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Bernsteinzimmer an Bord der „Karlsruhe“? Erster Tauchgang zum Schiff gestartet

  • Seit Jahrzehnten wird händeringend nach dem legendären Bernsteinzimmer gesucht.
  • Nun plant eine Tauchexpedition aus Polen den Schatz zu bergen – und zwar aus der Ostsee.
  • Vermutet wird der sagenumwobene Schatz an Bord der untergegangenen „Karlsruhe“.
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Es ist das sogenannte „achte Weltwunder“ – und gibt Forschern bis heute ein Rätsel auf: Denn seit Jahrzehnten wird händeringend nach dem legendären Bernsteinzimmer gesucht. Der 1941 von den Nazis geraubte Kunstschatz gilt seit Kriegsende als verschollen – immer wieder wird über seinen Verbleib spekuliert. Nun plant eine Tauchexpedition aus Polen, den Schatz zu bergen – und zwar aus der Ostsee. Die Wracktaucher vermuten den Schatz an Bord der untergegangenen „Karlsruhe“. Der Frachter sollte im Rahmen der „Operation Hannibal“ Flüchtlinge aus den damaligen deutschen Ostgebieten vor der anrückenden Sowjetarmee in Sicherheit bringen.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, versuchen die Hobbytaucher aus Polen, Schweden, Großbritannien und Finnland in den kommenden elf Tagen in 88 Metern Tiefe herauszufinden, was in Kisten im Wrack verborgen liegt. Am heutigen Montag sollten die Tauchgänge beginnen. Wie Bernsteinzimmer-Experte und „Welt“-Herausgeber Stefan Aust bei Bild TV erklärt, halte er es für durchaus möglich, dass der sagenumwobene Schatz tatsächlich mit der „Karlsruhe“ untergegangen ist. „Es ist gegen Ende des Krieges in 26 bis 28 Kisten verpackt worden, die sind verschwunden“, so Aust. „Entweder sind die im Schloss in Königsberg verbrannt oder noch wegtransportiert worden. Dass dies auf einem Schiff gewesen sein kann, ist nicht abwegig.“

Kritik an Geschäftsmodell der Wracktauchtouren

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Der Tauchgang der Schatzsucher stößt jedoch auch auf harsche Kritik – und zwar seitens der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Diese fürchtet nämlich um die Totenruhe. Wie die „Ostsee-Zeitung“ (OZ) bereits im August berichtete, werden Wracktauchtouren immer mehr zu einem Geschäftsmodell – ein kommerzielles Freizeitvergnügen, das auf die Würde der Toten keinerlei Rücksicht nimmt.

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Wie Christian Lübcke, der Landesgeschäftsführer des Volksbundes, gegenüber der OZ betonte, wisse niemand ganz genau, von wie vielen Menschen die Überreste am Grund der Ostsee liegen. Dabei will er jedoch niemanden unter Generalverdacht stellen. Viele Taucherinnen und Taucher wüssten oft gar nicht, dass sie sich auf einem Friedhof befänden: „Aber es gibt auch die, die Trophäen sammeln, zwischen Gebeinen und Kinderwagen Kisten aufreißen und sich um die Totenruhe nicht scheren.“ Das Netz ist voll mit Bildern entsprechender Prahlereien.

Zu den maßgeblichen Akteuren auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer gehört der polnische Taucher und Fotograf Tomasz Stachura und seine Tauchgruppe „Baltictech“. Für Lübcke ist klar: „Wenn man sich die Tauchprojekte auf der Internetseite von Baltictech anschaut, sieht man schnell: Da sind einige Seekriegsgrabstätten dabei.“ Auch in der „Karlsruhe“ hätten die Taucher laut Lübcke nichts zu suchen: „Da sind damals mehr als 900 Menschen gestorben, vor allem Frauen und Kinder.“ Stachura und seine Leute hätten keine Hemmungen: „Das, was sie an Straftaten begehen, posten sie auch öffentlich im Netz.“

RND/liz

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