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Befreiung der „Ever Given“: Zwei weitere Schlepper am Suezkanal eingetroffen

  • An dem verunglückten Großfrachter machen sich bereits zehn Schlepper und Saugbagger zu schaffen.
  • Am Samstag gab es nur einen kleinen Fortschritt.
  • Doch die Bergungsfirma hofft, das Schiff Anfang nächster Woche freizubekommen.
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Suez. Die Befreiungsversuche für den im Suezkanal auf Grund gelaufenen Riesenfrachter „Ever Given“ werden verstärkt. Am Sonntagmorgen trafen zwei weitere schwere Schlepper in Suez ein, wie Satellitendaten von Marinetraffic zeigten. Die niederländische „Alp Guard“ und die italienische „Carlo Magno“ sollten helfen, das Containerschiff freizuschleppen, das seit Dienstag eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt blockiert. Reedereien gingen verstärkt dazu über, ihre Schiffe um Afrika herum fahren zu lassen.

Sand und Schlamm soll abgesaugt werden

Die knapp 400 Meter lange und 59 Meter breite „Ever Given“ war am Dienstag rund sechs Kilometer von der südlichen Zufahrt zum Kanal entfernt auf Grund gelaufen und hat sich zwischen den Ufern verkeilt. Bei den Befreiungsversuchen mit zehn Schleppern gab es am Samstag nur einen kleinen Fortschritt. Spezialisten seien ein wenig damit vorangekommen, das Heck der „Ever Given“ freizubekommen, teilte der Kanaldienstleister Leth Agencies mit. Jetzt sollen weiter Sand und Schlamm unter dem Schiff abgesaugt werden. Am Montagmorgen gelang es, das Containerschiff teilweise freizulegen.

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Havarie im Suezkanal: die Lebensader des Welthandels
2:27 min
Ein Schiff von der Größe eines Wolkenkratzers blockiert den Suezkanal und verursacht damit Millionenschäden. Hintergründe zur wichtigsten Wasserstraße der Welt.  © Frederik Eichholz/RND

Der Leiter der ägyptischen Kanalbehörde, Osama Rabei, räumte am Samstag ein, er könne nicht sagen, wann die „Ever Given“ wieder flott sei. „Ich kann es nicht sagen, weil ich es nicht weiß“ sagte er. Die Situation sei schwierig.

Eventuell müssen Hunderte Container abgeladen werden

Der Chef der niederländischen Bergungsfirma Boskalis, Peter Berdowski, erläuterte, die Experten setzten auf eine Kombination aus schweren Schleppern, Saugbaggern und der Springflut, die wegen des bevorstehenden Vollmonds bis zu 50 Zentimeter höher sein werde als normal. Der Bug der „Ever Given“ habe sich fest in den lehmigen Ufersand gebohrt, am Heck sei es weniger schlimm. Dort könne man ansetzen. „Wir hoffen, dass die Kombination aus den Schleppern, die wir dort haben werden, mehr weggebaggertem Grund und der Flut ausreichen wird, um das Schiff irgendwann Anfang nächster Woche freizubekommen“, sagte Berdowski. Falls das nicht reiche, müssten Hunderte Container abgeladen werden, fügt er hinzu. Ein Kran dafür sei bereits unterwegs.

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Der Suezkanal verkürzt die Fahrstrecke für Handelsschiffe zwischen Asien und Europa um mehrere Tausend Kilometer. Durch die künstliche Wasserstraße zwischen Mittelmeer und Rotem Meer laufen zehn Prozent des Welthandels. An den Kanalzufahrten stauten sich nach der Havarie Hunderte Schiffe.

Weil das Ende der Havarie noch nicht absehbar war, haben Reedereien begonnen, ihre Frachter um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas herum fahren zu lassen. Die dänische Reederei Moller-Maersk kündigte an, wegen der längeren Routen würden sich Lieferungen um drei bis sechs Tage verzögern. 22 Frachter des größten Schifffahrtsunternehmens der Welt und seiner Partner saßen den Angaben zufolge am Kanal fest.

Die Unglücksursache war noch nicht geklärt. Starker Wind sei nicht er einzige Grund, sagte Rabei. Die Untersuchung laufe noch. Technische oder menschliche Fehler könnten nicht ausgeschlossen werden. Das für die Technik an Bord verantwortliche Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement erklärte, nach ersten Ergebnissen könnten mechanische Fehler oder Probleme mit dem Antrieb ausgeschlossen werden. Allerdings war in einer der ersten Schadensmeldungen davon die Rede, dass es auf der „Ever Given“ zum Zeitpunkt des Unglücks einen Stromausfall gegeben habe.

RND/AP

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