er der „Ostsee-Zeitung“.

RND/seb

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen