Bier mit Nazi-Symbolik verkauft: Getränkehändler angeklagt

  • Ein Getränkehändler, in dessen Geschäft das Bier namens “Deutsches Reichsbräu” in der bei Neonazis beliebten Frakturschrift für 18,88 Euro verkauft wurde, muss sich vor Gericht verantworten.
  • Die neue Biermarke wurde von einem bekannten Südthüringer Rechtsextremisten Anfang des Jahres im Internet angekündigt.
  • Dem Getränkehändler wird die Verbreitung von Kennzeichen vorgeworfen, die verfassungsfeindlichen Kennzeichen zum Verwechseln ähnlich sehen.
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Naumburg/Bad Bibra. Ein Getränkemarkt aus Bad Bibra (Sachsen-Anhalt) hatte Anfang des Jahres für Empörung gesorgt, weil er Bier mit Nazi-Symbolik verkaufte - jetzt hat die Generalstaatsanwaltschaft Anklage in dem Fall erhoben. Der Fall liege beim Amtsgericht Naumburg, das über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden müsse, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Angeklagt sei der Getränkehändler, in dessen Geschäft das Bier namens “Deutsches Reichsbräu” in der bei Neonazis beliebten Frakturschrift für 18,88 Euro verkauft wurde.

Die Zahl "18" ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, die Initialen Adolf Hitlers. Die 88 steht in der Szene für "Heil Hitler". Die neue Biermarke wurde von einem bekannten Südthüringer Rechtsextremisten Anfang des Jahres im Internet angekündigt. Dem Getränkehändler wird dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft zufolge die Verbreitung von Kennzeichen vorgeworfen, die verfassungsfeindlichen Kennzeichen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Nach Bekanntwerden des Falles hatte der Franchise-Geber die Zusammenarbeit mit dem Eigentümer des Ladens aufgekündigt und auch die Deutsche Post hatte die Suche nach einem neuen Kooperationspartner im örtlichen Einzelhandel angekündigt.

RND/dpa

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