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Polizeieinsatz wegen Corona-Verstößen in Berlin eskaliert: Beamte ziehen Dienstwaffe

  • Vor rund zwei Wochen eskaliert im Berliner Fennpfuhlpark ein Polizeieinsatz.
  • Während einer Kontrolle der Corona-Maßnahmen kommt es zu heftigen Diskussionen und Handgreiflichkeiten, später ziehen Beamte ihre Dienstwaffen.
  • Nun ist ein Video aufgetaucht, das das Verhalten der Polizisten erneut in den Fokus rückt.
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Berlin. Ein Polizeieinsatz am 23. März wegen Corona-Verstößen im Berliner Fennpfuhlpark rückt wegen eines neuen Videos erneut in den Fokus. Laut „Tagesspiegel“ wurde vor wenigen Tagen auf Instagram eine Aufnahme geteilt, die einen Teil des Einsatzes zeigt. Das Video, welches mittlerweile auch auf Twitter hochgeladen wurde, stellt chaotische Szenen dar.

Zwischen den Polizisten und mehren Leuten kommt es in der Videoaufnahme zu heftigen Diskussionen und zu Angriffen auf die Beamten. Zwei Polizisten ziehen im Laufe des Videos ihre Waffen. Einer der Beamten sagt: „Telefon runter“. Wer das Video aufgenommen und hochgeladen hat, ist unklar.

Polizei bezieht Stellung

Die Polizei nahm bereits am 24. März in einer Pressemitteilung Stellung zu dem Polizeieinsatz. Darin hieß es, dass die Polizisten in den Park gerufen worden seien, weil sich dort 50 Personen an einem Grillplatz aufgehalten haben sollen, die ohne Mund-Nase-Bedeckung verweilt seien und Abstandsregeln ignoriert haben sollen. Die Gruppe sei der wiederholten und lautstarken Erteilung von Platzverweisen nicht nachgekommen.

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Die Beamten sollen mit leichtem Abdrängen versucht haben, die Menschen in verschiedene Richtungen zu verteilen, um die Ansammlung zu beenden. Daraufhin seien die Personen aggressiv geworden. Demnach sollen sie sich gemeinsam vor den Einsatzkräften aufgebaut haben, um weitere Maßnahmen zu verhindern. „Ein Mann (...) beschimpfte die Beamten und schlug mit einer Gehhilfe mehrfach in Richtung eines Polizisten“, hieß es weiter. Dabei sei ein Kollege verletzt worden, ein weiterer habe Attacken abwehren und die Gehhilfe wegschlagen können. Daraufhin sei er ebenfalls von dem Mann angegriffen worden, wodurch beide zu Boden gefallen seien. Der Angreifer habe auch bei der Festnahme Widerstand geleistet.

Die gesamte Gruppe sei näher gekommen, ein Unbekannter habe einen Polizisten zu Boden gestoßen. „Daraufhin wehrten sich die Einsatzkräfte mit dem Einsatz von Pfefferspray und zogen ihre Schusswaffen.“ Weitere Polizisten seien im Park eingetroffen, dann habe sich die Menschenmenge aufgelöst. Der Festgenomme sei ins Krankenhaus gekommen und habe Blut abgeben müssen. Dann sei er wieder entlassen worden. Die angegriffenen Polizisten seien ambulant versorgt worden.

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SPD-Abgeordneter kritisiert Vorgehen

Wie die Polizei Berlin berichtet, wurden Ermittlungsverfahren unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung eingeleitet. Zudem ist eine Anzeige wegen Körperverletzung im Amt von einem Beteiligten erstattet worden.

Der SPD-Abgeordnete Thomas Schreiber bezeichnete den Einsatz, der auf dem Video zu sehen ist, gegenüber dem Tagesspiegel als „aus dem Ruder gelaufen“. Weiter sagte er: „Für Außenstehende sieht die Situation aus, als wäre die Polizei überfordert gewesen. Es kann nicht sein, dass ein Beamter in Wildwest-Manier mit seiner Pistole herumfuchtelt. Das ist nicht mehr verhältnismäßig.“ Schreiber forderte ein verpflichtendes Verhaltenstraining für die Beamten, um diesen Einsatz aufzuarbeiten.

Laut der Zeitung ist der Polizei das Video bekannt: Das Ziehen der Dienstwaffe werde nun nach Verhältnismäßigkeit geprüft und eventuell werden interne Ermittlungen eingeleitet. Das Video wurde an das zuständige Landeskriminalamt weitergeleitet.

RND/am

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