Bergungsarbeiten nach Explosion in Leverkusen dauern an

  • Die gewaltige Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage beschäftigt weiterhin Einsatzkräfte und Umwelt-Analysten.
  • Fünf Menschen werden vermisst: Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist minimal.
  • Die Polizei stellt sich auf eine komplizierte Suche nach der Ursache der Detonation ein.
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Leverkusen. Nach der schweren Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage konzentrieren sich die Einsatzkräfte vor Ort nach Unternehmensangaben nun in Abstimmung mit den Ermittlern auf die Vorbereitung der Aufräum- und Bergungsarbeiten. Zuvor war die Hoffnung, Überlebende zu finden, immer weiter gesunken. „Wir haben keine Hoffnung mehr, jemanden lebend zu finden“, sagte ein Sprecher der Chempark-Betreiberfirma Currenta am Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Behörden würden jetzt die Ermittlungen zur Ursache der Detonation aufnehmen.

Die Ermittler richten sich allerdings auf schwierige Arbeitsumstände im Leverkusener Chempark ein - der Einsatz werde vermutlich mehrere Tage dauern. „Das Betreten des Schadensortes ist für Rettungskräfte und Brandermittler weiterhin nur stark eingeschränkt möglich“, hatte die Polizei am Mittwoch erklärt. Um sich einen Überblick zu verschaffen, würden zum Beispiel Drohnen eingesetzt. Die Suche nach den Vermissten habe allerdings Priorität.

Staatsanwaltschaft ermittelt

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Bei der Kölner Polizei wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gegen Unbekannt.

Bei der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage des Chemparks am Dienstagmorgen waren mindestens zwei Menschen getötet worden. 31 wurden laut Currenta verletzt. Fünf Menschen werden vermisst. Es handle sich demnach um vier Mitarbeiter des Unternehmens und einen Mitarbeiter einer externen Firma. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass wir die fünf Vermissten nicht lebend finden“, hatte Currenta-Chef Frank Hyldmar erklärt.

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Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) arbeitet unterdessen weiter an einer Analyse der Stoffe, die mit der Rauchwolke nach der Explosion in die umliegenden Wohngebiete getragen wurden. „Bislang liegen aus diesen Untersuchungen noch keine Ergebnisse vor“, hatte das Umweltamt am Abend betont. Ergebnisse seien erst Ende der Woche zu erwarten.

In einer ersten Einschätzung war das Amt davon ausgegangen, dass es sich um „Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen“ gehandelt haben könnte. Grundsätzlich sei es so, dass Dioxine bei jedem Brandereignis in mehr oder weniger hohen Konzentrationen entstünden. Wie hoch die vorhandenen Rückstände mit diesen Substanzen belastet sind, werde sich erst nach der aufwendigen Auswertung zeigen.

„Entscheidend“ sei die Konzentration der Stoffe

Currenta hatte erklärt, dass nach der Detonation Tanks mit Lösungsmitteln gebrannt hätten. „Bei jedem Brand und offenem Feuer entstehen potenziell gefährliche Stoffe. Je nachdem, was verbrennt, können zum Beispiel Stoffe wie Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen im Rauch enthalten sein“, so das Unternehmen. „Entscheidend“ sei in jedem Einzelfall aber die Konzentration dieser Stoffe.

Nach dem Brand waren in Leverkusen Rußpartikel niedergegangen. Die Stadt empfahl ihren Einwohnern bis zu einer abschließenden Klärung unter anderem, kein Obst oder Gemüse aus dem Garten zu essen, auf dem sich Partikel abgelagert hatten. Auch sollte der Ruß nicht in die Wohnungen getragen werden. Wer dringend im Garten arbeiten müsse, sollte dabei vorsorglich Handschuhe tragen.

RND/dpa

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