Berlin stattet Gefangene für 1,3 Millionen Euro mit Tablets aus

Der Berliner Senat hat 35 Gefangenen Tablet mit beschränktem Internetzugang zur Verfügung gestellt. Über die Geräte können die Häftlinge Emails schreiben aber auch „Wer wird Millionär“ gucken.

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Berlin. Im Rahmen eines Resozialisierungsprojekts haben 35 Strafgefangene der Justizvollzugsanstalt Heidering Tablets mit einem begrenzten Internet-Zugang erhalten. In der Testphase können die Insassen des Männergefängnisses unter anderem Sprachen lernen, Mails an die Familie schreiben und einen Führerschein-Test machen. Auch die RTL-Sendung „Wer wird Millionär“ und Wikipedia sind abrufbar. So sollen sich die Gefangenen Wissen aneignen. Insgesamt sind lediglich 20 Websites freigeschaltet. Darunter auch Mediatheken der Öffentlich Rechtlichen und die Seite der Bundeszentrale für Politische Bildung.

Mit dem bundesweit einmaligen Projekt, das zusammen mit dem Fraunhofer-Fokus-Institut gestaltet wurde, solle die Alltagskompetenz der Gefangenen erhöht und die Resozialisierung vorangebracht werden, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Mittwoch. Das zunächst auf drei Monate befristete System sei auf "Herz und Nieren geprüft, damit Gefangene nicht Schabernack oder Unfug treiben", betonte er.

Für die Testphase wurden insgesamt 1,3 Millionen Euro freigegeben. Besonders die Einrichtung eines speziell gesicherten Wlans sei besonders kostspielig gewesen, berichtet die "Berliner Morgenpost". Im Oktober solle ein Bericht zu dem Test vorliegen. Behrendt möchte bis zum September 2021 (Ende der Legislatur) Tablets kostenfrei für alle Haftanstalten anschaffen. Derzeit sitzen dort 4024 Gefangene.

Von RND/dpa

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