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Berliner Zoo: Panda-Zwillinge Pit und Paule feiern ersten Geburtstag

  • Ihre Geburt war eine Sensation:
  • Zum ersten Mal gelang dem Berliner Zoo vor einem Jahr die Nachzucht von Großen Pandas.
  • Zum Geburtstag gibt es eine Eistorte für die Panda-Zwillinge.
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Berlin. Mit einer knackig-frischen Eistorte aus Rote-Beete-Saft, Äpfeln, Süßkartoffeln, Karotten und Bambus haben Pfleger des Berliner Zoos die Pandazwillinge Pit und Paule an ihrem ersten Geburtstag überrascht. Die beiden inspizierten die Torte in Form eines Tempels, auf dessen Dach eine “1″ thronte, zogen es dann aber vor, zunächst einmal zu klettern und zu spielen. “Zwei echte Berliner Bären! Pit und Paule sind uns innerhalb des letzten Jahres sehr ans Herz gewachsen”, so Zoo-Direktor Andreas Knieriem.

Pit hat die längere Schnauze

Nur an der Nase ließen sich Berlins Panda-Zwillinge, die Ende August ein Jahr alt werden, äußerlich unterscheiden. Pit habe das längere Schnäuzchen von Papa Jiao Qing geerbt, Paule die kurze Nase von seiner Mutter Meng Meng. Aber Äußerlichkeiten sind nicht alles. Kaum jemand kennt den Charakter der schwarz-weißen Bären-Brüder so genau wie ihr Pfleger Schmohl, der seit der Paarung alles hautnah verfolgt.

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Eine kleine Warteschlange gibt es immer noch vor der zehn Millionen Euro teuren Panda-Welt im Berliner Zoo, mit grün-rot geschwungenem Ziegeldach und Drachen als Krönung. Allein schon wegen der Corona-Infektionsgefahr dürfen nicht zu viele Besucher gleichzeitig hinein. Mehrere Wochen Entwicklung bei den Mini-Pandas haben die Gäste im Lockdown verpasst.

Nun klettern Pit und Paule draußen herum und kauen vorsichtig ihre ersten Bambusblätter. "Das geht bei den beiden jetzt gerade in Richtung Teenager-Alter", berichtet Schmohl. "Sie werden gerade frecher." Früher hätten die Kleinen fast jeden Tag anders ausgesehen, so rasant verlief die Entwicklung. "Jetzt legen sie nur noch an Gewicht zu und werden größer."

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Pandas im Zoo Berlin: Pit und Paule wollen sich zeigen
1:05 min
Flauschig, tapsig, neugierig: Am Donnerstag werden die kleinen Pandazwillinge im Berliner Zoo das erste Mal für Besucher zu sehen sein.  © dpa

Die Pfleger können die jungen Pandas an ihren Charaktereigenschaften gut auseinanderhalten. "Paule, der Jüngere, war von Anfang an der deutlich Aktivere", sagt Schmohl. Er habe schneller Laufen gelernt, sei mobiler und ein kleiner Draufgänger. "Er hat zeitig sein eigenes Ding gemacht." Pit dagegen wirke langsamer und gemütlicher und halte sich gern eng an Mama.

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Vor einem Jahr, am 31. August, war die erste Panda-Geburt in einem deutschen Zoo eine Sensation. Pandas sind nicht nur Einzelgänger, sondern auch ausgesprochene Sex-Muffel. Nur an rund drei Tagen im Jahr besteht überhaupt Chance auf Nachwuchs. In Berlin hatte es vorher nie geklappt. Heute leben hier die einzigen Großen Pandas in Deutschland - nun eben vier.

Panda-Zucht in Zoos ist alles andere als unumstritten

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Dem Zufall überlassen wollte der Berliner Zoo nichts: Chinesische Experten halfen dem unerfahrenen Panda-Männchen und seiner verspielten Partnerin, die 2017 aus China nach Berlin übersiedelten, sicherheitshalber auch mit künstlicher Befruchtung auf die Sprünge. Was nun Erfolg hatte, der Liebestunnel zwischen den Gehegen oder das menschliche Zutun, bleibt offen.

Unumstritten ist die Panda-Zucht in Zoos nicht. China vergebe die Tiere in einer Art Panda-Diplomatie nur an Länder, mit denen es gute Beziehungen wünsche, monieren Kritiker. Die Berliner Pandas erbat keine Geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Andere sehen die Zucht in der Heimat der Tiere als reines Geschäftsmodell Chinas. Für die erwachsenen Tiere zahlt der Berliner Zoo pro Jahr eine Leasing-Gebühr von einer Million US-Dollar, die Summe für die Jungtiere wird nicht veröffentlicht. Auch sie bleiben per Vertrag Eigentum Chinas. Das Geld fließe wieder in den Artenschutz, heißt es aus dem Reich der Mitte.

Für die Tierrechtsorganisation Peta ist die Haltung und Zucht von Pandas in Zoos kein Beitrag zum Artenschutz. Der Umweltschutzverband WWF sieht den Knackpunkt für das Überleben der Pandas im Erhalt und Ausbau der Lebensräume in China. Doch auch Zoos spielten eine Rolle und könnten als "Arche" zur Rettung beitragen.

Bärenbrüder hießen ursprünglich Meng Yuan und Meng Xiang

In Berlin rangierte der erste hörbare Pandababy-Herzschlag im Mutterleib im Sommer 2019 fast auf dem Level einer Promi-Geburt. "Wir wussten es nur ein paar Tage vorher, und dann wurden es sogar zwei", sagt Schmohl heute. Er gibt gern zu, dass die Babys, bei der Geburt 186 und 136 Gramm leicht, am Anfang nicht gerade nach Pandas aussahen. "Eher nach einem kleinen Nacktmull."

Offiziell erhielten die Bärenbrüder die chinesischen Namen Meng Yuan und Meng Xiang. Das bedeutet erfüllter Traum und ersehnter Traum. Doch die Tierpfleger haben die Sache in Berliner Tradition vereinfacht. Sie tauften die beiden Rabauken Pit und Paule. Noch hörten sie allerdings nicht darauf, berichtet Schmohl.

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Fast 30 Kilo bringen die beiden inzwischen jeweils auf die Waage - gut ein Drittel des Gewichts ihrer Mutter. "Sie schlafen getrennt und hängen nicht zu sehr aneinander", sagt Schmohl. "Aber sie würden registrieren, wenn der andere fehlt."

RND/dpa

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