• Startseite
  • Panorama
  • Berliner Senat wirbt mit Mittelfinger für Einhaltung der Corona-Regeln

Berliner Senat wirbt mit Mittelfinger für Einhaltung der Corona-Regeln

  • Der Berliner Senat wirbt mit einem Plakat für die Einhaltung der Corona-Regeln.
  • Zu sehen ist darauf eine ältere Dame, wie sie den Mittelfinger hochhält.
  • Die Kampagne sorgt im Netz für geteilte Meinungen.
Anzeige
Anzeige

Die #Berlingegencorona-Kampagne des Senats ist umstritten. Bereits seit dem 14. September versucht die Stadt mit Witz und Charme, die Bürger Berlins zu erreichen. Gestartet ist die Aktion mit Werbesprüchen wie „Liberté, Egalité, Charité? Lieber Abstand halten” oder „Abstand halten. Sonst ist deine Stammkneipe schneller dicht als du”.

Das sorgte längst nicht für so viel Diskussionen wie die neueste Anzeige des Senats im „Tagesspiegel”. Zu sehen: Eine ältere Dame. Sie trägt eine mit Blumen gemusterte Maske. Mit ernster Miene hält sie neben dem Gesicht ihren Mittelfinger hoch.

“Wir halten die Corona-Regeln ein”

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Dazu steht geschrieben: „Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske. Wir halten die Corona-Regeln ein.“ Warum jedoch von einem Zeigefinger gesprochen und ein Mittelfinger gezeigt wird, lässt die Kampagne offen.

„Mit dem Bild wollten wir Aufmerksamkeit erreichen“, erklärt Pressesprecher Christian Tänzler von der Tourismusgesellschaft visitBerlin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die haben wir auch erreicht. Die Mehrheit der Berliner trägt eine Maske, aber wir wollen auch diejenigen erreichen, die es nicht tun.“

Provokantes Bild bewusst gewählt

Anzeige

Die Firma hat gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe die Kampagne entworfen. Dass das Plakat nicht nur auf Zuspruch stoßen werde, sei den Verantwortlichen schon zuvor bewusst gewesen: „Das Feedback ist sehr gemischt. Natürlich ist das ein provokantes Bild. Das haben wir jedoch bewusst gewählt, um die zu schützen, deren Gesundheit gefährdet ist”, erklärt er.

Gespaltene Meinungen auf Twitter

Auf Twitter wird deutlich, wie umstritten die Maßnahme der Berliner Regierung ist. Einige Nutzer befürworten das Bild. „Ich finde es gut”, heißt es unter dem Post von „Tagesspiegel”-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Andere zeigen sich eher unbeeindruckt: „Und das soll als Eyecatcher funktionieren? In Berlin?”, so ein Twitter-User. Es gibt aber auch Nutzer, denen das Plakat negativ aufstößt: „Schade, dass das Niveau immer mehr sinkt”, so eine Userin.

Kampagne läuft bis März 2021

Bis März läuft die Kampagne noch. Schon in der kommenden Woche soll im Berliner Stadtteil Kreuzberg eine Wand bemalt werden – das Ganze sei dann für die Öffentlichkeit beobachtbar, wie der Sprecher verrät. Ob bis zum Frühjahr 2021 noch weitere solcher Bilder folgen werden, wollte Tänzler nicht verraten.

RND/lmw



“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen