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  • Berliner Krankenschwester zu Corona: Wütender Facebook-Beitrag richtet sich gegen Spahn und RKI - und klatschende Menschen

Krankenschwester verfasst Brandbrief: “Euer Klatschen könnt ihr euch sonst wo hinstecken”

  • Eine Berliner Gesundheitskraft verfasst im Zuge der Corona-Krise einen wütenden Facebook-Beitrag.
  • Die Krankenschwester ist nicht nur sauer auf Gesundheitsminister Jens Spahn und das Robert-Koch-Institut.
  • Sie kritisiert auch die Menschen, die jetzt für Krankenhausmitarbeiter klatschen – ihr Brandbrief geht viral.
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Berlin. Gesundheitskräfte kommen im Kampf gegen das Coronavirus täglich an ihre Grenzen. Sie arbeiten in langen Schichten, müssen sich um viele Patienten gleichzeitig kümmern und haben nicht genügend Schutzkleidung. Davon berichtet nun auch die Berliner Krankenschwester Nina Magdalena Böhmer – und sie ist wütend.

In einem Beitrag auf Facebook kritisiert die 28-jährige Pflegerin das Robert-Koch-Institut, Gesundheitsminister Jens Spahn und die klatschende Gesellschaft. So ist Böhmer aufgebracht über die vergangenen Aussagen von Spahn. “Dann sagt Herr Spahn, es geht gar nicht um die Bezahlung in dem Beruf, es ist nur wichtig, den Job attraktiver zu machen.” Zudem berichtete Böhmer, dass die Krankenhausmitarbeiter “einen Mundschutz und Schutzkittel für mehrere Patienten” benutzen sollen.

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Einige Ankündigungen des Robert-Koch-Instituts kann sie nicht nachvollziehen: “Und jetzt müssen wir nicht mehr in Quarantäne nach Kontakt, wir können schon früher zur Arbeit gerufen werden, sagt das RKI!” Darüber hinaus ist Böhmer verärgert darüber, dass das RKI momentan Lob erfährt. “Schämt euch, diejenigen, die das RKI hoch in den Himmel heben!” Die Krankenschwester möchte nicht die Heldin der Corona-Krise spielen, solange der Job mit wenig Bezahlung einhergeht. “In einem Beruf, der jahrelang unterbezahlt ist ... wo alle am Limit arbeiten ... wir sollen jetzt die Helden sein und werden so behandelt?”

Bessere Arbeitsbedingungen

Zum Ende hin wendet die Pflegerin sich an die klatschenden Leute. Dieses Verhalten findet sie scheinheilig, solange die gleichen Menschen sich nicht auch für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. “Und euer Klatschen könnt ihr euch sonst wo hinstecken, ehrlich gesagt ... Tut mir leid, es so zu sagen, aber wenn ihr helfen wollt oder zeigen wollt, wie viel wir wert sind, dann helft uns, für bessere Bedingungen zu kämpfen.”

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Deutschland klatscht für Corona-Helfer Beifall
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Der Applaus gilt unter anderem Ärztinnen und Ärzten, dem Pflegepersonal und Supermarktmitarbeitern.  © Reuters
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Ihr Brandbrief stößt auf viel Zustimmung im Netz – mehr als 80.000-mal wurde der Beitrag geliked und mehr als 70.000-mal geteilt. Eine Benutzerin auf Facebook antwortet der Krankenschwester mit zusprechenden Worten: “Das ist so mies. Nina, du machst 'nen super Job! Danke, dass du das machst! Ich bleib für dich zu Hause.”

RND/am

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