Berliner Jusos schlagen vor: Schülerinnen und Schüler sollen Lehrende duzen

  • Ein Vorschlag der Berliner Jusos sorgt derzeit für Diskussionen.
  • Laut eines Antrags fordert die Jugendorganisation der SPD, dass Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte duzen sollen.
  • Das könne die Atmosphäre und die Schulleistung verbessern, heißt es.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Lehrerinnen und Lehrer sollen Respektspersonen sein. Das Siezen solcher ist für viele selbstverständlich. Die Berliner Jusos (Jugendorganisation der SPD) schlagen nun aber vor, dass Schülerinnen und Schüler ihre Lehrenden duzen sollen. „Wir wollen, dass Schüler*innen ihre Lehrer*innen duzen können, um künstliche Distanzen abzubauen und eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen“, teilten die Neuköllner Jusos am Montag auf Facebook mit, die die Forderung eingebracht hatten.

Der Vorstoß wird außerdem damit begründet, dass in anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Schweden und Finnland schon seit längerer Zeit in der Schule generell geduzt werde, heißt es laut RBB24 in dem Antrag, den die Jusos bei ihrer Berliner Landesdelegiertenkonferenz am Wochenende beschlossen haben.

Anzeige

Das Duzen trage demnach dazu bei, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Deutlich werde das am guten Abschneiden der genannten Länder bei der regelmäßigen Pisa-Studie, heißt es weiter.

Anzeige

Psychologe sieht Vorschlag kritisch

Der Psychologe Wolfgang Krüger aus Berlin findet den Vorschlag gewagt, wie er gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärt. Das Sie sei eine Form des Respekts und ein Mittel, um den Abstand zwischen zwei Personen zu wahren – und vor allem ein Zeichen des Respekts der Jüngeren älteren Menschen gegenüber. „Das Du verringert diesen Abstand“, sagte Krüger der Zeitung.

Anzeige

Mit dem Anbieten des Du würde man selbst entscheiden, ob man eine Beziehung auf eine freundschaftliche Ebene hebe. In der Schule könne das Du so auch zu einer besseren Atmosphäre führen. Dennoch warnt der Psychologe vor negativen Konsequenzen. Es könne auch dazu führen, dass Lehrerinnen und Lehrer „nicht mehr als Respektsperson wahrgenommen“ werden, führt Krüger im Gespräch mit der Zeitung aus.

RND/nis

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen