Baukräne brennen in Leipzig – Polizei geht von Anschlag aus

  • Mehrere laute Explosionen haben in der Nacht zu Donnerstag Anwohner in Leipzig aufgeweckt.
  • Auf dem Gelände des ehemaligen Technischen Rathauses waren zwei Baukräne in Brand geraten.
  • Die Polizei vermutet einen Anschlag.
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Leipzig. Bei einem mutmaßlichen Anschlag sind in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit in Leipzig drei Autokräne schwer beschädigt worden. Zwei Fahrzeuge brannten vollständig aus, ein weiterer Kran ist vorerst nicht nutzbar. Zudem entdeckten die Ermittler an einem Bagger ebenfalls Brandspuren, berichtet die "Leipziger Volkszeitung" (LVZ).

Die Fahrzeuge befanden sich demzufolge in einem Umkreis von rund 50 Metern und fingen nahezu zeitgleich Feuer. Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze machte sich am Morgen selbst ein Bild vor Ort. „Wir gehen von einer vorsätzlichen Tat aus. Wer solches tut, aufgrund welcher Motivation auch immer, und dabei zusätzlich billigend in Kauf nimmt, dass auch Dritte Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt sind, hat jeglichen Wertekompass verloren und agiert verbrecherisch“, sagte er.

Die Ermittlungen hat inzwischen das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) beim Landeskriminalamt (LKA) Sachsen übernommen. „Ein politisch motivierter Hintergrund der Tat kann hier nicht ausgeschlossen werden, insbesondere am heutigen Datum, dem Tag der Deutschen Einheit. Unabhängig davon wird in alle denkbaren Richtungen ermittelt“, erklärte Polizeidirektor Dirk Münster, Leiter der Abteilung Staatsschutz im LKA Sachsen.

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Noch keine Hinweise zu Brandstiftern

Noch hat die Polizei aber keine konkreten Hinweise zu den Brandstiftern. Die Auswertung von Spuren und Zeugenbefragungen sei in vollem Gange, sagte Tom Bernhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), am Freitag.

Auf welche Weise die großen Kräne angezündet wurden, konnte der LKA-Sprecher noch nicht sagen. Die Polizei werde sich mit Angaben dazu aber ohnehin zurückhalten, denn das sei Täterwissen, sagte Bernhardt. Auch mögliche Zeugen sollen nicht von Informationen aus den Medien beeinflusst werden.

RND/lvz/dpa