Bericht über verwahrlostes Mädchen: Staatsanwaltschaft ermittelt

  • Ein fünfjähriges Mädchen aus Brandenburg soll einem Bericht zufolge zwei Jahre lang auf sich allein gestellt gewesen sein.
  • Das Kind soll kein Tageslicht gesehen haben.
  • Nun prüft die Staatsanwaltschaft den Fall.
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Frankfurt (Oder). Ein fünfjähriges Mädchen soll in Eberswalde einem Zeitungsbericht zufolge über lange Zeit extrem vernachlässigt und ohne Tageslicht in einer Wohnung alleingelassen worden sein. Nun hat sich die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) eingeschaltet und prüft den Fall. "Wir haben aufgrund der Presseberichterstattung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagte Staatsanwalt Ingo Kechichian am Montag. Es werde wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen Unbekannt ermittelt.

Die Polizei leitete nach eigenen Angaben von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht ein. Zum Schutz des Kindes und mit Hinweis auf die Ermittlungen gab sie zunächst keine weiteren Auskünfte.

Mädchen soll jahrelang kein Tageslicht gesehen haben

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Die "Märkische Oderzeitung" hatte am Samstag berichtet, ein fünfjähriges Mädchen aus Eberswalde in Brandenburg habe jahrelang kein Tageslicht gesehen und solle mindestens zwei Jahre völlig auf sich allein gestellt gewesen sein. Das Mädchen sei in der Weihnachtszeit in eine Klinik in Bernau gekommen. Die Einweisung sei unter Mitwirkung des Jugendamtes erfolgt, sagte die Sozialdezernentin des Kreises Barnim, Yvonne Dankert. "Bild"-Zeitung und "B.Z." berichteten am Montag über das Ermittlungsverfahren.

Der Kreis wollte sich noch am Montag zu dem Fall äußern. "Bei uns sitzen die Verantwortlichen zusammen", sagte Kreissprecher Oliver Köhler. Das Brandenburger Jugendministerium forderte den Kreis zu einer Stellungnahme auf. Bei solch einer Straftat hätten Staatsanwaltschaft und Polizei informiert werden müssen, sagte Ministeriumssprecherin Antje Grabley.

In Brandenburg wurden 1947 Kinder im Jahr 2018 in Obhut genommen - davon 85 Prozent wegen einer Gefährdung.

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RND/dpa