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Bei VW geht’s um die (Curry-)Wurst: Betriebsrat fordert Kultgericht zurück

  • Die leidige Grillzange war Schuld, dass die Currywurst mit Aufflammen der Corona-Krise bei Volkswagen in Wolfsburg weitgehend vom Speiseplan verschwand.
  • Proteste aus der Belegschaft häuften sich, viele fordern die Rückkehr des beliebtesten VW-Mahls.
  • Der Betriebsrat sieht sogar Arbeitsplätze in Gefahr.
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Wolfsburg. Herbert Grönemeyer besang die Attraktivität der Currywurst schon 1982: „Gehste inne Stadt / wat macht dich da satt / ne Currywurst! / Kommste vonne Schicht / Wat schönret gibt et nich / als wie Currywurst!“ Das mag in Bochum gelten – in Wolfsburg gilt es nicht mehr, zumindest was die berühmte Volkswagen-Currywurst betrifft.

Die Fleischspezialität aus der hauseigenen Herstellung verschwand mit den Anfängen der Corona-Krise fast völlig von der Speiseliste des Betriebsrestaurants. Der Betriebsrat schlägt jetzt Alarm. Wer jeden Tag ein paar hundert VW Golfs zusammensetze, der brauche Energie, und für die hart Arbeitenden in Halle 54 sei die Currywurst deshalb wichtig.

„Darum hat es mich als zuständige Betriebsrätin geärgert, als im Frühjahr die Currywurst aus unserem Betriebsrestaurant verschwunden ist“, sagt Sabine Musiol-Wegner, die für die Montagelinie 2 zuständig ist, laut „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“. Derzeit gebe es die Wurst der Würste nur noch dienstags. Die Beschwerden beim Betriebsrat über die Mangelware hätten überhand genommen. In den Montagepausen sei die Currywurst deshalb wieder zu haben. „Jetzt wäre es echt gut, wenn auch die Kolleginnen und Kollegen der Normalschicht in der Mittagspause wieder dauerhaft Currywurst mit Pommes als Angebot bekomme würden“, so Musiol-Wegner.

Die derzeitige Situation gefährdet Arbeitsplätze – so der Betriebsrat

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Ihre Betriebsratskollegen Frank Paetzold und Sebastiano Addamo – zuständig für den Bereich Gastronomie – sehen noch weitreichendere Probleme: „Das gefährdet auch langfristig die 30 Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen in der Fleischerei“, so Addamo.

Die Leitung der Gastronomie sieht in der Corona-Krise die Grillzange, mit der sich die Mitarbeiter die Wurst aus der Warmhaltewanne nehmen, kritisch – weil zahllose Menschen sie anfassen. Paetzold sieht darin kein Problem, „denn die Kolleginnen und Kollegen hinter den Theken könnten problemlos die Currywurst auf den Teller legen“. Es falle keine Mehrarbeit an.

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„Biste richtig down / brauchste wat zu kau’n / ne Currywurst“, sang Grönemeyer. Paetzold und Addamo stimmen mit dem Sänger überein, wenn sie unter Verwendung eines Kfz-Begriffs gegenüber der „WAZ“ befinden: „Currywurst ist kein Auslaufmodell und gehört unbedingt in unsere Betriebsrestaurants.“

RND/big

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