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Berliner Fashion Week startet am Montag: Wie funktioniert die Modewoche in Corona-Zeiten?

  • Models präsentieren die neuesten Entwürfe der Designer auf dem Laufsteg, zahlreiche Zuschauer – darunter Prominente – schauen sich das Ganze an.
  • So laufen Fashion Weeks in Berlin, Paris oder Mailand normalerweise.
  • Doch die Modewoche in Berlin, die am Montag startet, muss wegen der Corona-Pandemie umdisponieren.
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Berlin. Keine Zuschauer, keine Modewoche? Nicht ganz: Die Fashion Week Berlin, die am Montag startet, hat sich auf die Corona-Krise eingestellt und setzt auf eine digitale Offensive. Statt auf den Laufstegen können Modeinteressierte sich die neuesten Entwürfe der Designer nun bei Livestreams im Internet ansehen. Auch Gesprächsformate und virtuelle Treffen dazu sind im Netz geplant.

Der anfängliche Plan einer hybriden Modewoche mit sowohl Vor-Ort-Veranstaltungen als auch digitalen Events wurde demnach zugunsten einer komplett digitalen Fashion Week verworfen, wie eine Sprecherin gegenüber fashionunited.de bestätigte. Die aktuelle Corona-Situation würde es nicht erlauben, Besucher zu den Schauen einzuladen. Das geplante Programm soll aber trotzdem erhalten bleiben, nur eben digital.

Modewoche wird mit Mercedes-Benz Fashion Week eröffnet

So wird die Modewoche am 18. Januar mit der Mercedes-Benz Fashion Week eröffnet, die bis zum 20. Januar geht. Schon in den vergangenen Jahren wurden die Schauen auch per Livestream gezeigt – damals als Zusatzangebot für diejenigen, die keine Karten für die beliebten Veranstaltungen bekamen. Nun eben als Möglichkeit für Designer, auch in Corona-Zeiten ihre Stücke präsentieren zu können. Ergänzt wird das in diesem Jahr neben den eigentlichen Schauen noch durch digitale Talks mit Designern und Experten, Virtual Reality und Live-Web-Touren.

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Laufen werden die Models hierfür trotzdem wie gewohnt im Berliner Kraftwerk, auch wenn die Zuschauer diesmal nicht auf Stühlen neben dem Catwalk sitzen, sondern vorm PC. Anspruch sei es dabei auch, Berlin als Standort deutscher und nachhaltiger Modekonzepte neu zu positionieren, heißt es in der „Vogue“. Denn: Im Sommer vergangenen Jahres hat der Veranstalter Premium Group bekanntgegeben, dass die bislang in Berlin angesiedelte Modemesse 2021 nach Frankfurt umziehe.

Umzug nach Frankfurt gefällt nicht allen

Das gefällt nicht allen: „Die Nachricht über den Umzug der Messen Premium und Neonyt ab Sommer 2021 von Berlin nach Frankfurt haben wir mit Überraschung aufgenommen. Berlin hat sich in den vergangenen Jahren als Modemetropole etabliert und bietet ideale Voraussetzungen für die Inszenierung und Emotionalisierung von Mode in einem sehr kreativen Umfeld – und die Mercedes-Benz Fashion Week hat wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen“, sagte demnach damals schon Marcus Kurz, Geschäftsführer der Kreativagentur Nowadays, der das Schauenformat Mercedes-Benz Fashion Week Berlin veranstaltet. Auch Ramona Pop, die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, bestärkte laut „Vogue“ den Modewochen-Standort Berlin.

Nun werden ab Montag also erst mal wieder Schauen in Berlin gelaufen, auch wenn die Zuschauer virtuell sitzen können, in welcher Stadt sie wollen. Neben der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin wird auch der Berliner Salon wieder stattfinden. Das Event am 18. Januar bündelt in einer Gruppenausstellung rund 35 deutsche Designer und Designerinnen aus den Bereichen Mode, Accessoires und Schmuck, darunter Marina Hoermanseder, Odeeh, Vladimir Karaleev und PB0110.

Berlin Fashion Film Festival wird online veranstaltet

Außerdem wird erneut das Berlin Fashion Film Festival online veranstaltet, das ebenfalls am Montag startet. Geplant sind in dem Zusammenhang Filmvorführungen und eine dreitägige Konferenz mit Kreativen und Entscheidungsträgern aus Mode, Film und Lifestyle. Und am 19. und 20. Januar werden für die globale Initiative Fashion Open Studio unter anderem fünf ausgewählte Designer und Designerinnen virtuell ihre Ateliers öffnen, um Prozesse hinter dem Design und der Herstellung einer Kollektion zu zeigen. Darüber hinaus werden sie Online-Workshops, -Atelierführungen und -Demonstrationen anbieten.

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In den darauffolgenden Tagen, vom 21. bis zum 24. Januar, findet der Berlin Fashion Summit statt. Auch hier wird es digitale Workshops, Keynotes und Präsentation zu den Themen Modekultur, -ökonomie und -produkt geben. Eine abschließende Podiumsdiskussion soll fortschrittliche Lösungen und Richtlinien für die zukünftige Arbeit der Modeindustrie aufzeigen. Außerdem werden in der Modewoche vom 18. bis 24. Januar auch viele neue Veranstaltungen auf die Beine gestellt, darunter das Reference Festival von der Berliner Kommunikationsagentur Reference Studios und das Digital-First-Format „Berlin, Berlin“ des international bekannten Modemagazins Highsnobiety.

Auch Pariser Fashion Week findet digital statt

Und die Fashion Week Berlin ist nicht die einzige Modewoche, die wegen der Corona-Krise umdenken muss: Auch die Pariser Fashion Week im Januar findet nach Angaben der zuständigen Aufsicht ohne Publikum statt. Der französische Verband der Haute Couture und der Mode teilte der Nachrichtenagentur AP am vergangenen Montag mit, dass er bestätige, „dass es keine öffentlichen Versammlungen geben kann“ bei der Fashion Week. Er ließ Modehäuser wissen, dass sie nach Anweisung der Polizei in dieser Saison keine Gäste einladen dürften. Diesen Monat stehen die Modeschauen für Männermode und Haute Couture in Paris an.

mit AP

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